Ein Abschluss mit vielen Möglichkeiten

Beim Treffen der Trierer Politik-Alumni treffen vielfältige Berufe aufeinander – Festvortrag und Workshops zu Nahostkonflikt und Demokratie in Parteien

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„Als Student habe ich gedacht, mit einem Politikstudium wird man Politiker oder Journalist. Zum Glück gab es auch zu meiner Studienzeit schon die Berufsberatung durch Alumni. Das hat mir die Augen geöffnet, welche Möglichkeiten einem der Abschluss bietet.“ Heute ist Simon Niemeier als Fördermittelberater tätig und unterstützt Unternehmen und Institutionen dabei, öffentliche Gelder für Forschung und Entwicklung einzuwerben. Ende Januar ist er zum Alumnitreffen der Politikwissenschaft nach Trier gekommen, unter anderem um seine Erfahrungen an Studentinnen und Studenten weiterzugeben. Etwa 40 Studierende nehmen das Angebot der Berufsberatung durch Alumni wahr. Jeweils ein halbes Dutzend von ihnen sitzt mit einem der Alumni am Tisch, hört den Erzählungen zu und stellt Fragen. Nach einer Weile ziehen die Beraterinnen und Berater weiter zum nächsten Tisch. So erhalten die Studierenden im Laufe des Nachmittags Einblick in die verschiedensten Berufsfelder wie politische Kommunikation, Stiftungen, Banken, Forschungsförderung, Unternehmensberatung, Veranstaltungsmanagement oder Lehramt.

Im Anschluss an die Berufsberatung treffen sich Lehrende, Studierende und Alumni zum festlichen Abendprogramm in der Promotionsaula des Bischöflichen Priesterseminars. Professoren der Politik überreichen drei Studenten Preise für ausgezeichnete Arbeiten. Der Preis der Politischen Ökonomie für die Analyse der Wechselbeziehungen zwischen Politik und Wirtschaft geht an Till Dittkrist für seine Arbeit zum Thema: „Die Internationalisierung der chinesischen Währung: Währungspolitik im Geflecht politisch-wirtschaftlicher Akteure“. Den MLP-Preis für praxisbezogene Politikstudien erhält Thomas Sven Lindenblatt für seine Arbeit mit dem Titel „Die Indien-Lobby und die Außenpolitik der USA. Der Einfluss der indischen Amerikaner auf außenpolitische Entscheidungen im Kongress“. Den Alumni-Preis für die beste Arbeit im Fach bekommt Alexander Berzel für seine Diskursanalyse „Glaubwürdigkeit als Kernelement der Parteienkommunikation in der Mediendemokratie am Beispiel der SPD“.

Beim anschließenden Festvortrag liefert Christoph Bertram, ehemaliger Leiter der „Stiftung Wissenschaft und Politik“ deutliche Worte zur „Herausforderung Iran“. Er skizziert den sich zuspitzenden Konflikt über die Stationen der „Armutszeugnisse“ der beteiligten Akteure USA, Europa, Israel und den Iran. Nach Ansicht Bertrams steht eine Katastrophe unmittelbar bevor, eventuell in Form eines militärischen Eingriffs seitens der USA oder Israels. Andere denkbare Zukunftsszenarien, die eine Entspannung der Politiken herbeiführen würden, sind für ihn in der Andeutung eines direkten Drahts USA-Iran zu sehen sowie in der Umsetzung eines Anreicherungsstopps bei 20 Prozent. Doch, so sagt er, diese Zeichen der Entspannung brauchen den Willen zur Einigung – und was diesen Willen anbelangt, so bleibt Bertram ihm gegenüber zunächst skeptisch. Christoph Bertrams Darstellung der Herausforderung Iran regt Publikumsfragen und Diskussionen an, die noch über die Runde im Festsaal hinausgehend bei einem Glas Wein im Foyer erörtert werden.

Am Tag darauf runden zwei Panels die inhaltliche Diskussion des Treffens ab. Das erste Panel befasst sich mit der die Rolle der USA im Hinblick auf eine Lösung des Israel-Palästina Konflikts, die Konfiguration einer möglichen Auflösung desselben sowie die Frage nach den Ansprechpartnern in Verhandlung eines Lösungsansatzes. Abgeschlossen wird das Alumni-Treffen mit einem Panel zu „Demokratie in Parteien – Von grüner Mitgliederbefragung zu Hinterzimmer-Entscheidung der SPD“.

Einen ausführlichen Bericht, unter anderem mit detaillierten Einblicken in die Panel-Diskussionen, finden Sie auf der Homepage des Alumnivereins.