Mehr als 70 Flücht­lin­ge wol­len in Trier studieren

Seit Anfang April berei­ten sich 18 Flücht­lin­ge unter der Obhut der Uni­ver­si­tät im Rah­men des Pro­jekts „Fit Fürs Stu­di­um“ auf ein Stu­di­um vor.

An vier Tagen in der Woche erhal­ten sie an der Trie­rer Sprach­schu­le TASI Deutsch-Unter­richt. Frei­tags nimmt die Grup­pe auf dem Uni-Cam­pus an einem Begleit­pro­gramm teil, das Aziz Yük­sek, Inte­gra­ti­ons­re­fe­rent der Uni­ver­si­tät, kon­zi­piert hat und orga­ni­siert. Damit der Ein­stieg in den All­tag leich­ter gelingt, erhal­ten die Flücht­lin­ge außer­dem Unter­stüt­zung von deut­schen Stu­die­ren­den. Das Pro­jekt Bey­ond Bor­ders des Inter­na­tio­na­len Zen­trums führt bei­de Sei­ten in Tan­dems zusam­men. Das Pro­gramm ist nach Ein­schät­zung der Ver­ant­wort­li­chen sehr erfolg­reich angelaufen.

Im Aka­de­mi­schen Aus­lands­amt sta­peln sich die Bewer­bun­gen. Bis­her lie­gen bereits Unter­la­gen von mehr als 70 Flücht­lin­gen vor, die ein Stu­di­um auf­neh­men wol­len. Nach und nach wer­den die Unter­la­gen der Bewer­ber auf Erfül­lung der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung überprüft.

Es stellt sich her­aus, dass doch ein recht hoher Anteil der Flücht­lin­ge einen aka­de­mi­schen Hin­ter­grund hat. Das Inter­es­se an unse­rem Pro­gramm ist jeden­falls sehr groß, auch ohne dass wir es bis­her aktiv bekannt­ge­macht oder bewor­ben hät­ten. Die meis­ten Bewer­ber wol­len einen Bache­lor-Stu­di­en­gang auf­neh­men, aber es sind auch Kan­di­da­ten für ein Mas­ter­stu­di­um und sogar für  eine Pro­mo­ti­on dar­un­ter“, sagt Aziz Yük­sek. Die meis­ten betreu­ten Flücht­lin­ge haben den Wunsch geäu­ßert, in Trier zu stu­die­ren – je nach Fach­prä­fe­renz an der Uni­ver­si­tät oder an der Hochschule.

Finan­ziert wird das Ange­bot bis Jah­res­en­de durch eine För­de­rung des DAAD, die das Aka­de­mi­sche Aus­lands­amt der Uni­ver­si­tät ein­ge­wor­ben hat. 25 Flücht­lin­ge kön­nen damit unter­stützt wer­den. In den kom­men­den Wochen stei­gen wei­te­re sie­ben Flücht­lin­ge auf einem fort­ge­schrit­te­nen Sprach­le­vel in die Kur­se ein.

Die Kurs­teil­neh­mer haben ein deut­lich höhe­res Sprach­ni­veau als wir erwar­tet haben“, erläu­tert Marc Bor­kam, Lei­ter der Trie­rer Aka­de­mie für Sprach­ver­mitt­lung und Inte­gra­ti­ons­för­de­rung TASI, die als Koope­ra­ti­ons­part­ner für den Sprach­un­ter­richt zustän­dig ist. Er attes­tiert den Sprach­schü­lern einen hohen Moti­va­ti­ons­grad. „Sie machen gute Fort­schrit­te im Lern­pro­zess und sind mit Eifer bei der Sache. Wir haben die Teil­neh­mer in einem Agree­ment auf ver­schie­de­ne Rah­men­be­din­gun­gen wie regel­mä­ßi­ge Teil­nah­me oder Able­gen von Prü­fun­gen ver­pflich­tet. Damit gab es bis­her kei­ner­lei Pro­ble­me“, stellt Marc Bor­kam fest und ergänzt, dass immer­hin auch fünf Frau­en zur bis­lang 18-köp­fi­gen Grup­pe gehö­ren. Er hebt die gute Zusam­men­ar­beit zwi­schen den Betei­lig­ten her­vor: „Die­ses Netz­werk könn­te für ande­re Uni­ver­si­tä­ten Modell­cha­rak­ter haben.“

Zu den Koope­ra­ti­ons­part­nern des Aka­de­mi­schen Aus­lands­amts gehö­ren neben TASI auch der Bereich „Deutsch als Fremd­spra­che“, das Inter­na­tio­na­le Zen­trum, die Zen­tra­le Stu­di­en­be­ra­tung und ver­schie­de­ne Fächer der Uni­ver­si­tät. Getrübt wird die Zwi­schen­bi­lanz der gelun­ge­nen Start­pha­se ledig­lich durch einen Aspekt: Vie­le Flücht­lin­ge müs­sen aus umlie­gen­den Orten zu den Kur­sen nach Trier kom­men. Fahrt­kos­ten kön­nen aber nicht über die DAAD-För­de­rung getra­gen wer­den. Damit das Pro­gramm nicht schei­tert, bezahlt im ers­ten Monat der gemein­nüt­zi­ge Ver­ein FAO­SE e.V. die Busti­ckets. Eine län­ge­re Finan­zie­rung kann der Ver­ein jedoch nicht tra­gen. Daher wird gera­de nach einer Lösung zur Siche­rung der Zukunft des erfolg­rei­chen Inte­gra­ti­ons­pro­jekts gesucht.

Kon­takt:
Aziz Yüksek
Aka­de­mi­sches Auslandsamt
Integrationsreferent
Tel. 0651/201‑3597
E-Mail: yueksek@uni-trier.de