Das größ­te Klas­sik-Open-Air in Trier

Es war ein gewal­ti­ges Fest. Das Col­le­gi­um Musi­cum der Uni Trier hat sein 40-jäh­ri­ges Jubi­lä­um mit 1.600 Zuschau­ern im Amphi­thea­ter gefei­ert. Die 200 Musi­ker pass­ten knapp auf die Büh­ne und spiel­ten ein drei­stün­di­ges Pro­gramm mit ihren High­lights aus 40 Jah­ren Konzertgeschichte. 

Die Wän­de im Büro sind behan­gen mit Pla­ka­ten zurück­lie­gen­der Kon­zer­te. Lang sitzt er da und lässt sich von ihnen inspi­rie­ren. Es fehlt noch die Dra­ma­tur­gie. Wel­ches Stück an wel­che Stel­le set­zen? Sind das die bes­ten Aus­schnit­te der Kon­zert­ge­schich­te des Ensembles?

Musik­di­rek­tor Maria­no Chiacchiarini

Maria­no Chiac­chia­ri­ni ist der Krea­tiv­kopf im Büro mit dem ver­schmitz­ten Lachen und dem spa­ni­schen Akzent. Der musi­ka­li­sche Lei­ter des Col­le­gi­um Musi­cum, des Uni-Chors und Uni-Orches­ters der Uni­ver­si­tät Trier resü­mier­te in sei­nem Büro die ver­gan­ge­nen Kon­zer­te und fand die High­lights. Chiac­chia­ri­ni kre­ierte ein Kon­zert, das das Col­le­gi­um Musi­cum so noch nicht gespielt hat. Er wähl­te Aus­schnit­te aus den Requi­en von Brahms, Mozart und Ver­di, Pal­me­ris Misa Tan­go, Mar­quez Dan­zón Nr. 2, Borod­ins Polo­wet­zer Tän­zen und Dvořáks Sla­wi­schem Tanz Nr. 8. Wech­seln­de Tem­pi, ver­schie­de­ne Spra­chen –  ein anspruchs­vol­les Programm.

Sei­te an Sei­te spie­len und sin­gen Stu­die­ren­de, Mit­ar­bei­ter und Freun­de der Uni im Col­le­gi­um Musi­cum. Chiac­cia­ri­ni ver­langt ihnen viel ab: „Ich lege den glei­chen Maß­stab an die Mit­glie­der des Col­le­gi­um Musi­cum wie an pro­fes­sio­nel­le Musi­ker.” Eigent­lich sind sie Ama­teu­re, aber ihr musi­ka­li­sches Niveau sucht sei­nes­glei­chen in der Stadt. Sie pro­ben ein­mal die Woche, und vor dem Semes­ter­ab­schluss­kon­zert orga­ni­sie­ren sie immer von Frei­tag bis Sonn­tag ein Probenwochenende.

Vie­le von ihnen sind schon seit Jah­ren ein Teil des Col­le­gi­um Musi­cum. Die Dienst­äl­tes­te im Orches­ter ist Annet­te Deeken, eigent­lich Prof. Dr. Annet­te Deeken aus der Medi­en­wis­sen­schaft. Lang­sam an einer Ziga­ret­te zie­hend sag­te sie mit ner­vö­ser Stim­mer kurz vor dem Kon­zert: “Seit zehn Tagen habe ich Kachel­mann geschaut und die letz­te Nacht eher kurz geschla­fen.” Ein Open-Air-Kon­zert hat eben immer das Wet­ter­pro­blem. Es ging gut. Der Kon­zert­abend war ein Schönwetter-Abend.

Annet­te Deeken am Cello

Seit 17 Jah­ren spielt Annet­te Deeken im Col­le­gi­um Musi­cum. Zwei Jah­re hat­te sie ihr Cel­lo und begann im Jahr 2000 unter der Lei­tung von Alex­an­der Mey­er im Uni-Orches­ter. 16 Freun­de hat sie zum Kon­zert mit­ge­bracht. In den Schat­ten der Mau­ern des Amphi­thea­ters geret­tet, weil sie sich doch zu warm ange­zo­gen hat, freut sie sich schon auf ihr Lieb­lings­stück, Arturo Mar­quez Dan­zon 2: “Das ist der Höhe­punkt mei­ner klei­nen Kar­rie­re im Col­le­gi­um Musi­cum.” Die vie­len jun­gen Leu­te machen, dass sie kein “Gruf­ti” werde.

