Brook­lyn

Eines steht für mich fest: Soll­te ich noch­mals nach New York rei­sen, wird mehr Zeit für Brook­lyn ein­ge­plant. Zwi­schen unzäh­li­gen klei­nen Restau­rants, ver­rück­ten Second­hand­lä­den und sogar Strän­den lernt man hier die char­man­te Sei­te New Yorks ken­nen. Den­noch hat auch Brook­lyn sei­ne Wol­ken­krat­zer und Groß­stadt­fee­ling. Der Stadt­teil liegt süd­lich von Man­hat­tan und ist nicht nur güns­ti­ger – wes­we­gen wir dort gewohnt haben – son­dern auch deut­lich grö­ßer. Dem­entspre­chend haben wir zwar nicht ein­mal ansatz­wei­se alles erkun­det (Die acht Tage gin­gen vor­bei wie im Flug!), über das Brook­lyn, das wir ken­nen­ler­nen durf­ten, berich­te ich jedoch in die­sem Blogbeitrag.

Der sagen­um­wo­be­ne Rain­bow Bagel

Vie­le ken­nen es aus diver­sen Fern­seh­se­ri­en: Sein Ruf eilt dem hip­pen Vier­tel Wil­liams­burg vor­aus. Eini­ge der zahl­rei­chen New Yor­ker Essen­s­trends haben hier ihren Anfang genom­men. Wir haben uns dafür ent­schlos­sen, den längst in Ver­ges­sen­heit gera­te­nen Rain­bow Bagel zu pro­bie­ren. Im Laden selbst erin­nern eini­ge trau­ri­ge lami­nier­te Fotos an den ehe­ma­li­gen Ruhm – trotz­dem schmeckt der Bagel und ist zudem aus­ge­spro­chen foto­gen. Auch Mar­ken­zei­chen Wil­liams­burgs: Die vie­len Hips­ter, die selt­sa­me Kopf­be­de­ckun­gen tra­gen und auf ihren Long­boards wahr­schein­lich zur nächs­ten Braue­rei auf­bre­chen. Denn auch das kann man in Brook­lyn bemer­kens­wert gut: Bier trinken.

Green­point, das pol­ni­sche Vier­tel Brooklyns

Ein per­sön­li­ches High­light war für mich das pol­ni­sche Vier­tel Brook­lyns, Green­point. Hier gibt es typisch pol­ni­sche Geschäf­te und Restau­rants und auf der engen Haupt­stra­ße tum­meln sich eini­ge pol­ni­sche Damen mit Filz­hü­ten, die ihre Ein­käu­fe durch die Men­schen­men­gen manö­vrie­ren. Auf den Fas­sa­den wer­ben Geschäf­te mit Ange­stell­ten, die Pol­nisch spre­chen oder prä­sen­tie­ren ihre Ware gleich auf Pol­nisch. In New York gibt es eini­ge sol­cher Vier­tel, in denen man sich gleich fühlt, wie in einem ande­ren Land. Sie sind defi­ni­tiv mehr als einen Spa­zier­gang wert und geben einen guten Ein­druck vom Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus des Big Apples.

Und noch etwas kann man in Brook­lyn beson­ders gut: second­hand shop­pen gehen. Ich hät­te stun­den­lang in der gigan­ti­schen Aus­wahl an ver­rück­ten bun­ten Klei­dungs­stü­cken stö­bern kön­nen. Dabei ist das alles auch noch unglaub­lich güns­tig. So hat­te ich zum Bei­spiel gegen eine Sei­den­blu­se für fünf Dol­lar nichts ein­zu­wen­den. Falls jemand wis­sen will, wohin: No Rela­ti­on Vin­ta­ge ist rie­sig und allein hier kann man schon Stun­den zwi­schen alten Trai­nings­an­zü­gen und jahr­zehn­te­al­ten Schul­ter­pols­ter­blu­sen ver­brin­gen, aller­dings gibt es noch unzäh­li­ge wei­te­re emp­feh­lens­wer­te Läden.

Die wun­der­schö­ne Sze­ne­rie von Coney Island

Vor allem wer dem Groß­stadt­tru­bel Man­hat­tans ent­flie­hen will, sei zu einem Aus­flug nach Coney Island gera­ten. Dabei han­delt es sich um einen Jahr­markt am Strand, an dem man im Som­mer Ach­ter­bahn fah­ren und Hot Dogs essen kann. Die gan­ze Sze­ne­rie wirkt fast schon unecht und wie aus einem alten Kino­film ent­ris­sen – ein wun­der­schö­nes Foto­mo­tiv. Allein schon der beson­de­ren Atmo­sphä­re wegen ist es einen Besuch wert.

Am Sil­ves­ter­abend selbst ent­schlos­sen wir uns dazu, die­sen nicht beim soge­nann­ten Ball Drop am Times Squa­re, son­dern am Grand Army Pla­za in Brook­lyn zu ver­brin­gen. Bei dem Ball Drop han­delt es sich um ein medi­en­wirk­sa­mes Event, für das sich unglaub­li­che Men­schen­mas­sen am ohne­hin stres­si­gen Epi­zen­trum der Leucht­re­kla­me ver­sam­meln, um zu sehen wie tat­säch­lich um Punkt zwölf ein Ball her­ab­ge­las­sen wird. Als wir erfuh­ren, dass man dafür aller­spä­tes­tens um 15 Uhr an Ort und Stel­le sein muss (also über neun Stun­den war­ten – war­um man das machen soll­te, erschließt sich mir immer noch nicht ganz), sahen wir uns nach Alter­na­ti­ven um. Am Grand Army Pla­za ging es dann zum Glück ent­spann­ter zu: Um kurz vor zwölf konn­te man sich noch einen guten Platz suchen, einem Kon­zert lau­schen und dann die beein­dru­cken­de Feu­er­werks­show betrach­ten. Auch von Vor­teil: Vie­le gute Bars sind ganz in der Nähe angesiedelt.

Wir haben uns fast schon geär­gert, so viel Zeit in dem um Neu­jahr extrem tou­ris­ti­schen Man­hat­tan ver­bracht zu haben. Man kann in Brook­lyn mit Sicher­heit weit­aus spek­ta­ku­lä­re­re Din­ge unter­neh­men, als wir es haben – den­noch haben schon die weni­gen Momen­te, die wir dort ver­bracht haben, gereicht, um von sei­ner Viel­falt über­zeugt zu werden.

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