Der neue Mann für die „menschlichen Ressourcen“

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Der Jurist Michael Lo Re leitet seit Oktober die Personalabteilung der Universität. Wer er ist und wie er tickt.

Offen – konstruktiv – entscheidungsfreudig: Drei Begriffe fallen des Öfteren im Gespräch mit Michael Lo Re über seine Person und seine Vorstellungen eines idealen Arbeitsprozesses. Offen und kritisch kommunizieren, konstruktiv diskutieren, Alternativen sorgfältig abwägen, aber schließlich Entscheidungen nicht hinauszögern, sondern treffen – „auch wenn sie nicht immer allen gefallen können“. Diese Philosophie konnte der Volljurist sogleich auf Praxistauglichkeit testen, als er im Oktober des vergangenen Jahres die Leitung der Personalabteilung der Universität übernahm. „Ich war sofort im Tagesgeschäft. Gegen Ende des Jahres waren mehrere interessante Rechtsverfahren zu führen“, erinnert er sich an die ersten Tage im neuen Job. Dabei kam ihm zupass, dass er „gerne in die Arbeit reinspringt und keine Berührungsängste hat“.

Offen – konstruktiv – entscheidungsfreudig: dieses Verhalten favorisiert der 44-Jährige auch innerhalb seines Zuständigkeitsbereichs. Von seinen Mitarbeitern erwartet er eine kommunikative, kritische und kollegiale Arbeitsauffassung. Den Sachgebietsleitern weist er eine starke Position und einen selbstständigen Handlungsrahmen zu. „Ich erlebe in der Abteilung ein sehr gutes Klima. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen füreinander ein. Das ist in Zeiten von Personalknappheit und arbeitsintensiven Großprojekten keine Selbstverständlichkeit“, gibt Lo Re seine Innenansicht wieder.

„Ich nehme die Universität als eine sehr lebendige Einheit wahr.“

Diese Tugenden erlebte er auch in der Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungsleitern und der Universitätsleitung. Eine konstruktive Zusammenarbeit erhofft er sich nicht zuletzt auch mit dem Personalrat. „Diese Kooperation kann nicht in allen Fällen unkritisch sein, das liegt in der Natur der Sache. Aber sie sollte stets aufgaben- und ergebnisorientiert sein“, sagt Michael Lo Re.

Die ersten Tage im neuen Büro bescherten dem Verantwortlichen für die „Human Resources“ auch ein intensives Erlebnis der Spezifika einer Universität. „Die Rechtsverfahren, die an einer Hochschule anfallen, sind individueller und spezieller als in anderen Bereichen“, sagt Lo Re, der Verfahren gerne selbst führt und die Universität vor Gericht vertritt.

Ein weiteres Spezifikum: die Diversität. „Ich nehme die Universität als eine sehr lebendige Einheit wahr, in der viele Strukturen unter einen Hut zu bringen sind.“ Unterschiedliche Arbeitsbereiche – Verwaltung, Wissenschaft, technische Betriebe – und Gruppen – wissenschaftliche, nicht-wissenschaftliche Mitarbeitende sowie Studierende – finden hier zusammen. Und nicht zuletzt ist die hohe Personalfluktuation Uni-typisch, hervorgerufen auch durch eine hohe Zahl befristeter Arbeitsverhältnisse, insbesondere im wissenschaftlichen Sektor. „Diese Diversität ist eine Herausforderung“, fasst der 44-Jährige seine Eindrücke zusammen.

„Wir haben einen sehr guten Draht.“

In diesem Schmelztiegel interpretiert Michael Lo Re den Auftrag der Personalabteilung als eine dienstleistungsorientierte Einrichtung für alle Bereiche: „Unsere Aufgabe verstehe ich so, dass wir in dem von rechtlichen Vorgaben und wirtschaftlichen Ressourcen vorgegebenen Rahmen Serviceleistungen anbieten. Dieses grundlegende Verständnis habe ich in der Abteilung glücklicherweise schon vorgefunden.“

Um im lebendigen Kosmos Universität die sich dynamisch verändernden Aufgaben erfüllen zu können, misst Lo Re auch der Personalentwicklung große Bedeutung bei. Die Zuständigkeit für diesen Bereich liegt nunmehr bei seiner Vorgängerin Nicola Pospischil. Dass sie weiterhin in Diensten der Universität steht, empfindet er keineswegs als unbehaglich. Er hält es vielmehr für einen glücklichen Umstand. „Sie hat mich wärmstens empfangen und mich gut eingearbeitet. Wir haben einen sehr guten Draht.“

Die zentralen Herausforderungen des neuen Jahres sieht er innerhalb seiner Abteilung in der Nachfolgeregelung für einige anstehende Pensionierungen. Übergreifend werden seine Mitarbeiter und er durch die Beteiligung am ERP-Projekt (Enterprise-Ressource-Planning) gefordert, in dem Geschäftsprozesse aus unterschiedlichen Verwaltungsbereichen auf einer IT-Plattform gebündelt werden.

Zur Person

Michael Lo Re hat nach dem Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Mainz in Mannheim als angestellter Rechtsanwalt gearbeitet, später als selbstständiger Anwalt in Mainz. 2008 wechselte er in den öffentlichen Dienst zum Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP), einer Einrichtung der Bundesländer zur Unterstützung bei der Durchführung bundesweit einheitlicher Prüfungen für Ärzte, Apotheker und Psychotherapeuten. Von Anfang 2011 an leitete er hier den Fachbereich Zentrale Dienste mit Zuständigkeit unter anderem für Personal, Haushalt, Organisation und Rechtsmittelverfahren. Neben den neuen Aufgaben motivierten den Juristen das vielseitige Arbeitsgebiet mit seiner hohen Diversität und die Zuständigkeit für eine große Mitarbeiterzahl zum Wechsel nach Trier.

Trotz seiner teilweise süditalienischen Wurzel – sein Vater kam aus Sizilien nach Deutschland – verbringt Michael Lo Re seine Urlaube mit seiner Lebensgefährtin („seit 18 Jahren wild verheiratet“) gerne im Norden Deutschlands und Europas. Als eine eigene Stärke nennt Lo Re seine juristischen Fähigkeiten. Er nimmt sich selbst als kommunikativ, besonnen, unvoreingenommen und vertrauensvoll wahr. Eine Schwäche sei seine manchmal zu große Genauigkeit. Den Laufpfad der Universität hat er bereits als Revier für seine Joggingrunden entdeckt. „Ich kann aber auch mal Couch-Potato sein und mir einen guten Film anschauen“, gesteht Michael Lo Re, der ansonsten Fitness-Sport betreibt.