Zum Schluss­ap­plaus, nach den letz­ten Klän­gen Alex­an­der Borod­ins “Fürst Igor”, riss es das Publi­kum von den Stüh­len. Stan­dig Ova­tions direkt nach dem Schluss­ak­kord. Zwei Zuga­ben, und das Publi­kum gab nicht auf. Chiac­chia­ri­ni bat um das Ende des Kon­zerts: “Wir müs­sen zum Schluss kom­men, damit wir noch alle zusam­men das Jubi­lä­um fei­ern kön­nen.” Noch ein­mal gaben Orches­ter und Chor “O For­tu­na” aus Car­mi­na Burana zum bes­ten. Der ers­te Pro­gramm­punkt wur­de damit auch zum letz­ten Pro­gramm­punkt des Abends.

Für Uni-Prä­si­dent Prof. Dr. Micha­el Jäckel war es “das” Open-Air-Kon­zert des Jah­res, bei dem man doch vie­le bekann­te Gesich­ter der Uni getrof­fen hat. Er ist stolz auf sei­ne “fei­ne Visi­ten­kar­te” und das Col­le­gi­um Musi­cum begeis­tert von der Unter­stüt­zung durch die Unileitung.

Noch mehr Fotos von Gerd Babin

Stan­ding Ova­tions und drei Zuga­ben, bis Musik­di­rek­tor Maria­no Chiac­chia­ri­ni um ein Ende bat.

Am Kon­zert­abend ver­stärk­ten als Gast­mu­si­ker im Sopran Agnes Lip­ka, am Ban­do­ne­on Juan Guer­ra und am Pia­no Jian Cao das Ensemble.

Die Unter­stüt­zer
Das Kon­zert zum 40-jäh­ri­gen Jubi­lä­um des Col­le­gi­um Musi­cums unter­stütz­ten der Freun­des­kreis Trie­rer Uni­ver­si­tät e.V., das Stu­di­werk Trier, SWT STADT­WER­KE TRIER, Bit­bur­ger Brau­grup­pe, Her­res Sekt­kel­le­rei, gbt – Dienst­leis­tungs-GmbH und Dr. Dem­pf­le. Die Gene­ral­di­rek­ti­on Kul­tu­rel­les Erbe Rhein­land-Pfalz (GDKE) stell­te das Amphi­thea­ter dem Ensem­ble kos­ten­los zur Verfügung.

Das nächs­te Konzert
Zwei Mal im Jahr spielt das Col­le­gi­um Musi­cum ein Kon­zert, immer zum Abschluss des Som­mer- und des Win­ter­se­mes­ters. Das nächs­te Kon­zert fin­det am 11. Febru­ar 2018 in der Reichs­ab­tei St. Maxi­min statt. Auf­ge­führt wird Anto­nin Dvor­ak mit der 9. Sin­fo­nie e-Moll „Aus der neu­en Welt“, Hei­tor Vil­la Lobos – Chôros No. 10 und Chor­wer­ke aus der neu­en Welt.

Kon­takt – Wer­de Teil des Col­le­gi­um Musicum!
E-Mail Chor: collmus@uni-trier.de
E-Mail Orches­ter: uniorchester.trier@web.de
Home­page des Col­le­gi­um Musicum

Ein Kommentar

  1. Die­ses OPEN-AIR Kon­zert war eine her­vor­ra­gen­de Ver­an­stal­tung mit hohem Kön­nen aller Mit­wir­ken­den. Ein Klang­kör­per ers­te Güte. So ein gelun­ge­nes Kon­zert setzt Emo­tio­nen frei, die nach­hal­tig wir­ken. Ein Erleb­nis beson­de­rer Art. Das Ambi­en­te für die­se Ver­an­stal­tung konn­te nicht bes­ser gewählt wer­den. Ein Dan­ke­schön an alle Mit­wir­ken­den auf der Büh­ne und den Orga­ni­sa­to­ren. Mit die­sem Kon­zert hat sich die Uni Trier als Teil der Stadt Trier präsentiert.

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