In Vino Veritas!

Um sich vor den Bordelais nicht völlig zu blamieren, sollte man ein bestimmtes Know-How rund um das Thema ‚Wein‘ haben. Das wurde uns gleich in der Einführungswoche an der Uni verklickert. Ich bin Frederike, 21 Jahre alt. Zwei Semester lang darf ich aus der wohl schönsten Stadt, die ich je besucht habe, bloggen.

Ein paar Eindrücke aus Saint-Emilion. Leider habe ich keine Fotos von den Flaschen im Weinkeller gemacht. Da gab es fast 70 Jahre alte Exemplare!

Das Weinbaugebiet Bordeaux zählt zu den größten Anbauregionen der Welt, Weinexpertise ist ein wichtiges Kulturgut für die Einwohner. Im Supermarkt gibt es begehbare Weinkühlschränke, in denen sich hochwertige Weine für bis zu 900 Euro finden lassen. Dementsprechend häufig wurden die Gepflogenheiten des Weinkonsums der Bordelais in der Uni-Einführungswoche thematisiert. Im Sprachkurs haben wir alle nötigen Begrifflichkeiten gelernt und im Kurs „Bordeaux et sa région“ haben wir uns mit den verschiedenen Weinsorten auseinandergesetzt. Außerdem haben wir ein Weingut im nahegelegenen Saint-Emilion besichtigt und durften dort eine Weinverkostung machen – darauf haben natürlich alle die ganze Woche hingefiebert.

Eine der vielen kleinen Gassen der Altstadt. Zum leckeren Essen bekommt man hier gleichzeitig hervorragende Straßenmusik geboten.

Wein kennen und lieben wird häufig mit Stil und Eleganz assoziiert, zwei Eigenschaften, die auch sonst sehr gut zu den Bordelais passen. Einmal äußerlich: ich war – so weit ich mich erinnern kann – noch nie in einer Stadt, in der ausnahmslos alle Frauen und Männer dermaßen gut gekleidet sind. Außerdem sind die Menschen hier sehr höflich, zuvorkommend und authentisch. Ich glaube, dass die Lebensqualität in Bordeaux sehr hoch ist und dass die Menschen deshalb sehr zufrieden sind. Bordeaux ist zwar überaus schick, aber meiner Meinung nach nicht abgehoben. Die Stadt ist dazu ziemlich studentisch – über 50 000 junge Leute leben und lernen hier. Es ist einfach immer irgendwo etwas los. In kleinen Straßencafés und Bars, am Ufer der Garonne oder im Jardin Public, dem wunderschönen und idyllischen Stadtpark. Ich bin absolut begeistert, wie viele tolle Läden und Lokale es hier gibt und freue mich schon richtig, in den nächsten Monaten alles genauer zu erkunden.

Geschafft! Die Düne zu erklimmen ist schon etwas anstrengend. Dafür wird man mit einem grandiosen Ausblick belohnt.

Ein dickes Plus gibt es auch für die Nähe zum Atlantik. In 40 Minuten ist man mit dem Zug für 7-8 Euro am Meer. Dort kann man unter anderem die größte Düne Europas (La Grande Dune du Pilat) bestaunen. Nach einem strammen Marsch nach oben hat man einen wunderbaren Blick über die umliegenden Wälder und kann weit über das Meer schauen.

Ich hab es mir zum Ziel gemacht, mir in meiner Zeit hier etwas von der französischen Lebenskunst, dem „savoir-vivre“ abzuschauen. Meine Geduld wurde gleich am ersten Tag vor der Wohnheimsrezeption auf die Probe gestellt.

Auf dem Bild grinse ich. Da wusste ich noch nicht, dass ich die nächsten vier Stunden bei 35 Grad auf meine Schlüssel warten werde.

3 Kommentare

  1. Wer hätte gedacht dass Weinkenntnisse an einer Uni fast schon obligatorisch sein können! Über die Geschichten aus den Cafés und Restaurants bin schon sehr gespannt.

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