Finanzierung gesichert: Mit Promos-Stipendium ins Ausland

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Wer Erfahrungen in der Welt sammeln will, kann dafür  an eine Universität gehen. Aber auch bei Forschungsprojekten oder Praktika im Ausland kann man eine Menge für seinen späteren Beruf und fürs Leben lernen. Und Geld gibt es dafür auch: Stipendiaten des PROMOS-Programms berichten über ihre Erfahrungen und Erlebnisse.

Geld für eine Abschlussarbeit im Ausland? Gibt’s nur bei PROMOS!

Egal ob Studienaufenthalt, Forschungsprojekt oder Praktika – das PROMOS-Programm,das das Akademische Auslandsamt mit Mitteln des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes (DAAD) ausschreibt, bietet verschiedene Möglichkeiten zur Förderung für einen Aufenthalt außerhalb Europas. Auch Promovenden können für die Teilnahme an Fachkursen gefördert werden. Wer für eine Abschlussarbeit ins Ausland gehen will, bekommt von der Universität Trier nur hier eine finanzielle Unterstützung.

Da die Stipendien uniintern ausgeschrieben werden und man nicht mit Studierenden oder Promovenden anderer Hochschulen konkurrieren muss, sind die Förderaussichten sehr gut. Und auch für kürzere Aufenthalte ab 30 Tagen bzw. 60 Tagen bei Praktika ist eine Förderung möglich. Für eine Bewerbung muss man, wie bei anderen Stipendien, auch ein Gutachten, Sprachkenntnisse und Studienleistungen nachweisen. Auswahlkriterien sind außerdem die Sinnhaftigkeit des Aufenthalts für´s Studium, eine erkennbar gute Vorbereitung und außeruniversitäres Engagement.

Über die Annahme als Stipendiat entscheidet der PROMOS-Beirat, in dem alle Fachbereiche der Universität Trier vertreten sind. Ein Auswahlgespräch findet nicht statt. Die Höhe der Förderung variiert je nach Art des Aufenthaltes und Zielland und umfasst eine Reisekostenpauschaule (z.B. nach Japan 875;- €, in den Westen der USA 1300,-€ oder in die Dominikanische Republik sogar 2000;-€) und ggf. auch eine monatliche Teilstipendienrate bzw. eine Kursgebührenpauschale bei Fachkursteilnahme.

Wer im nächsten Förderzeitraum, von Mai bis Dezember 2017, Geld haben möchte, muss sich bis zum 10. Mai 2017 bewerben. Für eine Förderung von Januar bis Juni 2018 läuft die Antragsfrist – bei entsprechender Weiterbewilligung der Gelder durch den DAAD – am 10. November 2017 ab.

Ausführliche Informationen zu den Förderbedingungen und zur Bewerbung:
Akademisches Auslandsamt
Janina Kröner
Tel.: 0651/201-4676
E-Mail: promos@uni-trier.de
www.promos.uni-trier.de

 

PROMOS-Stipendiatinnen und Stipendiaten stellen sich vor:

Mert Demir, Informatik/Japanologie
Reisekostenzuschuss und monatliches Teilstipendium für einen Studienaufenthalt in Osaka, Japan

„Meinen Studienplatz an der Osaka Gakuin Universität erhielt ich über ein Austauschprogramm der Universität Trier. Die PROMOS-Förderung hat mich immens in meinem Studium dort unterstützt und es mir ermöglicht die japanischen Nebenkosten ohne Nebenjob zu stemmen. So konnte ich mich auf das Studium konzentrieren und insbesondere meine Sprachkenntnisse verbessern, so dass ich nun viel flüssiger spreche und mich komplexer ausdrücken kann. Um zu beobachten, wie Informatik in Japan unterrichtet wird, hörte ich als Gast eine Vorlesung zum Thema Mobilfunktechnik und mobile Anwendungen.

Außerhalb der Universität nahm ich an sportlichen Veranstaltungen teil und bereiste das Land. Ich erlebte unwegsame Berglandschaften, Vulkane und spärlich besiedelte Täler, weitflächige Ebenen und raue Küsten sowie tropisches Klima und vor Leben strotzende Korallenriffs. So viel bemüht diese Formulierung auch sein mag: Ich sammelte unzählige unbezahlbare Eindrücke.

Als größten Erfolg zähle ich persönlich, dass ich nicht nur Kontakt zu japanischen Informatikern herstellen, sondern mich erfolgreich für ein dreimonatiges Praktikum in der IT von Daimler Trucks Asia/Mitsubishi Fuso bewerben konnte. Dort arbeitete ich in einem hochinternationalen Umfeld, allein das Kernteam bestand aus Menschen sieben verschiedener Nationalitäten.

