Quelltext zum Anfassen

Neue Methoden zum Lernen und Lehren von Programmiersprachen

Die Fähigkeit zu programmieren ermöglicht es nicht nur Informatikstudierenden, sondern auch Studierenden zahlreicher anderer Fächer, eigene Software zur Lösung praktischer Aufgaben zu erstellen. In Programmiervorlesungen ist das gängige Lehrkonzept der Frontalunterricht, wobei die zu erlernenden Konzepte und Algorithmen häufig anhand von Quelltextauszügen vorgestellt werden. Unter dem Begriff „Quelltext“ (auch Quellkode genannt) versteht man den in einer Programmiersprache geschriebene Text eines Computerprogrammes.

Bob Prevos, Sebastian Baltes, Prof. Dr. Stephan Diehl und Benjamin Biegel (von links) machen Quelltext anfassbar.

Bob Prevos, Sebastian Baltes, Prof. Dr. Stephan Diehl und Benjamin Biegel (von links) machen Quelltext anfassbar.

Für die Vorlesung selbst gibt es kaum geeignete Werkzeuge, um Quelltext interaktiv und visuell ansprechend zu präsentieren. Aktuell ist es eher üblich, Quelltextauszüge entweder an die Tafel zu schreiben, in vorbereiteten Präsentationsfolien anzuzeigen oder direkt in einem Quelltexteditor zu öffnen. Das führt dazu, dass die Lernenden in solchen Vorlesungen eine passive Rolle einnehmen. Zwar werden zur Übung Programmieraufgaben gestellt, die alleine zuhause bearbeitet werden. Zu den Übungsterminen werden dann wieder Musterlösungen im Stil des Frontalunterrichts vorgestellt.

Der Lehrstuhl für Softwaretechnik möchte im Rahmen der Förderinitiative neue Interaktionsmöglichkeiten nutzen, um die Lernenden dabei zu unterstützen, sich aktiver mit den in Programmiervorlesungen vorgestellten Quelltexten auseinanderzusetzen. Zusätzlich soll die Präsentation von Quelltext verbessert und interaktiver gestaltet werden. Dafür werden aktuell diverse Projektideen umgesetzt und Stück für Stück in die Lehre integriert.

Eine dieser Projektideen ist VisualCues, ein Werkzeug, das sowohl Dozenten als auch Studenten ermöglicht, während der Vorlesung Quelltextbeispiele visuell zu annotieren. Der Dozent nutzt in der Regel selbsterstellte Annotationen, um wichtige Aspekte der Konzepte hervorzuheben und zu kommunizieren. Je nach verwendetem Darstellungsmedium ist der Dozent beim Annotieren allerdings eingeschränkt.

Wird ein Quelltexteditor zur Anzeige benutzt, können keine Annotationen direkt im Quelltext erstellt  werden. Bei Präsentationsfolien kann der Dozent zwar Annotationen vorbereiten, aber während der Vorlesung selbst nur schwerlich, ohne den Vortrag zu unterbrechen, neue Annotationen hinzufügen, die den Lernenden speziell im aktuellen Kurs behilflich sein könnten. An der Tafel hat der Dozent die meisten Freiräume zur Erstellung von Annotationen. Allerdings  ist es schwierig, das Tafelbild für die Studenten zur späteren Nachbereitung zur Verfügung zu stellen, so dass insbesondere der Quelltext zuhause nicht weiterverwendet werden kann. Mit dem Projekt VisualCues möchten wir ein Tool zum Lehren von Algorithmen und Programmierkonzepten einsetzen, das sowohl das spontane Annotieren von Quelltext während der Vorlesung als auch die Bereitstellung annotierten Quelltextes zur Nach- oder Vorbereitung der Vorlesung ermöglicht.

XIPA – Exten­si­ble Inter­na­tio­nal Pho­ne­tic Alpha­bet (Pho­ne­tik)
Prof. Dr. Ange­lika Braun/Sebastian Musche

Lern– und Erpro­bungs­platt­form Deutsch als Fremd– und Zweit­spra­che (Germanistik/DaF/DaZ und
Com­pu­ter­lin­gu­is­tik und Digi­tal Huma­nities)
Dr. Renate Freudenberg-Findeisen und Dr. Sven Naumann

Leh­ren und Ler­nen im vir­tu­el­len Museum – Digi­tale Geis­tes­wis­sen­schaf­ten
inno­va­tiv ver­mit­telt (Com­pu­ter­lin­gu­is­tik und Digi­tal Huma­nities)
Prof. Dr. Caro­line Spor­le­der und Team