Triers Diplo­ma­ten

Seit 15 Jah­ren fin­den sich Stu­den­ten der unter­schied­lichs­ten Stu­di­en­fä­cher zu Tri­MUN-Dele­ga­tio­nen zusam­men und arbei­ten hart, um am Ende des Win­ter­se­mes­ters die Uni­ver­si­tät Trier in der Abschluss­si­mu­la­ti­on dort zu reprä­sen­tie­ren, wo die Ver­ein­ten Natio­nen ihren Haupt­sitz haben: New York.

Die Dele­ga­ti­on von Tri­MUN mit ihren Aus­zeich­nun­gen im Head­quar­ter der United Nati­ons

Der Name Tri­MUN steht für Trier Model United Nati­ons. Seit dem Jahr 2002 ent­schei­den sich Stu­den­ten von der Uni­ver­si­tät Trier, der FH Trier und von der Uni­ver­si­tät Luxem­burg dafür bei Tri­MUN mit­zu­ma­chen. Die Teil­neh­mer simu­lie­ren die Ver­ein­ten Natio­nen und prä­sen­tie­ren sich dabei wie Diplo­ma­ten auf der inter­na­tio­na­len Büh­ne.

In die­sem Jahr bestand die Grup­pe aus 16 Stu­die­ren­den. Ein Semes­ter lang haben sie sich auf die Abschluss­si­mu­la­ti­on vor­be­rei­tet und ein Semi­nar besucht, das vier ehe­ma­li­ge Teil­neh­mer zwei­mal in der Woche ver­an­stal­tet haben. Wie hält man eine Rede? Wie ver­hält man sich als Diplo­mat? Wie sieht ein Sit­zungs­ab­lauf inner­halb der Ver­ein­ten Natio­nen aus? Wie ist die Orga­ni­sa­ti­on auf­ge­baut? Wie ver­hal­ten sie die Län­der in den Ver­ein­ten Natio­nen und zu wel­chen The­men spre­chen sie bzw. spre­chen sie nicht?

Das sind nur eini­ge Fra­gen, die in dem Vor­be­rei­tungs­se­mi­nar beant­wor­tet wer­den. Zusätz­lich zu dem Semi­nar fin­den Vor­be­rei­tungs­si­mu­la­tio­nen, u.a. in Erfurt und Ber­lin bzw. Wei­mar, statt. Sie sind das „Warm-up“ für die letz­te Simu­la­ti­on NMUN (Natio­nal Model United Nati­ons) in New York.

Hier simu­lie­ren Stu­den­ten aus den unter­schied­lichs­ten Län­dern der Welt, sei es Chi­na, Japan, Mexi­ko, USA, Deutsch­land, Frank­reich oder Kana­da, die Arbeit der Ver­ein­ten Natio­nen in den Komi­tees. Bei allen Simu­la­tio­nen ver­tre­ten die Dele­ga­tio­nen, die Inter­es­sen eines ihnen zuvor zuge­teil­ten Staa­tes. Wich­tig ist, dass die Teil­neh­mer sich in die objek­ti­ven Gege­ben­hei­ten, die Inter­es­sen und die Befind­lich­kei­ten des von ihnen ver­tre­ten­den Lan­des hin­ein­den­ken und –füh­len müs­sen. Man soll sich so ver­hal­ten, wie sich das Land in der Rea­li­tät ver­hal­ten und nicht, wie man sel­ber han­deln wür­de.

Vor­be­rei­tun­gen: Zu Besuch bei der Bot­schaft von Nica­ra­gua in Ber­lin

Die­ses Jahr fand die soge­nann­te Con­fe­rence A von NMUN vom 19. bis zum 23. März statt. Dane­ben gibt es auch noch die Con­fe­rence B, die Anfang April ver­an­stal­tet wur­de. Die Teil­neh­mer sind im Shera­ton und dem Hil­ton Hotel am Time Squa­re unter­ge­bracht wor­den, wo auch die Simu­la­ti­on statt­fand. Die 16 Dele­gier­ten aus Trier ver­tra­ten das Land Nica­ra­gua, auf­ge­teilt in den Komi­tees UN-Gene­ral­ver­samm­lung, UNESCO, UNEA, IAEA, UNHCR, HLPF und im UN-Sicher­heits­rat, in dem zusätz­lich Uru­gu­ay von Tri­MUN reprä­sen­tiert wor­den ist.

Wäh­rend der Simu­la­ti­on stell­te sich die Trie­rer Dele­ga­ti­on mit Reden und Ver­hand­lun­gen der Auf­ga­be die ande­ren Dele­ga­tio­nen auf Nica­ra­gua auf­merk­sam zu machen und in einem zwei­ten Schritt die The­men­schwer­punk­te Nica­ra­gu­as in gemein­sam aus­ge­ar­bei­te­ten Reso­lu­tio­nen durch­zu­set­zen.
Genau die­ser Teil der Arbeit ist der schwie­rigs­te: Wie gelingt es den jewei­li­gen „Diplo­ma­ten“ ihre Län­der­stand­punk­te mit­ein­zu­brin­gen. Vor allem klei­ne Län­der wie Nica­ra­gua kön­nen bei ihren For­de­run­gen schnell von grö­ße­ren Län­dern, Län­dern mit mehr Res­sour­cen, inter­na­tio­na­len Macht und Anse­hen umgan­gen wer­den. Um jede For­mu­lie­rung inner­halb der Reso­lu­tio­nen muss gerun­gen wer­den.

