Von Trump, Diplo­ma­tie und Beziehungen

Pro­fes­sor Gerd Hurm und Uni­ver­si­täts­prä­si­dent Micha­el Jäckel emp­fin­gen Gene­ral­kon­sul James Herman.

Wie ent­wi­ckelt sich die trans­at­lan­ti­sche Part­ner­schaft, wie sind Sie Diplo­mat gewor­den? Stu­die­ren­de befrag­ten den ame­ri­ka­ni­schen Gene­ral­kon­sul James W. Herman.

Locker, unter­halt­sam, humor­voll, Kurz­arm­hemd und brei­ter Som­mer­hut statt Anzug und Kra­wat­te, ein Mann mit Enter­tai­ner-Qua­li­tä­ten: So hät­ten sich die wenigs­ten Stu­die­ren­den einen Gene­ral­kon­sul der Ver­ei­nig­ten Staa­ten in Deutsch­land vor­ge­stellt. Immer­hin ist James W. Her­man in Frank­furt Chef von 950 Mit­ar­bei­tern, Lei­ter des welt­weit größ­ten ame­ri­ka­ni­schen Kon­su­lats und hoch­ran­gi­ger sowie äußerst erfah­re­ner Diplo­mat, der in sie­ben Spra­chen kom­mu­ni­zie­ren kann.

Etwa 40 Stu­die­ren­de aus den Semi­na­ren von Anglis­tik-Pro­fes­sor Gerd Hurm und Poli­tik­wis­sen­schafts­do­zent Tho­mas Sie­mes hat­ten Gele­gen­heit, James Her­man bei einem Besuch an der Uni­ver­si­tät ken­nen­zu­ler­nen und zu befra­gen: zu ame­ri­ka­ni­scher Poli­tik, zum Auf­trag des Kon­su­lats, zu deutsch-ame­ri­ka­ni­schen Bezie­hun­gen, zu sei­ner Kar­rie­re, zu glo­ba­len Kon­flik­ten, zu Gott und der Welt – und natür­lich auch zu Donald Trump.

Nach ein­füh­ren­den Will­kom­mens­grü­ßen von Uni­ver­si­täts­prä­si­dent Micha­el Jäckel und Gerd Hurm dreh­te James Her­man den Spieß erst ein­mal um und frag­te die Stu­die­ren­den nach ihren Stu­di­en­fä­chern und ihren per­sön­li­chen Geheim­nis­sen. Ganz Diplo­mat, ließ sich Her­man selbst kei­ne spek­ta­ku­lä­ren Insi­der-Geheim­nis­se ent­lo­cken, gewähr­te aber inter­es­san­te und auch amü­san­te Ein­bli­cke in sei­nen Berufs­weg und die vie­len Sta­tio­nen welt­weit, an denen er zuvor im diplo­ma­ti­schen Dienst war.

Her­man ver­such­te, Sor­gen um die trans­at­lan­ti­sche Part­ner­schaft in Zei­ten Trumps zu neh­men. „Die deutsch-ame­ri­ka­ni­schen Bezie­hun­gen sind tief und stark.“ Wenn auch der neue ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent mit bei­na­he täg­li­chen Über­ra­schun­gen ein ande­res Bild ver­mit­teln mag, trat Her­man dem Ein­druck einer One-Man-Show des ame­ri­ka­ni­schen Poli­tik­be­trie­bes ent­ge­gen: „Die USA wer­den gelei­tet von ihrer Geschich­te, Geset­zen und Regeln. Ver­än­de­run­gen in der Poli­tik und Diplo­ma­tie wer­den am stär­ker durch die Gesetz­ge­bung geprägt. Die erfolg­reichs­ten Prä­si­den­ten waren die­je­ni­gen, die den Gesetz­ge­bungs­pro­zess opti­mal gema­nagt haben.“

James W. Her­man lei­tet seit knapp zwei Jah­ren das Kon­su­lat in Frank­furt, das die in den süd­li­chen deut­schen Bun­des­län­dern leben­den Ame­ri­ka­ner – auch die Armee­an­ge­hö­ri­gen – ver­tritt. Zur Viel­zahl  sei­ner frü­he­ren Sta­tio­nen gehö­ren Indi­en, El Sal­va­dor, Gua­te­ma­la, Japan, Ita­li­en und China.

 

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