Sasay­a­ma – Klein aber oho!

Sasay­a­ma ist ein klei­ner, trotz sei­nen 50.000 Ein­woh­nern, recht ver­schla­fe­ner Ort nörd­lich von Kobe. Er ist bekannt für sei­ne schwar­zen Soja­boh­nen, Adzu­ki­boh­nen (ver­wen­det man vor allem für Süßig­kei­ten), Wild­schwei­ne und vie­les mehr. Wenn man jedoch bereit ist, eine zwei­stün­di­ge Zug- und Bus­rei­se auf sich zu neh­men, fin­det man an die­sem Fleck­chen Erde ein Paradies.

 

Burg Sasay­a­ma

Nach den Klau­su­ren dach­ten ich und eine Freun­din, dass es eine gute Idee sei, ein­fach mal raus­zu­kom­men. Wir setz­ten uns also letz­ten Frei­tag spon­tan in den Zug und fuh­ren in den Ort Sasay­a­ma, 1,5 bis 2 Stun­den von Kobe ent­fernt. Die Hit­ze erreich­te an die­sem Tag mal wie­der Höchst­stän­de, aber mit Son­nen­creme, Schirm und einer Men­ge Was­ser bewaff­net, lie­ßen wir uns nicht abhal­ten. Die Stadt erstreckt sich in einem 10 Kilo­me­ter lan­gen Tal, wes­halb man kon­se­quent das Gefühl hat, dass man sich eher in einem klei­nen Dorf befin­det als in einer Stadt mitt­le­rer Grö­ße. Hoch­häu­ser und Mini-Märk­te an jeder Ecke, sucht man hier ver­geb­lich. Dafür fin­det man, wenn man sich dar­auf ein­lässt, eine Oase der Ruhe und des lecke­ren Essens (aber gene­rell gesagt, wer Essen liebt, soll­te nach Japan kom­men). Auf­grund der Tat­sa­che von der Uni­ver­si­tät den Hyo­go Cul­tu­re Pass bekom­men zu haben, kön­nen wir vie­le der kul­tu­rel­len Ein­rich­tun­gen in der Prä­fek­tur Hyo­go (in der Kobe und Sasay­a­ma lie­gen) umsonst besu­chen. Per­fekt für Stu­dis also!

Zunächst besuch­ten wir die Burg Sasay­a­ma, von der nur das Haupt­ge­bäu­de wie­der auf­ge­baut wur­de. Im kom­plet­ten Bau riecht es fabel­haft nach Holz und die Bau­wei­se sorgt dafür, dass es innen kühl ist, wäh­rend man drau­ßen fast weg­schmilzt. Auf der Parkanlage

Zak­ka­fe Sasacchi

des Schlos­sen surr­te und summ­te es wie ver­rückt. Libel­len, Bie­nen, Rau­pen – alles da, was man in der Stadt doch öfter mal ver­misst. Nach­dem Besuch des Schlos­ses klap­per­ten wir auf dem Weg zu unse­rem Mit­tag­essen noch ein paar Sehens­wür­dig­kei­ten ab, die direkt auf dem Weg lagen. Zum einen das Anmas Muse­um, was aus einem klei­nen Haus mit drei Räu­men bestand und sich mit dem Leben der Men­schen in der Edo-Zeit beschäf­tigt. Danach besuch­ten wir ein klei­nes Frei­licht­mu­sem, drei Schrit­te vom Anmas Muse­um ent­fernt. Die­ses wid­me­te sich alten Druck­plat­ten, Stadt­kar­ten und dem berühm­ten Dekans­ho Tanz und Fes­ti­val aus Sasay­a­ma.  Mei­ne Freun­din wur­de direkt von einer Schü­le­rin und deren Leh­re­rin ange­spro­chen, doch ein­mal den Dekans­ho zu Ver­su­chen. Gesagt getan und am Ende wur­den wir sogar gefragt, ob die Bil­der auf der Web­site des Muse­ums ver­öf­fent­licht wer­den dür­fen. Da haben wir natür­lich nicht nein gesagt! Nach die­sem anstren­gen­den Tanz hat­ten wir bei­de uns das Mit­tag­essen red­lich ver­dient und kehr­te in einem klei­nen Café namens “Zak­ka­fe Sasac­chi” ein, indem wir die ein­zi­gen Gäs­te waren. Es waren gene­rell kaum Tou­ris­ten an die­sem Frei­tag in dem Ort, dar­un­ter schie­nen wir die ein­zi­gen Aus­län­der gewe­sen zu sein. Also Schu­he aus, rein und das tol­le Essen und den wun­der­ba­ren Aus­blick auf den Gar­ten genie­ßen. In dem Café gab es auch eini­ge loka­le Kera­mik­wa­ren zu kau­fen und da man in Japan kein  Trink­geld gibt, beschloss ich eine der schö­nen Reis­scha­len mit nach Hau­se zu neh­men. Nach­dem wir bezahlt hat­ten ver­ab­schie­de­ten uns die bei­den Damen des Restau­rants an der Tür, knie­ten sich hin und ver­beug­ten sich, bevor wir gegan­gen sind. Tra­di­tio­nell wer­den die Gäs­te so ver­ab­schie­det, aber heu­te trifft man die­se Art der Gäs­te­be­treu­ung nur noch sel­ten an. So waren wir äußerst dank­bar für die­ses sehr japa­ni­sche Erlebnis.

Schrein

Nach dem Mit­tag­essen ging es für uns zum Kunst­mu­se­um und zum Schrein, unse­re bei­den letz­ten Sta­tio­nen. Auf dem Weg gin­gen wir kurz in einem Laden für Stof­fe und Second Hand Kimonos/Yukata ver­lo­ren. Ich kau­fe einen klei­nen Gür­tel für mei­ne kürz­lich erwor­be­ne Yuka­ta. Der Laden war groß, aber bis unter die Decke voll­ge­stopft mit Stof­fen und ande­ren Waren. Als ich den Gür­tel bezahl­te sag­te die Laden­be­sit­ze­rin nur “Ihr Japa­nisch klingt aber schön! War­ten Sie kurz, ich habe noch ein Geschenk für sie.” Kur­zer­hand kram­te sie einen wei­te­ren Gür­tel her­vor und gab ihn mir zum Ein­kauf ein­fach dazu. Nach­dem wir danach noch das klei­ne Kunst­mu­se­um und den Schrein besucht hat­ten, war es bereits frü­her Nach­mit­tag und wir tra­ten die Heim­rei­se an.

See am Schloss

Sasay­a­ma und sei­ne Bewoh­ner haben uns durch­weg fan­tas­tisch unter­hal­ten und wir sind wirk­lich froh, dort­hin gefah­ren zu sein. Eine durch Natur, uri­ge Häu­ser, den Gesang der Vögel und den super net­ten Men­schen gepräg­te Per­le inmit­ten der Ber­ge. Wer Zeit hat, soll­te sich die­ses Ört­chen abso­lut nicht ent­ge­hen lassen!

 

 

 

 

 

 

 

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