Interview mit den Auslandsreferentinnen Anne Freihoff und Agnes Schindler

 „Eine sehr schöne und bereichernde Zeit“

 

„Die große Erasmus-Lüge“ hat jüngst die Wirtschaftswoche einen Artikel überschrieben. Darin wird eine Studie der Hochschul-Informationssystem AG (HIS) zitiert, wonach ein Auslandsaufenthalt im Studium nur in Ausnahmefällen bessere Jobchancen oder Berufserfolge einbringt. Sollten Studierende künftig besser zu Hause bleiben oder gibt es nach wie vor überzeugende Argumente für einen Abstecher in andere Länder? Diese und weitere Fragen haben Anne Freihoff und Agnes Schindler vom Akademischen Auslandsamt der Universität Trier im folgenden Interview beantwortet.

Agnes Schindler und Anne Freihoff

Frau Freihoff, Frau Schindler, ungeachtet der Ergebnisse der HIS-Studie: Welche guten Gründe sprechen nach wie vor für einen Studienaufenthalt im Ausland?

Auch wenn sich ein Auslandsaufenthalt beim Berufseinstieg nicht immer unmittelbar in barer Münze auszahlt – die Erfahrungen und Kompetenzen, die man durch ein Auslandstudium oder -praktikum gewinnt (z.B. Fremdsprachenkenntnisse, interkulturelle Kompetenzen, größere Selbstständigkeit und Selbstsicherheit) wirken sich im Berufsleben sicher positiv aus. In der Regel ist es auch motivierend, das eigene Fach aus einer anderen Perspektive sowie andere Lehr- und Lernmethoden kennenzulernen und andere Herangehensweisen an Fragestellungen zu entdecken – für viele ergeben sich hieraus z.B. auch Anregungen für die Abschlussarbeit oder den Schwerpunkt des weiteren Studiums. Kurzum: Die meisten erleben ihren Auslandsaufenthalt als eine sehr schöne und sowohl fachlich als auch persönlich bereichernde Zeit.

Sind interkulturelle Erfahrungen für alle Studierenden gleich wichtig oder gibt es Fächer, in denen Sie den Studierenden eindringlicher dazu raten, mal ins Ausland zu gehen?

In allen Fächern ist es sinnvoll, aus unserer Sicht ein „Muss“ für alle, die eine Fremdsprachen-Philologie studieren oder die sich später beruflich in internationalen Kontexten bewegen wollen.

Wann sollte man in die Entscheidungsfindung einsteigen?

Der günstigste Zeitpunkt für einen Auslandsaufenthalt kann je nach Studienfach, persönlicher Studienplanung, Vorhaben im Ausland und verfügbaren Programmen variieren. Am besten erkundigt man sich so früh wie möglich im Fach und im Akademischen Auslandsamt nach den bestehenden Möglichkeiten. Da einige Stipendienprogramme lange Vorlaufzeiten haben, empfehlen wir vor allem denjenigen, die ein oder zwei Semester im Ausland studieren möchten, möglichst schon 1 bis 1,5 Jahre vor dem vorgesehenen Aufenthalt mit der Planung zu beginnen. Es gibt aber auch verschiedene kurzfristig umsetzbare Möglichkeiten, das heißt Nachfragen lohnt immer!

Können Sie – beispielsweise einem Bachelor-Studierenden an der Uni Trier − eine Standard-Strategie vorschlagen, wie man bei der Planung eines Auslandsaufenthaltes vorgehen kann?

Überlegen Sie sich zunächst, wohin Sie wollen und was Sie dort tun möchten, also Studieren, ein Praktikum absolvieren oder anderes. Informieren Sie sich vorab zum Beispiel auf folgenden Seiten: www.go-out.de und www.daad.de/ausland. Das sind die Seiten des Deutschen Akademischen Austauschdiensts, die Entscheidungshilfen und viele Informationen rund ums Studium und Praktikum im Ausland bereithalten. Weitere Internetseiten sind www.ins-ausland.uni-trier.de und www.auslandspraktikum.uni-trier.de. Hier findet man Informationen zum Auslandsstudium und -praktikum für Trierer Studierende. Die Ansprechpartner im Akademischen Auslandsamt  beraten Sie gerne bei allen Fragen rund um Ihren Auslandsaufenthalt. Achten Sie außerdem auf Informationsveranstaltungen, zum Beispiel die Informationstage zum Auslandstudium und -praktikum vom 11. bis 13 Juni.

Sie haben das Internet schon angesprochen. Es gibt eine Vielzahl von Internet-Portalen, Broschüren und Flyern: Wo und wie steigt man am geschicktesten mit der Informationssuche ein? 

Wir empfehlen zum Einstieg die Informationsbroschüre  „Auslandsprogramme für Studierende und Graduierte der Universität Trier“, die im Flur des Akademischen Auslandsamts zur Mitnahme ausliegt, sowie die oben angegebenen Links.

Wie unterstützen Sie im Akademischen Auslandsamt die Studierenden der Universität als sogenannte „Outgoings“?

Wir veröffentlichen jährlich im Juni die Broschüre „Auslandsprogramme für Studierende und Graduierte der Universität Trier“, die einen Überblick über die Vielzahl der verschiedenen Austausch- und Förderprogramme für studienbezogene Auslandsaufenthalte bietet, und bieten regelmäßig länder-, programm- oder themenspezifische Informationsveranstaltungen an. Darüber hinaus stehen wir während unserer Sprechzeiten für individuelle Beratungsgespräche zu Fragen der Bewerbung, der Finanzierung oder zu organisatorischen Aspekten des Aufenthalts zur Verfügung.

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