Kunst­aus­stel­lung: Ein biss­chen Frühling

Da die Kirsch­blü­ten noch ein wenig auf sich war­ten las­sen, war ich letz­te Woche in einer Kunst­aus­stel­lung, die auf ihrer Web­site “Tokios ers­te Kirsch­blü­ten­fest 2017” bewirb. Es ist ein Pro­jekt, das ver­schie­de­ne krea­ti­ve Ele­men­te, wie Film, Licht, Musik, Düf­te, Tanz und Mode in inter­ak­ti­ven Instal­la­tio­nen mit­ein­an­der vereint.

Der Aus­stel­lungs­raum befin­det sich in einem Kauf­haus im Stadt­teil Nihon­ba­shi, indem gera­de ein­mal die Knos­pen der Pflau­men­bäu­me sprie­ßen. Kirsch­blü­ten fin­det man bis­her tat­säch­lich eher sel­ten. (Aller­dings gibt es bereits die all­jähr­li­chen Son­der­pro­duk­te zur Kirsch­blü­ten­zeit zu kau­fen!) Das ver­gisst man aller­dings recht bald, wenn man die Aus­stel­lung betritt.

Am Ein­gang befin­det sich ein gro­ßes, auf­ge­schla­ge­nes Buch zwi­schen gro­ßen Früh­lings­blu­men. “Big Books, Big Flowers” erläu­tert das Kon­zept der Aus­stel­lung, wäh­rend die Buch­sta­ben digi­tal von den Sei­ten des Buchs geweht wer­den. Es dau­ert eine Wei­le, alle Ein­drü­cke zu sam­meln. Auf­fäl­lig ist jedoch ein stark aro­ma­ti­scher Geruch in der Luft, der je nach Instal­la­ti­on wechselt.

In einem Bogen hin­ter dem Buch steht eine lan­ge Video­wand, die anschei­nend auf die Schat­ten der Besu­cher reagiert und als eine Art Ora­kel funk­tio­nie­ren soll. Da die Aus­stel­lung an dem Tag, an dem ich dort war, gut besucht war, lässt sich nicht genau sagen, ob und wie die Instal­la­ti­on funk­tio­niert. Aber eini­ge ande­re Berei­che reagier­ten eben­falls auf die Besu­cher, bei­spiels­wei­se eine Pus­te­blu­me aus Stahl­dräh­ten, die, sofern man sie durch Pus­ten bewegt, einen Teil des Raums durch ihr “Erblü­hen” erhellt, oder Äste, die durch Schat­ten und Bewe­gun­gen, Blü­ten aus Licht tragen.

Es dau­ert tat­säch­lich eine Wei­le, bis man alles auf sich wir­ken las­sen kann. Eini­ge der Vide­os und Licht­ver­läu­fe wie­der­ho­len sich erst nach einer Wei­le. Und so hab ich sehr viel Zeit in dem Raum ver­bracht, der im End­ef­fekt von oben aus betrach­tet, gar nicht so groß war.

Das Herz­stück ist ein rie­si­ger Baum aus Papier­kirsch­blü­ten, der an die Tra­di­ti­on, im Früh­ling unter den Kirsch­bäu­men zu pick­ni­cken erin­nert. (Für ein spe­zi­el­les Event gab es vor Ort sogar Cock­tails, aller­dings emp­fiehlt es sich nicht, sich ein­fach auf den Boden zu set­zen.) Als Auf­takt für die Kirsch­blü­ten­sai­son lohnt sich der Besuch der Kunst­au­stel­lung jeden­falls, zumal es drau­ßen immer noch recht kühl ist und der Früh­ling ein wenig auf sich war­ten lässt.

Gera­de nut­ze ich mei­ne Semes­ter­fe­ri­en eher für klei­ne Unter­neh­mun­gen. Ich war­te auf Besuch aus Deutsch­land. Also hat sich die­ser Tages­aus­flug inner­halb Tokios für mich sehr gelohnt. Die Aus­stel­lung ist ein wenig kit­schig, aber durch­aus schön und pro­fes­sio­nell gemacht. Ich hof­fe, die Bil­der geben einen klei­nen Einblick.

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