Hok­kai­do: Schnee- und Schlaraffenland!

Da die Klau­su­ren­pha­se, wie immer, hart und anstren­gend war, haben, ich und ein paar mei­ner Freun­de, uns Urlaub gegönnt. Und zwar in der Stadt Sap­po­ro auf Hok­kai­do, der nörd­lichs­ten der japa­ni­schen Hauptinseln!

6 Tage auf Hokkaido

Nach den Klau­su­ren Ende Janu­ar und Anfang Febru­ar konn­te ich mit mei­nen Freun­den den seit Novem­ber geplan­ten Hok­kai­do Urlaub end­lich antre­ten! Zwi­schen all den Ver­ab­schie­dungs- und Geburts­tags­par­tys von Bekann­ten nah­men wir uns die Zeit, um mit dem ers­ten Inlands­flug mei­nes Lebens, hoch in den Nor­den zu flie­gen. Die Insel Hok­kai­do ist die nörd­lichs­te der gro­ßen japa­ni­schen Inseln und der Flug dort­hin dau­ert nur knapp andert­halb bis zwei Stun­den (je nach Wet­ter­la­ge, dort oben schneit es näm­lich recht viel, wie noch deut­lich wer­den wird).

Am Frei­tag, den 10. Febru­ar, kamen wir erst­mal alle an, bezo­gen das für sechs Leu­te viel zu klei­ne AirB­nB (anein­an­der gereih­te Matrat­zen ver­mit­tel­ten hier das Gefühl von Pyja­ma Par­ty) und ver­sorg­ten uns mit Essen aus dem gegen­über­lie­gen­den Kon­bi­ni (24h Supermarkt|Kiosk).

Am Sams­tag, den 11. Febru­ar, ging das Erleb­nis Hok­kai­do dann erst rich­tig los. Ganz so kalt wie erwar­tet war es nicht, nur zwi­schen 3 und minus 3 Grad (was von den Ein­hei­mi­schen als warm bezeich­net wird). Aber geschneit hat es den gan­zen Urlaub lang immer mal wie­der, mal mehr und mal weni­ger. In der gan­zen Stadt türm­te sich an den Stra­ßen der Schnee meter­hoch auf und so man­cher Geh­weg bestand kom­plett aus Schnee, Eis und Roll­splitt. Zunächst besuch­ten wir das wohl welt­be­rühm­te Yuki-Mats­u­ri, bei dem man mit­ten in der Stadt rie­si­ge Eis- und Schnee­skulp­tu­ren bestau­nen kann.

Schnee­skulp­tur Star Wars

Die The­men vari­ier­ten zwi­schen Pop­kul­tur, Poli­tik und expe­ri­men­tel­len Figu­ren. Eine hieß Wie­der­ge­burt und sah ein­fach nur ziem­lich ver­kno­tet aus. Das Fest zog vie­le Men­schen an, nicht auch zuletzt wegen der rie­si­gen Aus­wahl an Essen und Geträn­ken die dort ange­bo­ten wur­den. Das Fest war zwar schön, aber ich möch­te hier jeden beru­hi­gen der nicht hin­fah­ren konn­te, um es anzu­se­hen: Der Hype ist nicht gerecht­fer­tigt. Es ist zwar alles nett anzu­se­hen und die Skulp­tu­ren sind teil­wei­se sehr detail­liert, aber ich sehe das nicht als ein MUSS an, so wie es vie­le Japa­ner manch­mal darstellen.

Danach sahen wir uns ein altes Regie­rungs­ge­bäu­de an und fuh­ren auf den Bahn­hofsturm hoch, um uns Sap­po­ro (die “Haupt­stadt” Hok­kai­dos) von oben anzu­se­hen. Rings­her­um fin­den sich Ski­ge­bie­te und Schan­zen in den Ber­gen, und die Stadt brei­tet sich auf der fla­chen Flä­che neben den Ber­gen weit aus.

Sap­po­ro

Sonn­tag, der 12. Febru­ar, war der Tag an dem wir in die Küs­ten­stadt Otaru gefah­ren sind. Nach der Zug­fahrt ent­lang der hef­tig bran­den­den Küs­te, die auch eine Stun­de dau­er­te, betra­ten wir Otaru. Die Stadt ist bekannt für ihre Spiel­uh­ren und auch für die auf Hok­kai­do typi­schen Glas­wa­ren. Sie konn­te man dort kau­fen. Als wir ein Café betra­ten, um uns kurz dort auf­zu­wär­men, sah ich, dass sie im angren­zen­den Raum auch selbst­ge­mach­te Glas­wa­ren ver­kauf­ten. Ich leg­te mir eine klei­ne Ket­te mit blau­em Stein zu, wäh­rend sich die ande­ren mit Ohr­rin­gen eindeckten.