In den Ver­hand­lun­gen

Bei­spiels­wei­se möch­te man als Nica­ra­gua mehr finan­zi­el­le Hil­fe, aber ohne dabei sei­ne staat­li­che Sou­ve­rä­ni­tät zu gefähr­den, wäh­rend ande­re Staa­ten finan­zi­el­le Unter­stüt­zung an Bedin­gun­gen knüp­fen. Durch die Unter­stüt­zung meist latein- und süd­ame­ri­ka­ni­scher Staa­ten, gelang es den Tri­MUN-Dele­gier­ten jedoch die For­de­run­gen von Nica­ra­gua erfolg­reich in eine Reso­lu­ti­on zu imple­men­tie­ren, wel­che durch die Gene­ral­ver­samm­lung ver­ab­schie­det wur­de.

Am vor­letz­ten Tag der Simu­la­ti­on ver­gab das Prä­si­di­um die ers­ten Prei­se an die Dele­ga­tio­nen, ent­we­der für ihr Auf­tre­ten wäh­rend der Simu­la­ti­on oder aber für die vor­her ein­ge­reich­ten Posi­ti­ons­pa­pie­re, wel­che die Stand­punk­te der Län­der zu den vor­her aus­ge­ge­be­nen The­men deut­lich mach­ten. Die Uni­ver­si­tät Trier erhielt sechs Aus­zeich­nun­gen in sechs ver­schie­de­nen Komi­tees.

Mit den Aus­zeich­nun­gen war offi­zi­ell der ers­te Teil der Simu­la­ti­on vor­bei. An dem Abend fin­det die tra­di­tio­nel­le Par­ty, der „Dele­ga­tes Dance“, in einer New Yor­ker Groß­raum­dis­co statt. Bei guter Musik und locke­rer Atmo­sphä­re wur­den noch die Ereig­nis­se der letz­ten Tage bespro­chen und trotz ame­ri­ka­ni­schen Bie­ren und Prei­sen natür­lich rich­tig gefei­ert!

Der Don­ners­tag ist der Tag, der sog. „Clo­sing Cere­mo­ny“. Die­ser Abschluss hält noch ein wei­te­res gro­ßes High­light bereit: Die „Clo­sing Cere­mo­ny“ fand im Saal der UN-Gene­ral­ver­samm­lung im UN-Head­quar­ter statt!

Zuerst tra­fen sich die Teil­neh­mer aus den drei ver­schie­de­nen UN-Gene­ral­ver­samm­lun­gen und stimm­ten in gro­ßer Run­de über die Reso­lu­tio­nen ab, die in den Tagen zuvor in den ein­zel­nen Gene­ral­ver­samm­lun­gen erar­bei­tet wor­den sind. Anschlie­ßend tra­fen die ande­ren Teil­neh­mer in der Gene­ral­ver­samm­lung ein.
Die Stu­den­ten beka­men Zeit, um Fotos zu machen und die Atmo­sphä­re des rie­si­gen Saa­les, in dem Welt­po­li­tik geschrie­ben wird, auf sich wir­ken zu las­sen. Schließ­lich begann der letz­te Teil der Kon­fe­renz. Es gab Dank­sa­gun­gen von ehe­ma­li­gen Teil­neh­mern von NMUN, die nun teil­wei­se auch für die UN arbei­ten. Danach fass­ten die Prä­si­den­ten der jewei­li­gen Komi­tees, die Arbeit der letz­ten Tage zusam­men. Wäh­rend die­ser Zere­mo­nie bekam die Dele­ga­ti­on aus Trier die Aus­zeich­nung „Dis­tin­guis­hed Dele­ga­ti­on“ für die Arbeit, wel­che die Dele­ga­ti­on als Gan­zes geleis­tet hat­te.

Am Ende der Zere­mo­nie ström­ten vie­le Dele­ga­tio­nen in den UN-Shop, um sich Erin­ne­rungs­stü­cke zu sichern. Aber ein Erin­ne­rungs­stück haben alle Dele­ga­tio­nen und wer­den es auf ewig behal­ten: Die Erin­ne­rung an den Spaß, die har­te Arbeit, das Erleb­nis in der UN-Gene­ral­ver­samm­lung zu spre­chen, die Stadt New York zu erle­ben und schließ­lich die vie­len Men­schen aus den unter­schied­lichs­ten Län­dern ken­nen­ge­lernt und als Freun­de gewon­nen zu haben!

Die Tri­MUN 2017 Dele­ga­ti­on freut sich wie­der hier in Trier zu sein und dar­auf der nächs­ten Dele­ga­ti­on auf ihrem Weg nach New York, zur UN und zu einem unver­gess­li­chen Erleb­nis zu hel­fen! (Willst du auch mal bei Tri­MUN dabei sein?)

von Sebas­ti­an Beck

 

Die Dele­gier­ten von Tri­MUN 2017

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