Ich konnte also nicht nur mein Japanisch im geschäftlichen Umfeld erproben, sondern mein damals geplantes Thema für die Bachelorarbeit – Internationale Zusammenarbeit in der Softwareentwicklung – an eigener Haut erleben. Ganz nebenbei sammelte ich so Kontakte für eine in Befragung, die in meine Abschlussarbeit einfließen soll.“

Johannes Hörst, Umweltbiowissenschaften
Reisekostenzuschuss für ein Praktikum (Teilnahme an einem Forschungsprojekt) auf den Seychellen

„Im Rahmen eines Projekts von Dr. Axel Hochkirch (Biogeographie) zur Erfassung von Orthoptera (Grashüpfer, Heuschrecken etc.) verbrachte ich im Sommer 2016 gemeinsam mit einer Kommilitonin neun Wochen auf den Seychellen im Indischen Ozean. Dort erstellten wir Verbreitungskarten und machten Fotos von so vielen Arten wie möglich. Am Anfang musste ich mich erst einmal an das schwüle Tropenklima gewöhnen. Man wird allerdings sofort mit Postkartenlandschaften entlohnt: Die Natur ist atemberaubend, speziell wenn man ein Schnorchelset dabei hat. Schöne Strände gibt es in Hülle und Fülle. Um die etwas einsameren zu finden, muss man zwar erst mal suchen, aber es gibt sie. Sprachlich hatten wir kaum Probleme: Ich bin in den ganzen neun Wochen niemandem begegnet, der kein Englisch sprach. Man muss sich allerdings oft etwas Mühe geben, den Akzent zu verstehen. Mit Französisch dürfte man auch gut zurechtkommen.

Eine winzige Unannehmlichkeit gab es dann doch: Das Bier ist in etwa zehnmal teurer als daheim…“

Susanne Thelen, Master Politik & Kommunikation
Reisekostenzuschuss für ein Praktikum bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Washington, D.C.

„Die Konrad-Adenauer-Stiftung in Nordamerika versteht sich als Netzwerk- und Kontaktstelle zwischen deutscher und amerikanischer Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Sie organisiert Delegiertenbesuche und veranstaltet Events mit hochkarätigen Gästen…..

Ein weiterer großer Baustein, den die Arbeit der Stiftung ausmacht, ist die Bereitstellung von Informationen über politische Entwicklungen in den USA. Hier lag der Fokus während meines Praktikums ganz klar auf der Präsidentschaftswahl, den Kandidaten und ihren Kampagnen. Die Stiftung hat einen eigenen Blog dazu ins Leben gerufen, über den in regelmäßigen Abständen die deutschen „Follower“ informiert wurden. Auch ich konnte durch entsprechende Postings einen Beitrag dazu leisten.

Ich habe etwa fünf Minuten vom Büro der Stiftung entfernt im International Student House gelebt. Dadurch habe ich nicht nur unterschiedliche Menschen und Persönlichkeiten aus vielen Ländern kennengelernt, sondern auch deren Kulturen. So war es nicht unüblich, dass Debatten zu politischen Themen durchgeführt oder Vorträge über die politische Situation in verschiedenen Ländern, beispielsweise die politischen Aufstände in Brasilien, gehalten wurden.

Ein ganz besonderes Highlight war das Global Leadership Award Dinner. Im Beisein des deutschen Botschafters als Schirmherr der Veranstaltung durfte ich den „Global Leadership Award“ an zwei Kongressmänner überreichen. In einer knapp zehn-minütigen Rede durfte ich mich und meine Motivation sowie die Leistungen der Abgeordneten und den Preis vorstellen.“

Robin Schlump, Umweltbiowissenschaften
Reisekostenzuschuss zur Datenerhebung für eine Abschlussarbeit in Neuseeland

„Im Wintersemester 2016/2017 wurden in meinem Fach erstmals Abschlussarbeiten in Neuseeland angeboten. Dort gibt es einige teils stark bedrohte Heuschreckenarten, über deren Verbreitung und Bestand teils wenig bekannt ist. Für meine Untersuchungszeit von Oktober bis Dezember in Twizel im Zentrum der Südinsel kam ich im Sommerhaus von zwei Neuseeländern unter. Das Fahrrad für den Weg zur Arbeit bekam ich vor Ort kostenlos von einem meiner Mitbewohner gestellt. Vorsicht ist dennoch im Straßenverkehr geboten, denn auf Neuseelands Straßen herrscht Linksverkehr. …

Meine Betreuerin an der Canterbury Universität ermöglichte mir Zutritt zu Gebieten, die für Einheimische und Touristen normalerweise gesperrt sind. Als angehender Umweltbiowissenschaftler und begeisterter Naturfreund war es für mich eine gute Gelegenheit, die teils seltene Flora und Fauna Neuseelands erkunden zu können, da ich bislang nur das europäische Ausland bereist habe. Auch die Stadt Christchurch empfand ich trotz größerer Schäden durch das jüngste Erdbeben als sehr sehenswert.

Mein persönliches Highlight war jedoch das jährliche Auswildern der Black stilts oder auch Kaki Vögel. Dabei handelt es sich um eine Wasservogelart, die nahezu ausgestorben ist. Ich bekam einen Einblick in die Arbeit der Station, welche für viele Auswärtige nicht unbedingt zu zugänglich ist.

Einen Teil meiner Forschungsergebnisse kann ich in einer neuseeländischen Zeitschrift für Wissenschaft und Natur publizieren, was sich mit Sicherheit sehr positiv auf meine berufliche Zukunft auswirken wird.

Ich bin sehr dankbar, dass ich PROMOS-Stipendium erhalten habe, um so zumindest die Kosten der Flüge größtenteils abdecken zu können und nicht die kompletten Kosten selbst tragen zu müssen.“

Ebenfalls mit einem PROMOS-Stipendium gefördert werden zwei unserer zahlreichen Blogger, die in den CAMPUSnews über ihre Erlebnisse im Ausland schreiben:

Nadine Zimmermann, Japanologie/Politikwissenschaft, absolviert einen Studienaufenthalt in Japan

Maximilian Friehs, Psychologie, absolviert ein Forschungspraktikum in Kanada

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