Voyage voyage – ab in den Süden!

Eine Woche Winterferien an der Sciences Po Bordeaux! Mit drei Mädels im Gepäck – einer Britin und zwei Finninnen – bin ich vom 20. bis zum 26. Februar in den Süden gefahren. Hier ein paar Höhepunkte und Fotos unseres Roadtrips.

Tag 1 – Béziers

Unsere Reise begann ein wenig hektisch – für mich jedenfalls. Ich hatte den Wecker am Montagmorgen um 6 Uhr nämlich einfach ausgemacht und weiter geschlafen. Um sieben Uhr war ich mit einer meiner Reisebegleiterinnen vor dem Wohnheim verabredet, um zusammen zur Bushaltestelle zu gehen. Als ich nicht aufgetaucht bin, hat sie bei mir geklingelt. Ich habe mich dann innerhalb von 5 Minuten fertig gemacht und meine Tasche gepackt (!!!) und bin nach unten geflitzt. Unseren Bus hatten wir Dank mir verpasst, aber mit dem nächsten kamen wir auch noch rechtzeitig an der Fernbushaltestelle an. Nach sechs Stunden Fahrt erreichten wir dann unser erstes Ziel. Béziers ist ein überschaubares Städtchen in Okzitanien mit einer sehr schönen Altstadt. Sie liegt am Fluss Orb und dem Canal du Midi. Bekannt ist die südfranzösische Stadt mit ihren rund 75.000 Einwohnern vor allem für ihren Bürgermeister Robert Ménard, der mit den Stimmen der rechtsextremen Partei Front National gewählt wurde und im Oktober 2016 fremdenfeindliche Plakate in der Stadt aufhängen ließ (mehr dazu kann man zum Beispiel hier lesen).

Blick auf den historischen Stadtkern und die ehemalige Kathedrale Sainte-Nazaire.

Tag 2 – Valras Plage

Nach einem circa zweistündigen Spaziergang am ersten Tag hatten wir dann Béziers auch schon komplett gesehen. Man muss auch sagen, dass die Stadt relativ arm und unbelebt wirkt. Viele Geschäfte sind komplett geschlossen, auf der Straße waren trotz des guten Wetters nicht viele Leute unterwegs und wir haben so gut wie keine einladenden Restaurants oder Cafés gesehen. Irgendwie gruselig war, dass eine Einwohnerin, die gemerkt hat, dass wir Touristen sind, aufgeregt auf uns zu kam und uns diesen Rat gab: „Verlasst dieses Kaff, hier gibt es nichts zutun. Fahrt nach Montpellier oder Marseille, hauptsache WEG!“. Am zweiten Tag haben wir uns ein großes Picknick eingepackt und haben einen Bus an den nächsten Strand genommen. Die 40-minütige Fahrt dorthin hat einfach nur 50 Cent gekostet! Abends ging es dann mit einem Fernbus weiter nach Montpellier.

Wie ruhig das Mittelmeer im Gegensatz zum Atlantik an den Stränden in der Nähe von Bordeaux ist.

Tage 2,3 und 4 – Montpellier

Schöne Städte gibt es reichlich viele – aber kennt ihr das, wenn euch ein besonders warmes, heimeliges Gefühl in manchen Städten umschleicht? So ging es mir in Montpellier. Die Stadt hat etwa 270.000 Einwohner und liegt an der Mittelmeerküste, ebenfalls in Okzitanien. Rund 60.000 junge Leute sind an einer der Hochschulen eingeschrieben – Montpellier ist also eine richtige Studentenstadt. Wenn man durch die schmalen Straßen und Gassen schlendert oder bei einem Kaffee die Leute beobachtet, merkt man, dass die Stadt sehr jung und hip ist. Ich hatte bisher das Gefühl, dass alles, was unter den Vegan/Bio/Glutenfrei-Trend fällt, noch nicht so besonders in Frankreich praktiziert wird. Montpellier ist zwar nicht Berlin, aber schon irgendwie alternativ. Wir sind Dienstagabend in Montpellier angekommen und haben dort zwei schöne Tage verbracht.

