Lang­sam ein rich­ti­ger Franzose

Die Fran­zö­si­sch­ab­schluss­prü­fung ist geschafft und ich bin stolz wie Oskar. So lang­sam habe ich das Gefühl, die Spra­che ein wenig grei­fen zu kön­nen. Kei­ne Schweiß­aus­brü­che mehr, wenn mich plötz­lich jemand anspricht, kei­ne Zeit­lu­pen­ge­sprä­che mehr. Schlim­mer als “Par­don, j’ai pas com­pris.” kann es ja nicht wer­den. Das alles wirkt so beschwin­gend auf mich, dass ich sogar um ein Semes­ter ver­län­gert habe. Ich blei­be also bis Mai! 

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Als ein fast Fran­zo­se – natür­lich mit Lou­is XIV posieren

Das ers­te Semes­ter ist nun schon fast vor­bei. Kurz. Viel zu kurz wäre die Zeit gewe­sen. Ich möch­te hier noch so viel ler­nen. Viel­leicht auch mal irgend­wann die Jugend­spra­che auf Insta­gram und Face­book ver­ste­hen. Ab Janu­ar habe ich dann auch rich­tig Zeit Gram­ma­tik zu pau­ken. Im Moment sit­ze ich jeden Tag an mei­ner deut­schen Haus­ar­beit, die ich lei­der bis Ende Dezem­ber schrei­ben muss. Da kommt man sprach­lich natür­lich nicht wei­ter. Aber was muss das muss und irgend­wann ist ja mal Schluss, wie alle 90er Kin­der sofort bestä­ti­gen können.

Nicht unzu­träg­lich, bei mei­ner Ent­schei­dung zu ver­län­gern, war die wun­der­schö­ne Stadt, in der ich nun noch etwas län­ger woh­nen darf, die Men­schen die ich hier ken­nen­ge­lernt habe, von denen vie­le eben­falls län­ger als ein Semes­ter blei­ben und schlicht und ergrei­fend mein Wil­le fran­zö­sisch noch rich­tig zu erler­nen. “Ver­hand­lungs­si­cher” wäre doch nett. Nicht nur für den Lebens­lauf – son­dern vor allem für mich selbst. Als aus­ge­spro­che­nes Sprach­ge­nie wür­de ich mich nicht bezeich­nen, aber inter­es­siert! Und obwohl ich nach wie vor nur mit 4 Zeit­for­men agie­re, bemer­ke ich, wie Aus­spra­che, Voka­bu­lar und Sprach­ge­fühl wächst. Spra­che ist der Schlüs­sel zur Welt. Spra­che ist Macht. Spra­che ist so viel. Und es macht wirk­lich Spaß die Leu­te um sich (plötz­lich) zu verstehen.

Schwie­rig wird es nur, wenn man an sei­ner deut­schen Haus­ar­beit schreibt, auf fran­zö­sisch ange­spro­chen wird und gera­de noch mit der Freun­din eng­lisch gespro­chen hat. Absur­de sprach­li­che Kom­bi­na­ti­ons­sät­ze gehö­ren dadurch für mich zur abso­lu­ten Tages­ord­nung. “C’est ton pho­ne?”, “Whe­re is your vali­se?” Ver­ste­hen kann es glück­li­cher­wei­se jeder der Internationals.

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Mal wie­der ein Soja-Chai-Lat­te Besuch bei La Boî­te à café

Lang­sam wird es Win­ter in Lyon. Das bedeu­tet bis­her meis­tens ca 13–15 Grad und auch nachts kühlt es nicht deut­lich ab. Ich fra­ge mich, war­um ich mei­ne Win­ter­ja­cke über­haupt mit­ge­bracht habe – von Müt­zen, Hand­schu­hen und Schals gar nicht zu reden. Immer­hin hat sie eine Kapu­ze. Denn heu­te reg­net es wie aus Kübeln, cats and dogs. Chucks waren nicht die bes­te Idee. Da ich momen­tan sowie­so jeden Tag in der Biblio­thek ver­brin­ge, ist das Wet­ter aber nicht tra­gisch. Zumal an 80% der Tage die Son­ne scheint und ich mich zwin­gen muss über­haupt eine Jacke mit­zu­neh­men. Momen­tan sit­ze ich aber noch durch­nässt vor der Bib auf der Trep­pe und hacke auf mei­ne Tas­ta­tur ein. Die macht näm­lich erst 8.30 auf. Die­se Franzosen! 😉

Inzwi­schen kann ich mich schon an die Pla­nung für das nächs­te Semes­ter bege­ben. Die Kur­se wer­de ich dies­mal nicht so umfas­send vor­be­rei­ten. Ich erin­ne­re mich schließ­lich noch an den Kurs­wahl­hor­ror von August und Sep­tem­ber . Also lie­ber nicht zu genau Pla­nen und fest­le­gen – was klappt, klappt und was nicht, wird eben in Deutsch­land nach­ge­holt. Dafür könn­te man ein biss­chen mehr rei­sen. Kopen­ha­gen un Prag sind für Janu­ar schon gebucht. Ich bin vol­ler Vor­freu­de! Sehen wir nicht alle gern neue Städ­te? Neue Orte? Ent­de­cken wie Men­schen in ande­ren Städ­ten so leben und was die Welt alles zu bie­ten hat?

Wäh­rend ich schon gedank­lich im Flug­zeug sit­ze, wen­de ich mich nun wie­der mei­ner Haus­ar­beit zu.

XO und bon­ne journée!

P.S.: Mein Hash­tag hat gewon­nen! yihaa! Ab jetzt könnt ihr den ande­ren Blog­gern und mir unter #iblog­for­u­ni­trier oder kurz #ibfut welt­weit fol­gen! Let’s go viral!

Ein Kommentar

  1. Als wir in den Tous­saint-Feri­en in Lyon waren, war es sooo kalt! Hast du ein Glück, dass es jetzt wie­der wär­mer ist! Ganz lie­be Grü­ße aus Bordeaux

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