50 Meter unter die Erde – Dem Lari­mar auf der Spur

Man sagt, dass der Name für den Edel­stein Lari­mar aus Lari, dem Vor­na­men und mar, dem spa­ni­schen Wort für Meer, ent­stan­den ist. Der Natio­nal­stein der Domi­ni­ka­ni­schen Repu­blik kann in jedem Sou­ve­nir­la­den in ver­schie­dens­ten For­men gefun­den wer­den, dabei ist den meis­ten Tou­ris­ten nicht bewusst, in wel­che Gefah­ren sich die Minen­ar­bei­ter dafür bege­ben. Wir haben beschlos­sen uns die Minen ein­mal genau­er anzuschauen!

Tour nach Barahona

Um mehr über die Minen her­aus zu fin­den, mie­te­ten wir uns einen Pick-up truck und beschlos­sen eine Tages­tour in den Süden nach Bara­ho­na zu machen. Bei der Auto­ver­mie­tung wur­de uns von einem älte­ren domi­ni­ka­ni­schen Herr Mut zuge­spro­chen: „Besorgt euch auf jeden Fall eine Num­mer eines Mili­tärs, denn der Weg hoch zur Mine ist sehr, sehr ein­sam.“ Und dann natür­lich, da wir, vier Frau­en, allei­ne unter­wegs waren, sag­te er: „Ten­gan cui­d­a­do, hay muchos tigue­res“. Was so viel bedeu­tet wie, passt auf euch auf. Wir ver­such­ten all das mehr oder weni­ger zu igno­rie­ren und mach­ten uns auf den Weg.

Vor­bei an der Geburts­stät­te Tru­jil­los, San Chris­to­bal, meh­re­ren klei­nen Dör­fern, kam ich als Fah­re­rin dann in Bani auf den Genuss des domi­ni­ka­ni­schen Ver­kehrs. Davor war die Fahrt auf der Schnell­stra­ße kein Pro­blem, aber dann bei einer Umlei­tung durch die Orts­mit­te, da der Prä­si­dent auf dem Haupt­platz gera­de eine Rede hielt, wer­de ich bei dem Gedan­ken an die vie­len Moto­con­chos, die quer umher fuh­ren, immer noch ner­vös. Da aber hier, in der Kari­bik, meis­tens der grö­ße­re Wagen Vor­fahrt hat, fühlt man sich in einem wei­ßen Pick-up doch ganz wohl. Drei bis vier Stun­den spä­ter konn­te uns Goog­le Maps auch nicht mehr wei­ter hel­fen und wir frag­ten uns am Stra­ßen­rand durch, bis wir die Ein­fahrt hoch zur Mine fanden.

Wir hat­ten uns ein biss­chen infor­miert und uns dazu ent­schie­den, genau wegen die­sem Abschnitt ein Pick-up Gelän­de­wa­gen zu mie­ten und ich bereu­te die­se Ent­schei­dung kei­ne Sekun­de. Gefühlt eine Stun­de spä­ter, waren wir nach acht bis zehn Kilo­me­tern oben angekommen.

In der Mine

Dort wur­den wir dann auch sofort von den  Minen­in­ves­to­ren abge­fan­gen und in den Ein­gang geführt, der von der EU mit­fi­nan­ziert wor­den ist. Die­ser ermög­licht den Arbei­tern einen siche­re­ren Zugang in den Berg, da die Wän­de mit Beton aus­ge­klei­det sind. Als wir in die Gru­be rein­krie­chen, bis zu dem Punkt wo die Arbei­ter 50 Meter in die Tie­fe klet­tern, bleibt uns trotz­dem die Luft weg. Wir fra­gen nach, ob sie heu­te schon was gefun­den haben und die Arbei­ter lachen nur und sagen, dass sie schon seit ein paar Mona­ten nichts mehr fin­den. Der Inves­tor, dem die Gru­be gehört, bezahlt die Minen­ar­bei­ter nur, wenn sie was fin­den, so dass es schon mal dazu kom­men kann, dass meh­re­re Wochen nie­mand etwas ver­dient. Laut dem Kor­re­spon­den­ten und Buch­au­tor Phil­ipp Lich­ter­beck sind genau die­se Minen­in­ves­to­ren, die, die am meis­ten ver­die­nen, da sie den Lari­mar wei­ter­ver­kau­fen. In den Minen arbei­ten Domi­ni­ka­ner und Hai­tia­ner Hand in Hand, wobei meis­tens Domi­ni­ka­ner in den Gru­ben arbei­ten, und Hai­tia­ner außer­halb, so dass die Domi­ni­ka­ner eine grö­ße­re Ver­ant­wor­tung zuge­tra­gen bekom­men, und somit auch einen höhe­ren Lohn erhalten.

 

Hält man Lari­mar in der Hand, so ist man sofort fas­zi­niert und begeis­tert, was die Natur an Wun­dern erschaf­fen hat.“ (zitiert nach Phil­ipp Lich­ter­becks “Ver­lo­re­nem Para­dies”, dar­in die Wer­bung eines Edel­stein­la­dens)

El Que­mai­to

Auf dem Rück­weg nah­men wir eine der Köchin­nen mit, die auch indi­rekt vom Lari­mar- Fund lebt. Sie wird nur bezahlt, wenn der Edel­stein an die Erd­ober­flä­che trans­por­tiert wird. Beim Ver­las­sen der Mine begann es zu reg­nen und wir hoff­ten, dass wir es noch im Tro­cke­nen bis zur Haupt­stra­ße schaf­fen. Da der Regen aber schnell wie­der auf­hör­te, mach­ten wir eine kur­ze Pau­se am Strand „el Que­mai­to“ und kamen dann müde abends in San­to Dom­in­go an.

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