Una Piz­za al pol­lo per favore!

Ich bin ver­liebt! Es ist grün, rot und weiß. Es schmeckt. Es ist warm. Es ist wun­der­schön. Es klingt melo­disch.  Es ist everybody´s Dar­ling. Es liegt im Süden und hat die Form eines Stie­fels. Könnt ihr es schon raten? Es ist:

N A P O L I 

 Ita­li­en, (prä­zi­ser) Neapel! 

Abge­se­hen von:

Ciao Bel­la

Come stai?

Bene/ Gra­zie

Quan­to costa?

waren  mei­ne Ita­lie­nisch-Kennt­nis­se gar nicht, bis nur kaum, vor­han­den. Jedoch sah ich mich immer sehr mit der ita­lie­ni­schen Kul­tur ver­bun­den. Wer mich kennt, weiß, dass ich in mei­nem nächs­ten Leben immer Ita­lie­ne­rin sein woll­te. Als Kind war es noch Jamai­ka­ne­rin, wegen Bob Mar­ley und jamai­ka­ni­scher Musik.

Jetzt will ich Ita­lie­ne­rin werden.

Pas­ta, Pas­ta und mehr Pasta

Zudem wohnt die Schwes­ter von mei­nem Papa mit ihrem Gat­ten und ihren drei Kin­dern in Ita­li­en, Raven­na. Dadurch konn­ten mei­ne Geschwis­ter und ich vie­le Som­mer­fe­ri­en dort ver­brin­gen. Die fri­sche Mee­res­luft tat mir immer gut, sodass es stets einen trä­nen­rei­chen Abschied gab.

Eras­mus bie­tet uns die Chan­ce, Men­schen aus den ver­schie­dens­ten Län­dern ken­nen­zu­ler­nen. Ihnen unse­re Kul­tur nahe­zu­brin­gen, aber sich auch ein Stück ihrer Kul­tur anzu­eig­nen. Und das ist es, was die­se Erfah­rung so ein­zig­ar­tig für uns macht.

Ich erin­ne­re mich ger­ne an mei­ne ers­te Uni-Woche zurück. Bei der Ein­füh­rungs­ver­an­stal­tung für die ange­hen­den Juris­ten, begeg­ne­te ich im Anschluss zwei Ita­lie­nern aus Nea­pel. Fia­met­ta und Gio­van­ni. Wir moch­ten uns auf Anhieb, aber da gab es ein Pro­blem: unse­re Sprachbarriere!

Ich geste­he mein Fran­zö­sisch war anfangs nicht so geil! Fia­met­ta und Gio­van­ni spra­chen im Gegen­satz zu mir wirk­lich sehr flie­ßend Fran­zö­sisch. Sie hat­ten jah­re­lang eine fran­zö­si­sche Schu­le besucht. Aber ihr süd­il­ta­lie­ni­scher Akzent mach­te es mir fast unmög­lich sie zu ver­ste­hen. Irgend­wie (Wir wis­sen bis heu­te nicht wie. Viel­leicht war es unser Wil­le!) schaff­ten wir es unse­re Num­mern aus­zu­tau­schen und uns gegen­sei­tig auf Face­book in der Freun­des­lis­te hinzuzufügen.

Wie die Wochen ver­stri­chen, wur­de es mit unse­rer Kom­mu­ni­ka­ti­on leich­ter und einfacher.

Es ver­stand sich wie von selbst, dass ich irgend­wann einen rie­si­gen Freun­des­kreis aus Ita­lie­nern hat­te, wobei ich die ein­zi­ge Nicht-Ita­lie­ne­rin/­Deut­sche war, was mir nichts aus­mach­te. Ich lern­te Fran­zö­sisch nicht nur mit ihnen, son­dern als­bald die gan­zen Grand-Mots (Schimpf­wör­ter) auf Ita­lie­nisch ken­nen. All­ge­mein ver­bes­ser­ten sich mei­ne Ita­lie­nisch-Kennt­nis­se, sodass ich mitt­ler­wei­le (zur Begeis­te­rung mei­ner Freun­de) vie­les ver­ste­he und sogar etwas erwi­dern kann.

