Die „2-Wochen-ohne-shoppen“- Challenge

Hallo meine Liebsten,

zwei Wochen ohne Lebensmitteleinkäufe und Vergnügungsgüter leben.. na, wie klingt das? Im Rahmen einer meiner Kurse wollte ich das mal austesten. Ich bin jetzt bei Tag 4 von 14, soweit so gut..

Der Zwei-Wocheneinkauf

Meine Kurse dieses Semester sind echt top! Ein Kurs von mir befasst sich mit den Ureinwohnern Kanadas. Klingt schon mal super. Denn um ehrlich zu sein, bevor ich nach Kanada kam, hatte ich keinen blassen Schimmer was native people für Kanada bedeuten. Klar man kennt die Indianer als die man sich als Kind verkleidete, man kennt Pocahontas und Winnetou und ab und an schmückt man sein Zimmer mit Traumfängern oder tätowiert sich ein paar Federn. Die Bedeutung von alledem wurde mir durch diesen Kurs erstmal wirklich vor Augen geführt. Als ich am Wochenende da saß und eine Reflektion versuchte, die wöchentlich abzugeben ist, kam mir ein Gedanke: ich weiß nicht, ob es euch auch so geht, aber was kommt euch in den Sinn, wenn ihr an Kanada denkt? Ich persönlich denke an ein wohlhabendes, liberales sympathisches Land in Nordamerika, das bisher global gesehen wenig Aufsehen erregt hat. Naja ich wurde eines besseren belehrt. Denn in diesem Kurs befassen wir uns mit der Historie nativer Völker Kanadas, die unter der Kolonialisierung zu leiden hatten und es noch immer tun.

Ich bin echt wahninnig geschockt, und realisierte, dass auch ein Land wie Kanada, das ich aus der Sicht eine Europäerin idealisiert hatte, seine dunkle Vergangenheit hat. Ich bin gespannt, wie ein Flitzebogen, noch mehr darüber zu erfahren!

Aber jetzt zu der Challenge: ein Arbeitsauftrag sieht vor, dass ich entweder an einem kulturellen Event teilzunehme- oder zwei Wochen am Stück ohne einen Cent zu verbringen. Damit sollen wir nachempfinden, wie es ist in einem Reservat zu leben, wenn man nur ein paar mal im Monat mit überlebenswichtigen Sachen ausgestattet wird. Die Challenge beinhaltet neben dem Verzicht auf Lebensmitteleinkäufe ebenfalls einen Verzicht auf jegliche Arten von Möglichkeiten sein Geld auszugeben. Ich war sofort Feuer und Flamme, denn ich habe das Gefühl Toronto macht mich echt zu einer kleinen Konsumerin: da ein Sandwich, hier nen schnellen Salat zum mitnehmen, wenn man mal zu faul zum kochen ist und zwischendurch immer wieder eine Runde Starbucks oder Tim Hortons.. Ich erwische mich oft dabei, dass ich irgendwelche Sachen kaufe, die ich nicht wirklich brauche, nur weil ich gerade daran vorbeilatsche.. Auch die Gewohnheit zu wissen, nur 5 Minuten bis zum nächsten Supermarkt laufen zu müssen, wenn die Lust nach Eis und Chips zu groß ist, fällt dann wohl auch erst mal weg.. Deshalb dachte ich, das ist doch mal eine gute Gelegenheit etwas bewusster zu leben – mit dem netten Nebeneffekt kein Geld auszugeben!

Heute fiel mir auf, dass ich ohne Geld sehr schwer mein Sozialleben pflegen kann, weil hier ja alles Geld kostet und man auch nicht immer nur daheim mit seinen Freunden rumsitzen will. Daher hab ich mir die Challenge etwas maßgeschneidert.. Ich verzichte auf jegliches Essen und Kaffee in der Stadt sowie Kosmetikprodukte. Ich habe alles auf Vorrat gekauft. Doch ganz auf das Ausgehen will ich nicht verzichten. Ich denke die Quintessenz der Sache ist, bewusster zu leben und Einschränkungen zu machen und sich somit den ganzen -manchmal dermaßen unnötigen- Konsum vor Augen zu führen.
Das heißt konkret: Vorräte wurden verstaut (sehr schwierig, da ich im Kühlschrank zwei kleine Fächer habe) und Gemüse eingefroren. Ich hoffe dass die Vorräte reichen und falls nicht gibt es immer noch nette Menschen, die mich dann bekochen oder auf nen Kaffee und nen Donut einladen müssen 😀 Nicht, dass ich vom Fleisch falle, wie der Papa zu sagen pflegt…

Viele liebe Grüße in die Heimat 🙂

Kira

 

2 Kommentare

  1. Wieder mal ein Genuss deinen Bericht zu lesen, liebe Kira! Halte durch, die Challange schaffst du mit Bravour!
    Liebe Grūße

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