Studentin Jessica Rau ist Europameisterin in Taekwondo

Trierer Sportlerin hat in diesem Jahr eine steile Erfolgskurve
Universitätspräsident Michael Jäckel gratuliert

Taekwondo Europameisterin Jes­sica Rau

Europameisterschaften oder Deutsche Hochschulmeisterschaft? Studierende Taekwondo-Sportler mussten sich entscheiden: Die beiden Wettbewerbe fanden zeitgleich vom 26. bis 28. Juni statt.

Jessica Rau, Studentin der Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Trier, Sportlerin und Trainerin im Postsportverein Trier, hätte gewiss auch im Einzelwettbewerb der Deutschen Hochschulmeisterschaften eine gute Chance auf einen Sieg gehabt.

Die 22-Jährige entschied sich für den Start im Team bei den Europameisterschaften und bereute es keine Sekunde: Sie wurde Europameisterin im Taekwondo-Poomsae.

Das Jahr 2015 könnte für das Team um Jessica Rau kaum erfolgreicher verlaufen. Gold bei den German Open in Dresden, Gold bei den Austrian Open in Wien – auch Bundestrainer Hado Yun überzeugten diese Leistungen, und so nominierte er die Trierer Studentin für die Europameisterschaft. Für Jessica Rau war es das bisher erfolgreichste Jahr.

22 Nationen brachten ihre Nationalteams in Belgrad an den Start. Neben den amtierenden Vizeweltmeistern aus der Türkei waren auch sehr starke Teams aus Dänemark und Spanien gemeldet. Als erste gingen die Vizeweltmeisterinnen aus der Türkei auf die Kampffläche, gefolgt von Dänemark. Beide Nationen zeigten eine extrem starke Vorstellung ihrer einstudierten Freestyle-Poomsae und erhielten gute Punkte.

Team Deutschland ließ sich davon nicht beeindrucken und konterte mit seiner einstudierten Poomsae. Es klappte einfach alles. Mit 0,8 Punkten Vorsprung auf die Türkei lag Deutschland auf dem ersten Rang. Gewöhnlich entscheiden bei Europameisterschaften Hundertstel Punkte über die Platzierungen, insofern bewertete Jessica Rau dieses Resultat als Riesenerfolg.

Nur die Spanierinnen konnten den Sieg noch gefährden. Die Zeit während der Präsentation bis zur Bekanntgabe der Wertung dehnte sich nervenzerreißend. Endlich die Wertung: Kraft, energetischer Ausdruck, Synchronizität, Präzision, Akrobatik, Sprung- und Tritthöhe: Das deutsche Team hatte die Kampfrichter überzeugt und wurde mit Abstand und verdient Europameister 2015.

Taekwondo Team

Ob 2016 erneut zwei hochklassige Wettbewerbe zeitgleich angeboten werden? Elisabeth Reis, Leiterin des uniSPORTs: „Ich werde das Gespräch mit den Verantwortlichen des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes suchen und hoffe auf eine Verbesserung der Situation. Es wäre schön, wenn solche Terminüberscheidungen die Ausnahme blieben.“

Jessica Rau jedenfalls hat sich zum Ziel gesetzt, nächstes Jahr bei der Weltmeisterschaft Poomsae zu starten. Neben dem Sport ist ihr aber auch ihr Studium sehr wichtig. Zur Zeit macht sie ein Praktikum beim Caritas Verband Eifel in den Beratungsdiensten des Fachbereichs „Soziale Arbeit“. „Es macht mir sehr viel Spaß und ich würde auch gerne nach meinem Studium in diesem Bereich arbeiten.“

Taekwondo-Poomsae

Taekwondo-Poomsae ist ein Kampf gegen imaginäre Gegner und wurde ursprünglich entwickelt, um die Grundtechniken und anspruchsvollen Bewegungsabläufe ohne Verletzungsgefahr zu trainieren. In der Disziplin Pommsae-Freestyle-Team werden Technikelemente des Taekwondo synchron im Team gezeigt.