Rei­se­ziel: Neapel

Semes­ter­en­de! Das hieß aber auch für uns Abschied neh­men, da die aller­meis­ten von ihnen nur ein hal­bes Jahr blie­ben, was sehr trau­rig war. Komi­scher­wei­se den­ken die wenigs­ten von uns am Anfang des Eras­mus-Pro­gramms dar­an, dass die­se erfah­rungs­rei­che Rei­se auch ein Ende hat!

Das Gan­ze hat­te aber auch sei­ne guten Sei­ten! Ich bekam zahl­rei­che Ein­la­dun­gen in die ver­schie­dens­ten Städ­te Ita­li­ens: Nea­pel, Rom, Mai­land, Turin …you name it! Mitt­ler­wei­le weiß ich, dass die jewei­li­gen Akzen­te in Ita­li­en so ver­schie­den sind, wie die Men­ta­li­tä­ten und Tra­di­tio­nen in den jewei­li­gen Städ­ten und Pro­vin­zen selbst. Es war ein emo­tio­na­ler Abschied, der uns allen schwer fiel!

Ers­tes Rei­se­ziel, da war ich mir abso­lut sicher: Neapel!

Mit Chia­ra (Rei­se-Part­ne­rin) und Fiametta 

Ich reis­te zwei Wochen spä­ter gemein­sam mit einer Freun­din, eben­falls aus Nea­pel und mit Fia­met­ta und Gio­van­ni befreun­det, Chia­ra, die gera­de ihr Eras­mus in Lyon been­det hat­te, nach Nea­pel. Der Flug mit Easy­Jet dau­er­te eine Stun­de und kos­te­te ledig­lich 54 Euro.

Dort ange­kom­men traf es mich wie ein Schlag: die Hit­ze. Es war selbst für Nea­pel unge­wöhn­lich heiß für die­se Jah­re­zeit. Immer­hin hat­ten wir gera­de erst Anfang Februar.

Gio­van­ni hol­te mich mit sei­nem Moto­ri­no (Rol­ler) ab und fuhr mich zu Fia­met­ta. Sel­ten hat­te ich so viel Angst in mei­nem Leben. Ver­kehrs­re­geln gibt es in Ita­li­en nicht. Aber Nea­pel ist dafür bekannt, sagen wir mal, vie­les nicht so genau zu neh­men. Der Gegen­ver­kehr ach­tet nicht auf die Spur, die uns von­ein­an­der trennt und die Moto­ri­no-Fah­rer machen sowie­so was sie woll­ten, Gio­van­ni mit eingeschlossen.

Bei Fia­met­ta ange­kom­men hat­te ich eine fan­tas­ti­sche Sicht auf das Meer. Sie wohnt an einer Pro­me­na­de, die zum Meer führt.

Kurz nach­dem die Über­ra­schung auf­ge­löst war (Fia­met­ta wuss­te nichts von dem Besuch), gin­gen wir in ein Restau­rant. Ris­tor­an­te Stel­la, wo ich nach Anga­ben der bei­den, mei­ne ers­te wah­re Piz­za hat­te und da muss ich ihnen Recht geben. Selbst in Raven­na habe ich nie eine Piz­za geges­sen, da ich kein son­der­lich gro­ßer Fan davon bin. Wenn ich die Aus­wahl zwi­schen Piz­za oder Pas­ta hat­te, fiel die Wahl meis­tens auf Pasta.

Mei­ne ers­te (wah­re) Piz­za. Fül­lung: Ricot­ta, Speck, Tomaten 

An der Pro­me­na­de am Ris­tor­an­te Stel­la fla­nier­ten ganz vie­le Leu­te ent­lang. Auf dem Weg zum Restau­rant begeg­ne­ten wir zahl­rei­chen Freun­den von Gio­van­ni und Fia­met­ta, die mich mehr als herz­lich begrüß­ten und kei­ne Scheu davor hat­ten, mich direkt beim Namen zu rufen. Sie kann­ten mich bereits von den gan­zen Bil­dern, Snap­chats und Insta­gram-Posts. Das mach­te den Umgang völ­lig unbe­fan­gen und mir kam es so vor, als kann­te ich sie alle schon seit Jahren.

