Ein „Gewit­ter“ braut sich über Trier und Ber­lin zusammen

Sino­lo­gie-Stu­die­ren­de spie­len Theater

Die Thea­ter­grup­pe des Kon­fu­zi­us-Insti­tu­tes hat seit Som­mer 2011 ihr „Gewit­ter“ mehr­mals erfolg­reich auf­ge­führt. Dabei führ­te ihr Weg auch über den Tel­ler­rand von Trier hinaus.

Das Dra­ma in sei­ner Reinform

Im Erst­lings­werk „Gewit­ter“ des chi­ne­si­schen Dra­ma­ti­kers Caoyu ist es das bezau­bern­de Haus­mäd­chen Si Feng, das den Söh­nen der Fami­lie Zhou die Köp­fe ver­dreht. Mit dem Älte­ren hat sie ein Ver­hält­nis, aus dem sie schwan­ger her­vor­geht. Die Dame des Hau­ses Fan Yi kocht vor Eifer­sucht, denn auch sie hat­te einst eine Liä­son mit ihrem Stief­sohn Zhou Ping. Wäh­rend sich drau­ßen ein Gewit­ter zusam­men­braut, stellt sich nach Ankunft der Mut­ter Si Fengs her­aus, dass Zhou Ping und sie Stief­ge­schwis­ter sind. Die nie­der­ge­schmet­ter­te Si Feng fin­det zusam­men mit dem jun­gen Zhou-Sohn Chong Er im tosen­den Unwet­ter den Tod. Zhou Ping begeht in sei­ner Ver­zweif­lung Selbstmord.

Chi­ne­sisch Füh­len und Bewegen 

Ein Chi­ne­se agiert anders als ein Deut­scher: Nicht die Haa­re rau­fen, lie­ber die Hän­de vors Gesicht schla­gen. Arme nicht ver­schrän­ken, Bewe­gun­gen nicht zu „eckig“, und die Män­ner müs­sen in ihren talar­ar­ti­gen Gewän­dern auch noch mas­ku­lin dahinschreiten.

Sino­lo­gie-Stu­die­ren­de spiel­ten Theater.

Nächs­te Hür­de: Chi­ne­sisch füh­len. Die Haus­her­rin Fanyi liebt und hasst von Her­zen auf der Büh­ne im Minu­ten­wech­sel. Das Haus­mäd­chen ist naiv und unbe­schwert – im nächs­ten Moment steht sie zwi­schen Mut­ter- und Man­nes­lie­be. Mut­ter Shi­p­ing plagt ein dunk­les Geheim­nis – was es zu ver­ber­gen gilt. Neben der chi­ne­si­schen Spra­che war die Emo­tio­na­li­tät des Wer­kes eine der größ­ten Herausforderungen.

Dra­ma mit Happy End

Die Insze­nie­rung die­ses Fami­li­en-Desas­ters als vor­weih­nacht­li­ches Spek­ta­kel 2011 war so erfolg­reich, dass es im April 2012 in der TUFA auf­ge­führt wur­de. Den krö­nen­den Abschluss bil­de­te der Auf­tritt im chi­ne­si­schen Kul­tur­zen­trum Ber­lin, zu dem sogar Reprä­sen­tan­ten der chi­ne­si­schen Bot­schaft erschienen.

San­dra Gil­gan, wiss. Hilfs­kraft im Konfuzius-Institut

 
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