Chi­ca­go Teil 1

Auf der Suche nach Rei­se­zie­len, die nicht all­zu weit weg sind, fiel uns ein beson­de­rer Ort sofort auf: Chi­ca­go! Also pack­ten die ande­ren Inter­na­tio­nal Stu­dents und ich für ein Wochen­en­de unse­re Kof­fer und mach­ten uns auf den Weg.

Die Hin­rei­se

Vom Min­nea­po­lis Saint Paul Flug­ha­fen aus dau­er­te es etwas mehr als eine Stun­de um nach Chi­ca­go zu gelan­gen. Mit 97$ für Hin- und Rück­flug kamen wir da ganz güns­tig hin – wer noch mehr Geld spa­ren möch­te, kann einen Bus neh­men, dann dauert’s aber gan­ze acht Stunden.

Das Chicago Theatre bei Nacht

Das Chi­ca­go Theat­re bei Nacht

Von O’Hare aus fährt der Blue Line Zug eine Stun­de lang in die Innen­stadt, wo drei mei­ner Freun­de und ich ein ziem­lich güns­ti­ges Hotel­zim­mer gebucht hat­ten. Hos­tels sind in Chi­ca­go näm­lich unfass­bar teu­er, wenn man in einer Grup­pe reist. Der Zug in die Stadt ist uralt und schüt­telt einen ordent­lich durch, hat aber mit sei­nem uri­gen Charme auf jeden Fall zur Vor­freu­de bei­ge­tra­gen. Wir kamen abends an und waren etwas besorgt, spät nachts noch durch die Stadt zu lau­fen – anders als in den Twin Cities ist die jedoch auch dann noch belebt und vie­le Geschäf­te sogar offen.

Lou Mitchell’s fällt im Stadt­bild ziem­lich auf

Der ers­te Ein­druck von Chi­ca­go war der pure Wahn­sinn: gigan­ti­sche Wol­ken­krat­z­er­schluch­ten, Leucht­re­kla­men, Men­schen­mas­sen. Der Aus­blick aus dem 16. Stock, in dem unser Zim­mer lag, ließ uns da auch über das dürf­ti­ge Hotel­in­ven­tar hinwegblicken.

Früh­stück bei Lou Mitchell‘s

Glück­li­cher­wei­se kommt eine der Redak­teu­rin­nen des Twin Cities Dai­ly Pla­net, bei dem ich im Rah­men mei­nes Internship Semi­nars mit­hel­fe, ursprüng­lich aus Chi­ca­go und konn­te uns eini­ge Tipps geben. Das war defi­ni­tiv Gold wert! Schon am ers­ten Mor­gen stan­den wir zu einer unmensch­li­chen Uhr­zeit auf und setz­ten uns in den Bus: Wer bei Lou Mitchell’s einen Tisch für’s Früh­stück ergat­tern will, muss näm­lich früh dran sein.

Union Station, der Chicagoer Hauptbahnhof

Uni­on Sta­ti­on, der Chi­ca­go­er Hauptbahnhof

Lou Mitchell’s ist ein grie­chi­sches Restau­rant, das in der Nähe des Haupt­bahn­hofs Uni­on Sta­ti­on gele­gen ist. Bereits drau­ßen wird es als das „no. 1 bre­ak­fast & lunch restau­rant in Ame­ri­ca“ und der haus­ei­ge­ne „world’s finest cof­fee“ bewor­ben. Betritt man dann das unschein­bar wir­ken­de Gebäu­de, darf man gleich die hei­me­li­ge Atmo­sphä­re von Diner-Inven­tar, damp­fen­der Küche und geschäf­tig umher­lau­fen­den Mit­ar­bei­tern genie­ßen. Ich habe mich zu einem Ome­lett mit grie­chi­schem Käse und natür­lich dem Kaf­fee hin­rei­ßen las­sen – unge­lo­gen das bes­te Früh­stück, das ich jemals hat­te! Und für’s gute Gewis­sen gibt’s hier immer eine klei­ne Por­ti­on Obst mit an den Tisch. Lou Mitchell’s ist defi­ni­tiv ein Muss für jeden Chicago-Reisenden!

Mil­le­ni­um Park, Magni­ficent Mile, Navy Pier und MCA

Das obligatorische Touristenfoto bei the Bean mit Finnin Hanna

Das obli­ga­to­ri­sche Tou­ris­ten­fo­to bei the Bean mit Fin­nin Hanna

Danach mach­ten wir uns auf, um den Mill­en­ni­um Park zu erkun­den. Dabei konn­ten wir den Blick nicht von den beein­dru­cken­den Gebäu­den der Chi­ca­go­er Innen­stadt las­sen. Die­se sind anders als in Min­nea­po­lis näm­lich nicht bloß Wol­ken­krat­zer wie man sie aus Groß­städ­ten nun mal so kennt, son­dern oft­mals ori­gi­nell mit Orna­men­ten und Schrif­ten ver­ziert. Das Stadt­bild ist also nicht ohne Grund für sei­ne außer­ge­wöhn­li­che Archi­tek­tur bekannt.