Abends waren wir im Zen­trum (Baret­ti, Vico­let­to Bel­le­don­ne) etwas trin­ken. Nea­pel ist bekannt für sei­ne engen Gäss­chen und dafür abends gut besucht zu sein. Mir kam es so vor, als wür­de die­se Stadt nie­mals schla­fen. Es war Sams­tag, sodass der Tag für die meis­ten gera­de erst rich­tig los­ging. Zudem war es für mich erfri­schend ein­mal wie­der einen Cock­tail und Essen unter 10€ zu bekom­men, was in Lyon unmög­lich ist.

Am Sonn­tag waren Besich­ti­gun­gen ange­sagt! Nach dem Früh­stück ging es auf dem Moto­ri­no auch schon los. Wir fuh­ren hoch zum Mare­chi­a­ro, wo wir in einem sehr belieb­ten Restau­rant (Ris­tor­an­te Ciciot­to) Pas­ta mit Mee­res­früch­ten bestell­ten. Man sag­te mir, dass man hier unter ande­rem die bes­ten Mee­res­früch­te essen kann.

Etwas spä­ter am Abend gin­gen wir in das Restau­rant Muu Muuz­za­rel­la Lounge. Von die­sem Restau­rant, deren Kon­zept dar­aus besteht, alles auf Basis von Moz­za­rel­la her­zu­stel­len, war ich wirk­lich sehr ange­tan. Es war ein ein­zig­ar­ti­ges Erleb­nis und Muu Muuz­za­rel­la Lounge ist abso­lut empfehlenswert!

Vor­spei­se: Haus­ge­mach­te Kar­tof­fel­chips mit einem Muuzzarella-Dip 

Haupt­gang: Lachs und irgend­was mit Muuzzarella 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach­spei­se: Muuz­za­rel­la Cheesecake 

Fia­met­ta hat­te am nächs­ten Tag Geburts­tag. Für Abends hat­ten sie über fünf­zig Leu­te zu sich ein­ge­la­den. Mor­gens gin­gen wir spa­zie­ren und fuh­ren anschlie­ßend mit…rich­tig gera­ten… dem Moto­ri­no hoch zu einem Café namens Mira­na­po­li, um dort einen Café zu trin­ken und die tol­le Aus­sicht zu genie­ßen. Im Anschluss gin­gen wir zu einem Park (Vir­gi­lia­no). Von hier aus hat­ten wir einen wun­der­schö­nen Aus­blick auf das Meer und eine Insel, auf der sich ein Jugend-Gefäng­nis befindet.

Insel auf der sich das Jugend-Gefäng­nis befindet 

Danach und dies war mein High­light, ging es zur Bucht von Gio­la, neben der Insel Iso­la la Gio­la. Auf die­ser Insel thront eine lang­sam in sich ver­fal­len­de Vil­la. Einer Erzäh­lung zufol­ge las­tet ein Fluch auf die­ser Insel, da jedem der sie erwarb etwas schlim­mes wider­fuhr. Zuletzt wur­de die Insel im Jah­re 2009 mit einem Mord in Ver­bin­dung gebracht.

Hin­ter­grund: Iso­la de Giola 

Zum Schluss ging es zum Cen­tro Sto­ri­co, wo ich end­lich die berühm­te Piz­za Frit­ta (frit­tier­te Piz­za) zu essen bekam. Ich wur­de nicht ent­täuscht, denn es schmeck­te himmlisch!

Cen­tro Storico

Beschäf­tigt mit mei­ner Piz­za Fritta 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich erleb­te in Nea­pel noch vie­les mehr und habe mehr als sehr gut geges­sen und mich bes­tens amü­sie­ren kön­nen. Ich kann es kaum erwar­ten dort­hin zurück­zu­keh­ren. Für mich ist Nea­pel eine abso­lu­te Empfehlung!

 

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