Gestapo-Terror in Luxemburg

Dr. Thomas Grotum, Historiker an der Universität Trier, forscht seit vielen Jahren zum Nationalsozialismus in der Region Trier. Seine Forschungsergebnisse präsentiert er regelmäßig in Ausstellungen. Diesmal geht es darum, wie die Gestapo gegen die Bevölkerung in Luxemburg vorgegangen ist. 

Bevor die Ausstellung an die Uni kam, war sie in der Stadt zu sehen. Bei der Eröffnung waren unter anderem dabei (v.l.n.r.): Tamara Breitbach (AG Frieden), Rudolf Fries (Leiter VHS Trier), Thomas Grotum (Universität Trier), Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Klaus Jensen (Luxemburger Honorarkonsul und OB a.D.). Foto: Lena Haase.

Die Ausstellung zeigt den Aufbau und das Wirken des Unterdrückungs- und Bespitzelungsapparats der Nationalsozialisten in Luxemburg. Sie beleuchtet die Verbrechen der Gestapo-Beamten und ihrer Helfer ebenso wie das Schicksal der Opfergruppen. Die Ausstellung wurde von Oktober 2015 bis Mai 2016 mit großem Zuspruch zunächst im Musée national de la Résistance in Esch-sur-Alzette gezeigt und wird jetzt in Trier präsentiert.

Ausgangspunkt der Recherchen zu diesem Thema waren die familiengeschichtlichen Nachforschungen der Sozialpädagogin Katrin Raabe (Eppelheim) über ihren Großonkel Friedrich Schmidt. Der gelernte Schlosser aus Göttingen, Jahrgang 1902, kam nach einer zwölfjährigen Dienstzeit bei der Schutzpolizei im Jahr 1936 zur Gestapo nach Trier. Nach der Besetzung Luxemburgs im Mai 1940 wechselte er zur neu geschaffenen Dienststelle der Geheimpolizei im Großherzogtum. Er war sowohl in Luxemburg-Stadt (Villa Pauly) als auch in der Außenstelle in Esch-sur-Alzette tätig. Ferner gehörte er zum Vernehmungskommando im SS-Sonderlager/KZ Hinzert. Seine Hauptaufgabe bestand in der Bekämpfung des luxemburgischen Widerstands.

Zwischen den Staatspolizeistellen in Trier und in Luxemburg gab es zahlreiche Verbindungen. Der Leiter der Trierer Dienststelle stand zugleich an der Spitze des Einsatzkommandos Luxemburg, das sich aus Gestapo, Kripo und Sicherheitsdienst der SS (SD) zusammensetzte. Zudem wurden viele Beschäftigte aus Trier in das Großherzogtum abgeordnet, um den Personalbedarf in der Anfangsphase zu decken. Schließlich setzte sich das erwähnte Vernehmungskommando in Hinzert aus Beamten beider Gestapo-Dienststellen zusammen.

Die Nachforschungen von Karin Raabe führten schließlich zur Bildung einer deutsch-luxemburgischen Forschergruppe. An der Umsetzung der Ausstellung waren neben dem Musée national del la Résistance (Esch) das Centre de Documentation et de Recherche sur la Résistance (Luxemburg), der Verein NS-Familien-Geschichte: hinterfragen – erforschen – aufklären e.V. sowie das Forschungsprojekt zur Geschichte der Gestapo Trier an der Universität Trier beteiligt.

Ab dem 15. Februar 2017 ist die Ausstellung für zwei Monate in der Universitätsbibliothek Trier zu sehen. Um 18:15 Uhr erfolgt die Eröffnung in der Bibliothekszentrale mit einer Einführung in die Thematik durch Dr. Thomas Grotum. Ein Katalog zur Ausstellung (dt./frz.) kann für € 15 vor Ort erworben werden.

Die Ausstellung ist Bestandteil der Veranstaltungsreihe rund um den Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar), die von der VHS, der AG Frieden, der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) sowie der Evangelischen Studentinnen- und Studentengemeinde (ESG) organisiert wird.

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