AStA ohne Karl Marx

AStA ohne Karl Marx

Seit der Wahl zum Studierendenparlament regiert im AStA eine schwarz-rot-gelbe Koalition aus RCDS, Jusos und Liberalen. Erste Maßnahme: Der AStA heißt jetzt AStA der Universität Trier – zumindest bei Facebook. Alte und neue Studierendenregierung liefern sich dort einen verbalen Schlagabtausch.

Am 19. Januar unterzeichneten die Fraktionen der JuSo Hochschulgruppe, des RCDS Universität Trier und der ULI-LHG Trier einen Koalitionsvertrag. Zusammen verfügen sie seit den Hochschulwahlen Anfang Dezember über 13 Sitze im Studierendenparlament. Die Opposition von Campus:Grün, Linker Liste und UNS kommt auf 12 Sitze.

Neue Darstellung ohne Programm

Die Homepage des AStA spiegelt die neuen politischen Mehrheiten noch nicht wider. Hier prangt Karl Marx noch groß auf der Startseite. Auch sonst finden sich hier keine neuen Meldungen, der Terminkalender ist leer.

Aktuell gehalten ist die Facebook-Seite des AStA. Hier wird für zahlreiche Termine verschiedener Referate geworben. Dazwischen findet sich ein Foto von einem Türschild mit den Namen der neuen AStA-Vorsitzenden. Inhaltlich ist auf der Seite keine große Veränderung festzustellen – bis auf Namen und Logo der Seite: Aus „AStA der Karl-Marx-Universität“ mit entsprechendem Konterfei des Namensgebers wurde „AStA der Universität Trier“.AStA_Homepage

Die Erklärung dazu liefert der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS). Unter den Hashtags #‎MARXade ‪#‎wortgehalten findet sich der Eintrag: „Wir halten Wort! Mit uns gibt es eine idiologiefreie (sic!) Hochschulpolitik. Wir haben dem AStA seinen rechtmäßigen Namen zurückgegeben.“

Zu dem Eintrag finden sich zahlreiche Kommentare, auch von ehemaligen AStA-Mitgliedern. „Muss ja eine Heidenarbeit gewesen sein“, meint eine Facebook-Nutzerin in Bezug auf die Namensänderung. Und Carsten Matlok, scheidender studentischer Senator und Mitglied von Campus:Grün fragt den RCDS: „Welche hochschulpolitischen Ziele stehen als nächstes auf dem Programm?“ Ohne konkrete Punkte zu nennen, antwortet der RCDS unter anderem: „Zuerst müssen wir allerdings leider noch viele Altlasten der letzten Legislaturen aufarbeiten.“

AStA_Watch

Ausführliche Stellungnahmen von ehemaligem AStA und Opposition finden sich auf der Seite AStA_Watch, die am Tag der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags gegründet wurde. Hauptbestandteil der Facebook-Seite ist eine mehr als zehnseitige Erklärung unter der Überschrift „Die dunkle Bedrohung – Jusos, RCDS und ULI-LHG stellen neuen AStA“, unterzeichnet von den Fraktionen Campus:Grün, Linke Liste und UNS.

AStA_watch

AStA_Watch-Watch

Einer der ersten Kommentare darunter zeigt einen heftig lachenden Barack Obama mit dem Zusatz „Too long. Didn’t read“, gepostet von AStA_Watch-Watch . Die am 21. Januar als Reaktion auf AStA-Watch gegründete Facebook-Seite schreibt über sich selbst: „Politische Opposition ist schwierig. Anonym hingegen wird sie durchaus fraglich.“ Weitere Texte sind auf der Seite bisher nicht zu finden – bis auf den Post eines Nutzers: „Ich frage mich, wie lange es dauert, bis AStA-watch-watch-watch kommt.“

AStA_watchwatch