Geoinformatik macht (in) Schule

Studierende entwickelten Unterrichtsmodule für Gymnasiasten

GIS TagDaten sammeln, digitalisieren, auswerten: Rund 100 Schüler des Trierer Friedrich Spee-Gymnasiums  wissen spätestens seit ihrem Besuch an der Uni Trier, womit sich Geoinformatiker beschäftigen. Einen Tag lang vermittelten ihnen Lehramt-Studierende der Universität Methoden und Arbeitsweisen aus dem Bereich der Geoinformatik.

Vormittags waren die Schüler zur Datenerhebung in der Umgebung unterwegs. Eine Gruppe sammelte in der Trierer Innenstadt Daten für Kartierungen, eine weitere befragte Studierende auf dem Campus nach ihren Herkunftsorten, um Aufschlüsse über das Einzugsgebiet zu erhalten und eine dritte führte Untersuchungen für eine Standortanalyse auf dem Petrisberg durch.

Adrian Assenmacher, Promotionsstudent in der Umweltfernerkundung und Geoinformatik hat im Rahmen seines Promotionsvorhabens die Kursstruktur für Lehramtsstudierende so modifiziert, dass die Möglichkeit entsteht, praktische Arbeit mit Schülern an Projekttagen durchzuführen.

„Die Studierenden haben diese Module für die Schüler entwickelt. Ein Teil der Studierenden führt sie mit den Schülern durch, die anderen beobachten die Lerngruppen und evaluieren, ob sich die Module für den Unterricht eignen“, fasst Geowissenschaftler Dr. Johannes Stoffels das Programm zusammen.

Von „Lernen durch Lehre“ profitieren idealerweise alle Beteiligten: Die Schüler erhalten spannende und realitätsnahe Einblicke in das Studienfach und in die Methoden der Geoinformatik. Die Schulen, speziell die Erdkunde-Fachgruppen, knüpfen enge Kontakte zur Universität und können hier beispielsweise an einer Fortbildung zur Nutzung des Geoinformationssystems teilnehmen. Und die Studierenden und angehenden Lehrer sammeln didaktische Erfahrungen für die inzwischen im Lehrplan verankerte Einbindung der Geoinformatik in den Schulunterricht.

Diese Kurse für Schulklassen bieten Dr. Johannes Stoffels und seine Mitarbeiter seit mehreren Jahren im Rahmen des Programms „Wissen schafft Zukunft“ des Landesbildungsministeriums an – bislang allerdings in kleinerem Rahmen. Unter anderem durch eine Abschlussarbeit von Adrian Assenmacher in diesem thematischen Kontext hat das Programm Fahrt aufgenommen.

„Wir sind mit allen Erdkunde-Leistungskursen zur Universität gekommen“, erläutert Markus Waldeier, Lehrer am Spee-Gymnasium. „Der Kontakt zur Universität ist für die Schüler besonders wichtig, die später in dieser Richtung studieren wollen. Geoinformatiker haben gute Perspektiven, sie sind auf dem Arbeitsmarkt gesucht. Aber auch alle anderen Schüler profitieren, denn die Unterrichtsmodule sind auf sie zugeschnitten und sie erhalten einen Einblick in moderne Methoden der Geographie“, fügt Waldeier an. Einen weiteren „Benefit“ nehmen die Gymnasiasten besonders gerne mit: Einen Ausdruck ihrer Arbeitsergebnisse mit ihrem Namen versehen.

Den Tag an der Universität haben die Schüler des Spee-Gymnasiums in einem Video festgehalten:

http://fsg-trier.de/gis-informationstag-fuer-erdkunde-leistungskurse