Ein Wohnheim zwischen den Bergen und der Seebrise

Wer nach Kobe geht, der kann sich zwischen drei Wohnheimen entscheiden. Dem internationalen Port Island, dem im Berg gelegenen Sumiyoshi und zum Schluss gibt es noch mein Wohnheim: Kokui. Dieses wunderbare Wohnheim möchte ich euch hier gerne einmal näher vorstellen.

In großen Schritten geht mein Jahr hier zu Ende. Noch ein Monat Unterricht und im August noch ein bisschen Reisen, dann ist das Jahr auch schon wieder rum. Einfach nur schade. Das Ende kommt halt immer schneller als man denkt. Deshalb heißt unser Motto für die letzten zwei Monate „Wir bereuen nichts“ und nehmen deshalb noch mal jede Veranstaltung und Party mit, die wir kriegen können. Damit geht einher, dass meine Freunde und ich (wir haben uns hier irgendwie als Partyveranstalter des Wohnheims etabliert) die letzte Feier der internationalen Studis planen. Im gleichen Atemzug will ich euch einmal das Wohnheim, in das ich das Glück hatte einzuziehen, näher vorstellen.

Der Ausblick vom Dach

Kokui ist das Wohnheim, was am nächsten an der Universität gelegen ist. Das heißt ab 20 Minuten zu Fuß oder mit dem Bus, beide Wege bedeuten die gleiche Zeit. Nur ein paar kleine Anstiege und man ist an der Uni. Von allen Wohnheimen am bequemsten gelegen, wenn man Wert darauf legt, schnell in der Uni zu sein. In die Stadt sind es ebenfalls um die 20 Minuten mit dem Bus oder Laufen plus Bahn, und wenn man mal abends den letzten Zug um Mitternacht verpasst, kostet das Taxi auch nur 1800Yen, was wenn man es sich teilt, ziemlich passabel ist. Das Einzige was an der Lage stört, ist, dass es sehr weit oben im Berg liegt und man deshalb immer bergauf muss, aber diesen Nachteil hat Sumiyoshi auch. Außerdem bin ich in dem Jahr hier ganz schön fit geworden, was das Bergsteigen angeht, also kein 100 prozentiger Nachteil, im Nachhinein gesehen zumindest. Außerdem ist der Ausblick (auf die Bucht von Kobe und Osaka) vom Dach bei Tag und Nacht einfach unschlagbar.

Lobby mit Getränkeautomat

Hier in Kokui gibt es eine große Lobby mit Getränkeautomat, die zum freien Aufenthalt zur Verfügung steht.  Da man sich nicht zu mehreren in den Zimmern aufhalten soll (woran sich viele aus Gewohnheit nicht halten) ist die Lobby der perfekte Ort, um gemütlich zusammen Pizza zu essen oder es sich abends mit einem Getränk schön zu machen. Nur im Winter wird es etwas kalt, da muss man sich warm anziehen. Direkt an der Lobby ist das Büro des Hausmeisters oder neuerdings des „Residence Managers“ (der nun auch Google Translate benutzen kann und die Schilder deshalb ab sofort mit englischen Untertiteln versehen sind). Der nette Mann sorgt dafür, dass alles seine Ordnung hat und man sich die Schlüssel für die anderen Gemeinschaftsräume abholen kann. Bei Insektenbefall (wie Kakerlaken oder Tausendfüßlern, die gibts hier überall in Japan) sorgt er für deren Beseitigung oder hält die Anlage ein bisschen in Schuss oder nimmt Pakete an, wenn man nicht Zuhause ist (super praktisch!). Aber nur Montags bis Freitags von 08:30Uhr bis 17:00Uhr. Danach sind wir auf uns alleine gestellt. Es gibt noch ein großes Lernzimmer mit kleinem Bücherregal, ein Tatami Zimmer (was aber meistens abgeschlossen ist) und unseren großen Gemeinschaftsraum. Dort veranstalten wir private Partys für (internationale) Studierende und Freunde (wie es auch in den anderen Wohnheimen Tradition geworden ist), Kochabende (dort gibt es eine Küche, die mit allem ausgestattet ist, was man braucht – außer einem Ofen aber die Geschichte hatten wir ja schon) oder treffen uns zum Film schauen und Pizza essen.

Das Zimmer

Waschmaschinen und Trockner gibt es auf jeder Etage und sowohl auf der Nord- wie auch auf der Südseite jeweils drei Stück, was dafür sorgt, dass immer irgendwo eine Waschmaschine frei ist. Außerdem kostet Waschen nur 60Yen und das Trocknen sogar noch weniger, was anscheinend ziemlich wenig, ist, wie ich von Kommilitonen anderer Universitäten gehört habe. Die Zimmer sind hier japanischer Standard – mini. Obwohl in Kokui die Zimmer wohl am kleinsten sind und man sich eigentlich gerade so umdrehen kann, reicht die Größe vollkommen aus, um dort ein Jahr zu wohnen. Männer sind prinzipiell im ersten und zweiten Stock untergebracht und Frauen ab dem dritten Stockwerk. Im Gebäude kann man sich aber frei bewegen und es gibt keine verschlossenen Türen zwischen den Geschlechtern oder Ähnliches.

Hier bei uns in Kokui geht alles sehr vertraut zu. Man kennt sich vom Sehen, wechselt mal ein paar Worte auf dem Gang und falls mal jemand Hilfe braucht, einfach schnell in der Facebook-Gruppe fragen oder beim Nachbarn klopfen. Es ist das kleinste aller Wohnheime, gemessen an der Größe und der Zahl der Studenten – eine bunte Truppe von internationalen Studis und Japanern. Auch durch die Gespräche mit Leuten aus anderen Wohnheimen hier in Kobe ist zu hören, dass Kokui ein fast perfektes Wohnheim ist. Wir haben zwar keine Wii so wie Port Island oder Sumiyoshi, aber dafür kann man sich bei uns mit Getränken in die Lobby setzen und die Nächte durchquatschen. 😉

Ein Kommentar

  1. Vielen Dank für diese Einblicke in Ihr Leben in dem Kokui-Wohnheim der Kobe University, liebe Frau Zimmermann! Besonders interessant ist das sicher für alle Studierenden, die sich zukünftig für einen Aufenthalt an der Kobe University interessieren. Aber sicher auch zum Vergleichen für alle anderen, die sich auf einem Auslandsaufenthalt an einer Gastuni befinden.
    Ihnen eine gute restliche Zeit in Japan!

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