Hochschulrat plant Sondersitzung

Sie diskutierten, berieten und tauschten sich umfassend aus. Die Mitglieder des Hochschulrats besprachen in der Sitzung am 22. Mai 2017 das Nachwuchsprogramm des Bundes und der Länder und das Hochschulzukunftsprogramm. Im Juli soll dazu eine Sondersitzung stattfinden. Der ausführliche Bericht mit den Geschehnissen auf und rund um den Campus.

Nachwuchsförderprogramm

Die Hochschulratsmitglieder äußerten ihren Unmut über den vom Land vorgegebenen engen Zeitplan der Bewerbung zum Nachwuchsförderprogramm. Der Hochschulrat konnte aufgrund der kurzen Bewerbungsphase sich nicht in den Diskussionsprozess zur Bewerbung oder Nicht-Bewerbung der Universität um das Nachwuchsförderprogramm einbringen.Dennoch begrüßte der Hochschulrat den Senatsbeschluss zur Nachwuchsförderung des Bundes und der Länder vom 4. Mai 2017, in dem der Senat der Bewerbung zum Programm mit einer Mehrheit zugestimmt hatte.

Mit dem Nachwuchsförderprogramm möchte das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Karriereweg für qualifizierte Nachwuchswissenschaftler planbarer machen. Ab 2017 will der Bund 1.000 zusätzliche Tenure-Track-Professuren mit einer Milliarde Euro fördern. Das Neue an den Tenure-Track-Professuren ist, dass nach der erfolgreichen Bewährungsphase die Professur unmittelbar in eine Lebenszeitprofessur übergeht. Dafür ist keine Habilitation mehr notwendig.

Hochschulzukunftsprogramm

Der Landesminister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur von Rheinland-Pfalz Konrad Wolf hat die Hochschulen zum Dialog zu einem Hochschulzukunftsprogramm aufgerufen. Dazu sendete der Minister einen Fragenkatalog an die Trierer Universitätsleitung mit der Bitte um Beantwortung. Er soll der Entwicklung des Hochschulzukunftsprogramms dienen. Neben dem Senat möchte sich der Hochschulrat ebenfalls an der Diskussion um den Textentwurf beteiligen und hat für Mitte Juli eine Sondersitzung vereinbart. Auch hier wertete der Hochschulrat den vorgegebenen Zeitplan als eng gefasst und hält deswegen eine gründliche und intensive Debatte für fraglich.

Bericht über die Leistungsbezüge

Der Hochschulrat befasste sich auch mit den an der Universität gewährten Leistungsbezügen. Darunter sind Bestandteile der Besoldung zu verstehen, die aus Anlass von Berufungs- oder Bleibeverhandlungen, für besondere Leistungen in den Bereichen Forschung, Lehre, Kunst, Weiterbildung oder Nachwuchsförderung sowie für die Wahrnehmung von Funktionen oder besondere Aufgaben gewährt werden. Kanzlerin Dr. Ulrike Graßnick verwies darauf, dass der Universität keine detaillierte Übersicht vorliege. Die Mitglieder des Hochschulrats diskutierten daher die zukünftige Handhabung des Berichts.

Die bisherigen Ereignisse 2017

Der Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel stellte die bisherigen Ereignisse an der Universität Trier von 2017 in Kürze dar: „Die bisherigen Entwicklungen im Jahr 2017 sind sehr erfreulich“, so Jäckel:

  • Eine Kolleg-Forschergruppe um die Slavistin Prof. Dr. Henrieke Stahl hat 5 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingeworben. Sie forscht in einem internationalen Netzwerk an dem Thema „Russischsprachige Lyrik in Transition“. Wie zwischen Europa, Asien und Amerika die Poetischen Formen mit den Grenzen der Gattungen, Sprache, Kultur und Gesellschaft umgehen, ist das Forschungsanliegen des Kollegs für vier Jahre.
  • Die Forschungsarbeit des deutsch-kanadisch Graduiertenkollegs Diversity (IRTG) wird für vier weitere Jahre von der DFG gefördert. Seit November 2012 beschäftigen sich Wissenschaftler der Universität Trier, der Universität des Saarlandes und der Université de Montréal gemeinsam mit der kulturellen Vielfalt in europäischen und nordamerikanischen Gesellschaften. Es ist das erste deutsch‐kanadische Graduiertenkolleg in den Geistes‐ und Sozialwissenschaften.
  • Die Universität Trier hat drei neue Professoren im Bereich der Fachdidaktik Prof. Dr. Anke Wegner verstärkt die Germanistik im Bereich Deutsch als Fremdsprache und Zweitsprache. Prof. Dr. Henning Rossa ist neu in der Anglistik im Bereich Englisch als Fremdsprache und Zweitsprache. Prof. Dr. Matthias Busch besetzt die Fachdidaktik Geschichte/Gesellschaftswissenschaften. Außerdem wird im B-Gebäude ein zweites Lern-Lehr-Labor entstehen, das im Wintersemester 2017/18 in Betrieb genommen wird. Dort sollen die Geisteswissenschaften und die Mathematik neue Methoden der Didaktik in Kooperationen mit regionalen Schulen erproben können.
  • Das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) bekommt mit Michael Bosnjak einen neuen Direktor. Er löst am 1. Juli Professor Dr. Günter Krampen ab, der das Institut seit 2004 leitete. Gleichzeitig tritt Bosnjak die Professur im Bereich „Psychological Research Methods“ an.
  • Die Universität Trier hat eine neue Partnerschaft mit der Jagiellonen-Universität Krakau Dabei ist der Austausch von Studierenden und Dozenten vereinbart worden.
  • Außerdem informierte der Präsident den Hochschulrat über die Auszeichnung des Mathematikprofessors Sven de Vries mit dem ars legendi-Preis und über den Erfolg von TriMUN (Trier Model United Nations).
  • Der Universitätspräsident sprach seine herzliche Einladung an die Mitglieder des Hochschulrats zum Sommerfest am 21. Juni 2017, zum Jubiläumskonzert des Collegium Musicum am 16. Juli und zum Dies Academicus am 15. November aus.
  • Der Universitätspräsident informierte den Hochschulrat darüber, dass der Rückwärtstrend der Neueinschreibungen in dem Jahrgang 2016/17 gestoppt werden konnte und die Einschreibungen in etwa gleicher Höhe wie zum Vorjahr liege.
  • Zwei neue Masterstudiengänge sind entstanden und werden ab diesem Wintersemester an der Universität Trier angeboten: Gemeinsam mit der Universität Luxemburg beginnt der Studiengang Theaterwissenschaften und mit Förderung durch die Mercator-Stiftung startet der Studiengang European and East Asian Governance.

Weitere Beschlüsse und die Initiative „Innovative Hochschule“

Außerdem fasste der Hochschulrat zwei weitere Beschlüsse einstimmig. Die Mitglieder des Hochschulrats stimmten der „Vierten Ordnung zur Änderung der Grundordnung“ zu und die zentrale Einrichtung das Forschungszentrum für Psychobiologie und Psychosomatik (FPP) wird aufgehoben.

Außerdem setzte Universitätspräsident Jäckel den Hochschulrat über das laufende Transferaudit an der Universität Trier in Kenntnis, in dem der Stifterverband derzeit ein Gutachten zum Transfer an der Universität Trier anfertigt. Der Hochschulrat hat darum gebeten, das fertige Gutachten zu erhalten.

Die Initiative Innovative Hochschule läuft bis 2027 und dient der Förderung des Ideen-, Wissens- und Technologietransfers. Sie unterstützt Hochschulen, die bereits über eine kohärente Strategie für ihre Interaktion mit Wirtschaft und Gesellschaft verfügen. Mit 550 Millionen Euro Ausstattung richtet sich die Initiative besonders an kleine und mittlere Universitäten sowie an Fachhochschulen.

Das Transferaudit ist die Voraussetzung für die Universität sich gemeinsam mit der Hochschule Trier auf das Programm Innovative Hochschule zu bewerben. Der Stifterverband führt dafür ein Transfer-Audit deutschlandweit durch. Externe Transfer-Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft stellen sich an die Seite eines Hochschulprojektteams. Gemeinsam analysieren sie vorhandene Strukturen, Prozesse sowie Ergebnisse von Kooperationsbeziehungen mit Wirtschaft und Gesellschaft im Verhältnis zu den strategischen und operativen Zielen der Hochschule.

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