Der Ausblick auf die Stadt vom Millenium Park aus

Der Aus­blick auf die Stadt vom Mil­le­ni­um Park aus

Im Mill­en­ni­um Park ange­kom­men, muss­ten wir natür­lich zuerst tau­sen­de Fotos von the Bean machen, auch unter dem offi­zi­el­len Namen Cloud Gate bekannt. Dabei han­delt es sich um eine Skulp­tur des Künst­lers Anish Kapoor: eine rie­si­ge, sil­ber­ne, spie­geln­de Hoch­glanz­boh­ne. Auf jeden Fall einen Blick wert – wie auch zig ande­re Skulp­tu­ren und Instal­la­tio­nen im Park.

In der Nähe unse­res Hotels lag die nächs­te Sehens­wür­dig­keit: The Magni­ficent Mile. Auf Chi­ca­gos Ein­kaufs­stra­ße fin­det man natür­lich die übli­chen Ver­däch­ti­gen die eher weni­ger der Rede wert sind, aber auch eini­ge Kurio­si­tä­ten wie einen rie­si­gen Süßigkeitenladen.

Der - dank windigem Wetter - weniger gut besuchte Navy Pier

Der – dank win­di­gem Wet­ter – weni­ger gut besuch­te Navy Pier

Von dort aus war’s dann auch nicht mehr weit zum Navy Pier, einer Art klei­nem Jahr­markt am Michi­gan­see. Von hier aus hat man einen Wahn­sinns­aus­blick über Chi­ca­gos Sky­line – ansons­ten hat es sich jedoch eher als Tou­ris­ten­fal­le ent­puppt und nach einem Chi­ca­go­er Hot­dog (von dem wir wenig ange­tan waren) ging’s zurück zum Hotel für ein kur­zes Nickerchen.

Auf Emp­feh­lung mei­ner Glo­bal Fami­ly, einer Kunst­do­zen­tin, ging es dann ins Chi­ca­go­er Muse­um of Con­tem­pora­ry Arts. Beson­ders ein­drucks­voll war für mich die Instal­la­ti­on The Sound of Silence von Alfre­do Jaar: Sie erzählt die dra­ma­ti­sche Geschich­te des Foto­jour­na­lis­ten Kevin Car­ter und sei­ner berühm­ten Pulit­zer-gekrön­ten Foto­gra­fie eines hun­gern­den suda­ne­si­schen Mäd­chens, das vor einem Gei­er kau­ert. Auch die rest­li­chen Aus­stel­lun­gen sind defi­ni­tiv empfehlenswert.

Blick auf die Chicagoer Skyline vom Navy Pier

Blick auf die Chi­ca­go­er Sky­line vom Navy Pier

Wil­lis Tower und Deep Dish Pizza

Spä­ter am Abend hetz­ten wir zum Wil­lis Tower, der die Sky­deck-Platt­form beher­bergt, um den Son­nen­un­ter­gang zu betrach­ten. Von hier aus hat man für hap­pi­ge 22$ einen gigan­ti­schen Blick über die gesam­te Stadt. Das Gan­ze wur­de mir jedoch etwas ver­miest von den Tou­ris­ten­mas­sen und Sou­ve­nirs, die einem alle paar Meter ange­bo­ten wer­den – in Zukunft wür­de ich ver­su­chen, auf weni­ger bekann­te Alter­na­ti­ven auszuweichen.

Die Aussicht vom Willis Tower

Die Aus­sicht vom Wil­lis Tower

Gleich dar­auf mach­ten wir uns auf zur nächs­ten Emp­feh­lung der Chi­ca­go­er Redak­teu­rin: Wer nach Chi­ca­go kommt, muss unbe­dingt Deep Dish Piz­za pro­bie­ren, das loka­le Gericht schlecht­hin. Als wir dann bei Lou Mitchell’s anka­men, die gro­ße Ernüch­te­rung: Ich glau­be ich stand noch nie in einem der­ma­ßen bre­chend vol­len Restaurant.

Deep Dish Pizza ist ein Muss für jeden Chicago-Reisenden!

Die berühmt-berüch­tig­te Deep Dish Pizza

45 Minu­ten War­te­zeit hieß es – die lie­ßen wir dann über uns erge­hen, und um ehr­lich zu sein, das war’s wert! Man kann Deep Dish Piz­za wahr­schein­lich gut mit einer Mischung aus Piz­za, Lasa­gne und herz­haf­tem Kuchen ver­glei­chen. Klingt nicht nur wahn­sin­nig lecker, son­dern ist es auch.

Abends fie­len wir tod­mü­de ins Bett – da Chi­ca­go sehr zen­triert ist, kann man an einem Tag unfass­bar viel von der Stadt erle­ben. Der nächs­te Tag war dem­entspre­chend etwas ent­spann­ter. Dazu dann im nächs­ten Blog­ein­trag mehr!

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