Im Deadlinefieber

Die letzten, meine ersten, Wochen waren der reine Wahnsinn im positiven Sinne. Die Deadline für eine wichtige Konferenz rückte immer näher und das Labor hatte eine Menge Artikel zu veröffentlichen.

Famose Forschung im liebreizenden Labor

Das Human Computer Interaction Labor – kurz: HCI Lab – (inkl des Netzwerks drumherum) ist ein toller Arbeitsplatz und bei so manchem Forschungsbereich vorne mit dabei, beispielsweise in der Erforschung des Spielererlebens.  Es scheint zu jedem erdenklichen Themenbereich einen Experten zu geben. Der Segen interdisziplinärer Arbeit. Egal ob man sich gerade rein mit Informatik und IT bezogenen Problemstellungen auseinandersetzt, statistische Modelle zusammenbaut oder an einer Abhandlung über die menschliche Motivation arbeitet, es gibt stets jemand, der einen Tipp geben kann.

Fun Fact am Rande: es gibt drei Psychologen im Labor, alle haben in Trier studiert und kommen aus Deutschland. Da sagt nochmal jemand das Trierer Psychologieprogramm wäre zu nichts nütze oder gar schlecht.

Mal ganz abgesehen von der fachlichen Schiene: menschlich gesehen fühle ich mich auch ziemlich wohl hier. Nicht nur wird hier, wie man so schön sagt, hart gerarbeitet, es wird auch hart gefeiert. Sich nach der Arbeit ab und an im Pub zu treffen oder ins Kino zu gehen kann ja auch nicht schaden. Außerdem herrscht einfach eine nette, freundliche und kooperative Stimmung.

Im Rausch

CHI Play 2017 Logo

CHI Play 2017 Logo

Die letzten zwei Wochen wurde frenetisch an Artikeln geschrieben und gearbeitet. Die Deadline war am 14.04, an Karfreitag also. Jeder hat mit seinen Beiträgen wohl sein eigenes Kreuz zu tragen. Trotzdem haben alle Zeit gefunden die Arbeit des jeweils anderen zu kommentieren und den Artikel auf Herz und Nieren zu prüfen. Das HCI Lab wird vermutlich knapp ein Dutzend Artikel mit den unterschiedlichsten Inhalten einreichen: Von Vertrauen und Empathie in Videospielen über Orientierung in virtuellen Umgebungen und der Nutzung von Orientierungspunkten bis hinzu der Erforschung von Spielererleben in narrativen Spielen oder in unterschiedlichen Altersgruppen.

CHI PLAY is an international and interdisciplinary conference (by ACM SIGCHI) for researchers and professionals across all areas of play, games and human-computer interaction (HCI). We call this area “player-computer interaction.” (CHI PLAY 2017, Website)

Wenn es mir möglich sein wird und mich nicht gerade ein Vermögen kostet, dann werde ich auch an der Konferenz teilnehmen. Das wäre bestimmt unheimlich spannend zu erleben, auch weil ich Co-Autor bei einem der Artikel bin. An dieser Stelle kann ich den Punkt des Spielererlebens nochmals aufgreifen: Wir haben einige Datensätze verschiedener Studien zusammengeführt und untersucht, wie sich das Alter auf die Erfahrung und Erlebnisse der Spieler auswirkt, sowie die Verbindung des Alters zur Motivation. Wenn ihr mal daran denkt welche Videospielwerbung ihr zuletzt gesehen habt, dann hatte diese Werbung vermutlich entweder an Kinder, Senioren oder „den Rest“/“Junge Erwachsene“ gerichtet. Und hier liegt der Hund begraben: Die Personengruppe von Anfang 20 bis Ende 50 wird von der Spieleindustrie mehr oder minder als homogene Masse betrachtet. Etwas seltsam, denn vermutlich niemand von uns würde auf die Idee kommen, dass die Reaktionen auf Ereignisse oder das Spieleverhalten oder die Präferenz von einer/s 20-Jährigen vergleichbar ist mit dessen/deren Eltern. Die genauen Ergebnisse möchte/ kann ich hier leider nicht veröffentlichen, zumindest nicht bevor der Artikel erschienen ist.

 

Donuts für alle

Mindestens genauso wichtig wie das Wissen und die Fähigkeiten die alle im Labor mitbringen, ist eine gute Stimmung, vor allem wenn es gerade stressig wird.

Deshalb einfach mal Donuts fürs Lab kaufen und Kaffee mitbringen. Dann geht’s allen besser. Am Ende des Tages blieben 3 Stück übrig, deren musste ich mich dann annehmen – tragisch.