Otaru

Auf unse­rem Weg durch die Stadt ent­deck­ten wir eine “geschmück­te”, ver­las­se­ne Sied­lung. Ich wun­der­te mich wirk­lich über die­se Art von Kunst, aber anschei­nend war die­se Instal­la­ti­on, wie auch der Rest der Stadt, am Abend über und über mit Ker­zen beleuch­tet. Für Pär­chen sicher wirk­lich roman­tisch und für eine Rei­se­grup­pe zumin­dest schön anzu­se­hen. Win­ter­li­che Illu­mi­na­tio­nen in Japan sind eben doch immer wie­der etwas Besonderes.

Am Mon­tag den 13. Febru­ar, fuh­ren wir in einen Onsen, in den nahen Ber­gen Sap­po­ros. Wer mei­nen Bei­trag über Onsen gele­sen hat, weiß, wie das abläuft (wenn nicht – hopp hopp!). Die­ser Onsen war aber eher ein Spa als ein klei­nes Bade­haus. Nach dem Baden in den hei­ßen Quel­len, umge­ben von Schnee und den zwit­schern­den Vögeln, gab es ein inter­na­tio­na­les Buf­fet im angren­zen­den Hotel mit anschlie­ßen­dem Har­fen-Kon­zert in der Lob­by. Das Buf­fet war vor­züg­lich und ich konn­te end­lich mal wie­der mit Käse über­ba­cke­ne Sachen essen (da ich kei­nen Ofen habe war das mein Highlight)。Später noch Waf­feln und Kuchen und ich fühl­te mich kugelrund.

Baden, Essen und Kon­zert – das pass­te ein­fach per­fekt. Warm, gesät­tigt und zufrie­den, tra­ten wir mit dem Shut­tle­bus die Rück­fahrt an.

Diens­tag, der 14. Febru­ar, Valen­tins­tag also, ver­brach­ten wir zuerst in einer Scho­ko­la­den­fa­brik und danach noch mit dem Besuch des Hok­kai­do Jin­gu, dem “wich­tigs­ten” Schrein auf der Insel.

Shiroi Koi­bi­to

Die Scho­ko­la­den­fa­brik nennt sich “Shiroi Koi­bi­to”, was soviel wie “Weis­se Lie­ben­de” heißt, und deren Kek­se anschei­nend eine sehr belieb­te Süßig­kei­ten-Spe­zia­li­tät auf Hok­kai­do sind. Man konn­te die Pro­duk­ti­on der Kek­se anse­hen und eine klei­ne Geschich­te der Fir­ma und der Scho­ko­la­de waren in einem Muse­um untergebracht.

Zufäl­li­ger­wei­se traf ich auch eine ande­re Aus­tausch­stu­den­tin aus Trier, die an einem der ange­bo­te­nen Work­shops zur Keks­her­stel­lung teil­nahm. Das war wirk­lich ein Zufall!

Danach, auf dem Weg zum Hok­kai­do Schrein, begann es zu schnei­en und wur­de im Ver­lauf unse­res Besu­ches auch nicht weni­ger. Am Schrein ange­kom­men bete­ten die ande­ren, wäh­rend ich mir ein Omiku­ji aus einem Kas­ten fisch­te (Ora­kel­zet­tel­chen mit Weis­sa­gung für kom­men­de Aki­ti­vi­tä­ten). Da es mir Glück vor­her­sag­te, wenn ich im Win­ter ver­rei­sen wür­de (was ich ja genau in dem Moment tat), ent­schied ich mich es zu behal­ten. Wer kann denn ein biss­chen Glück nicht gebrauchen?

Hok­kai­do Schrein

Am Mitt­woch ging es dann lei­der schon wie­der zurück nach Kobe. Ich kann Sap­po­ro wirk­lich nur jedem ans Herz legen. Ich den­ke Som­mer oder Win­ter spielt dabei kaum eine Rol­le. Der Natio­nal­park dort soll ziem­lich gut sein, habe ich gehört, und wenn das Bud­get passt wäre ein wei­te­rer Besuch im Som­mer sehr schön.

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