Die Fassade ist aufgemalt. Wer hat es direkt erkannt?

Palmen in einer Stadt im Süden geben gleich nochmal 100 Extrapunkte für das Urlaubsgefühl.

Ziemlich leckeres Abendessen und hausgemachter weißer Sangria in einem mexikanischen Restaurant.

Das ist doch nett, oder? Die drei Mädels sind meine Reisebegleiterinnen, der Kerl auf dem Fahrrad ein freundlicher Photobomber 😀

Frühstück im Coffee Club – witzigerweise das gleiche Café, von dem auch Anna in ihrem Post über Montpellier berichtet hat (ich hab es direkt am „No Hipsters“-Schild erkannt!). Richtig guter Kaffee und leckeres Essen. Schön war, dass sich im Café alle mit allen unterhalten haben. Neben uns saß eine deutsche ERASMUS-Studentin, die beiden Kellner kamen aus Luxemburg und Frankreich und haben Englisch miteinander gesprochen.

Promenade du Peyrou – ringsherum ist ein Stadtpark.

Tage 4, 5 und 6 – Aix-en-Provence

Am Donnerstagabend sind wir mit Gregor von Blablacar nach Aix-en-Provence gefahren. Wie auch unsere Busse hatte er über eine halbe Stunde Verspätung. Wenn man mich fragen würde, was das Leben in Frankreich ausmacht, dann würde ich „Geduld“ antworten. Alles braucht hier seine Zeit – Vorlesungen beginnen grundsätzlich 10 Minuten später, an allen Kassen steht man Schlange, weil die Mitarbeiter gerne plaudern und Franzosen schlendern, um ans Ziel zu kommen. Ist aber gar nicht schlimm, denn wir hatten ja reichlich Zeit und außerdem kann man sich davon wirklich eine Scheibe abschneiden. Wenn man selbst mal zu spät kommt, fällt das meistens gar nicht auf, weil man nie der Letzte ist und weil das Verständnis für Unpünktlichkeit sehr groß ist.

Zurück zum Thema: Aix-en-Provence ist eine super schöne Stadt in der Provence (wie der Name schon sagt). In der „Stadt der tausend Brunnen“ leben etwa 141.000 Einwohner, davon 40.000 Studenten. Es gibt wirklich unglaublich viele Brunnen in der Stadt, aber dass es 1000 sind, bezweifle ich. Ganz sicher weiß ich es aber nicht, denn gezählt hab ich sie nicht!

Wir haben uns die Ausstellung über Marilyn Monroe angeschaut, die man zurzeit im prunkvollen Hôtel de Caumont – Centre d’Art besuchen kann. Für diejenigen, die es interessiert: wir haben uns auch gefragt, ob es eine Verbindung zwischen Monroe und Aix gibt, aber keine gefunden.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag sind wir dann wieder zurück nach Bordeaux gefahren. Als wir an der Bushaltestelle, die etwa 20 Minuten zu Fuß vom Zentrum entfernt liegt, gewartet haben, kam ein Security-Mann zu uns. Er sagte, dass er uns zwei Tage zuvor auf der Überwachungskamera im Supermarkt Monoprix gesehen hat. „Du hast ein Kinder Bueno gekauft“, sagte er zu einer von uns. Was auch stimmte – gruselig oder lustig? 😀

Der Fontaine de la Rotonde auf einem Kreisel vor der Innenstadt.

Tea-Time! Ich finde ja, der beste Weg, um eine Stadt kennenzulernen, ist, durch die Straßen zu spazieren und dann in süßen Cafés Rast machen.

Der Place d’Albertas in Aix-en-Provence.

Ein kleines Gärtchen am Hôtel de Caumont.

Bis bald!

Frederike

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