Gedan­ken zum Fête de Lumières

Ende die­ser Woche beginnt das ein­ma­li­ge Lich­ter­fest von Lyon. Abso­lut irre Licht­spie­le an Denk­mä­lern, Fil­me an Haus­wän­den, beleuch­te­te Figu­ren auf den Brun­nen oder in den Stra­ßen und 3–4 Mio Men­schen, die sich durch die Stra­ßen schie­ben – in nor­ma­len Jahren…

Doch es ist kein nor­ma­les Jahr. Es ist das ers­te Jahr, in dem das Fest seit den atten­tats du 13 novem­bre statt­fin­det. Es wird nur ein Bruch­teil an Besu­chern erwar­tet und wahr­schein­lich wer­den weni­ger Gebäu­de erleuch­tet und klei­ne­re Attrak­tio­nen zu sehen sein. Im letz­ten Jahr ist das Fête de Lumiè­res (Lich­ter­fest) kurz­fris­tig abge­sagt wor­den. Es ent­stan­den Schä­den in Mil­lio­nen­hö­he und es wur­de zu einem Zei­chen für die Fran­zo­sen. Ein Zei­chen der Angst.

Wäh­rend sonst Besu­cher aus aller Welt kom­men, habe ich sogar von eini­gen Lyon­nai­sen gehört, dass sie die­ses Jahr nur mit Beden­ken zum Fest gehen wer­den. Soll­te ich das Spek­ta­kel mit sei­nen Men­schen­mas­sen mei­den? Nicht hin­ge­hen aus Sor­ge, dass wie­der Anschlä­ge ver­übt wer­den könn­ten? Es ist schon ein komi­sches Gefühl, wenn ich mir vor­stel­le, dass die­se Woche so ganz anders enden könn­te, als ich es mir im Moment aus­ma­le. Soll­te ich über­haupt dar­über nachdenken?

fullsizerender-1Das Lich­ter­fest selbst exis­tiert schon seit 1643. Damals wur­de Lyon von der Pest ver­schont, nach­dem am 8. Dezem­ber vie­le Ein­woh­ner in einer Pro­zes­si­on zur Basi­li­que Not­re-Dame de Four­viè­re für die Stadt gebe­tet hat­ten. Dafür hul­dig­ten die Lyon­nai­sen der Mut­ter Maria und stell­ten Ker­zen in ihre Fens­ter. 1852 wur­de das Fest bekannt und groß, als neben die Basi­li­ka eine gro­ße Sta­tue Mari­as gesetzt wur­de. Seit­her wacht die Sta­tue Mari­as über die Stadt.

Als ich im August nach Lyon kam, war ich bereits vol­ler Vor­freu­de auf das Fest. Damals wuss­te jedoch noch nie­mand, ob es tat­säch­lich statt­fin­den wür­de. Es ist defi­ni­tiv eine Anspan­nung zu spü­ren, auch wenn es sich nie­mand recht anmer­ken las­sen möch­te. Des­halb ist es jetzt umso schö­ner zu sehen, wie die Vor­be­rei­tun­gen vor­an­schrei­ten. Lyon ist hoff­nungs­voll. Lyon möch­te sein Lich­ter­fest zurück. Ohne Angst leben. Denn in gewis­sem Sin­ne ist das Fest ja bereits ein Fest des Über­le­bens, des Sie­ges über Rück­schlä­ge, des Mutes und des Glau­bens an das Gute. Also soll­ten wir uns des Gedan­kens anneh­men und wäh­rend die Leu­te im 19. Jahrund­ert “Vive Marie!” rie­fen,  gilt für unser Jahr­hun­dert wohl “Vive l’espoir!” (Es lebe die Hoffnung!).

img_0919Salut, eure Anna

XO

Ein Kommentar

  1. Vie­len Dank für den Bei­trag – mit Vor­freu­de kann man den nächs­ten Blog­ein­trag erwarten!
    Ihnen und allen dort vie­le schö­ne und gute Impressionen!

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