Gree­tings from Minnesota!

Mei­ne ers­te Woche in St. Paul im U.S.-amerikanischen Bun­des­staat Min­ne­so­ta ist nun schon fast rum. Was hin­ter mir liegt, ist eine auf­re­gen­de aber auch anstren­gen­de Woche vol­ler neu­er Ein­drü­cke und Erfahrungen.

 

Der Flug hier hin, ein 9-stün­di­ger Direkt­flug von Frank­furt nach Min­nea­po­lis, war müh­sam und auf­re­gend zugleich. Die lan­ge War­te­zeit vor dem Unbe­kann­ten mach­te mich auf die Dau­er sehr ner­vös und so war ich froh, als das klei­ne Flug­zeug auf dem Bild­schirm im Sitz vor mir end­lich Kana­da ver­las­sen hat­te und sich auf Min­nea­po­lis zubewegte.
Ange­kom­men am Flug­ha­fen, wo sich die Ein­rei­se ein­fa­cher gestal­te­te als erwar­tet, wur­de ich von einem hoch­ge­hal­te­nen „Ham­li­ne Uni­ver­si­ty“ Schild und einer net­ten Mit­ar­bei­te­rin des GEC (Glo­bal Enga­ge­ment Cen­ter) empfangen.

Vom Flug­ha­fen aus ging es dann gleich zu Tar­get (eine ame­ri­ka­ni­sche Super­markt­ket­te), damit wir (ich und zwei ande­re Inter­na­tio­nal Stu­dents, die nach mir noch am Flug­ha­fen auf­ge­ga­belt wur­den) uns drin­gen­de Din­ge wie Bett­wä­sche oder Ähn­li­ches zule­gen konn­ten. Uns wur­de vor­ge­schla­gen, dass wir anstatt des „gro­ßen“ Tar­gets den klei­ne­ren in St. Paul besu­chen soll­ten, mit der Begrün­dung, dass der „gro­ße“ Tar­get zu weit vom Cam­pus ent­fernt sei und man uns die Auto­fahrt dort­hin nach unse­rer lan­gen Rei­se erspa­ren wol­le. Der „klei­ne“ Tar­get ent­pupp­te sich jedoch als alles ande­re als klein. Der Super­markt, in dem man ein­fach alles kau­fen kann, ist so enorm, dass die Stun­de kaum aus­reich­te, die wir zur Ver­fü­gung hat­ten, um unse­re Ein­käu­fe zu erle­di­gen. Die größ­ten­teils unbe­kann­ten ame­ri­ka­ni­schen Pro­duk­te und der, für mich, unlo­gi­sche Auf­bau des Ladens (Glüh­bir­nen lie­gen hier zum Bei­spiel nicht im gerings­ten in der Nähe von Lam­pen, Bade­män­tel auch nicht bei den Bade­sa­chen) resul­tier­te dar­in, dass ich zunächst ein­mal sehr schüch­tern und ver­lo­ren umher­irr­te, bis mei­ne Glo­bal Men­tor (eine Stu­den­tin, die selbst ein Inter­na­tio­nal Stu­dent ist und schon län­ger an der Ham­li­ne stu­diert) sich mir annahm und mir bei mei­ner Suche half.

Nach­dem die not­wen­di­gen Sachen gekauft waren, ging es dann end­lich ins Wohn­heim. Die Ein­rich­tung mei­nes geräu­mi­gen Zim­mers ist nicht gera­de schön, aber sie erfüllt ihren Zweck: Schreib­tisch, „Micro­fri­dge“ (eine Mikro­wel­le, auf dem Kühl­schrank ange­schraubt), Kom­mo­de, rie­si­ge Pinn­wand und klei­ner begeh­ba­rer Schrank bie­ten genü­gend Stau­raum für alles Mög­li­che. Ein Eta­gen­bett für mich und mei­ne Mit­be­woh­ne­rin ergänzt das Gan­ze. Dusche und Klo wer­den sich hier mit den gleich­ge­schlecht­li­chen Kom­mi­li­to­nen geteilt.

Die nächs­ten Tage wur­den unter ande­rem zum erkun­den der Uni genutzt.

Old Main

Bush Cen­ter

Die gan­ze Woche über war sehr schö­nes Som­mer­wet­ter, aber auch bei schlech­tem Wet­ter hät­te der Cam­pus der Ham­li­ne Uni­ver­si­ty noch einen blei­ben­den Ein­druck hin­ter­las­sen. Hier gibt es neben neu­en, moder­nen Gebäu­den wie dem Bush Cen­ter (mit, für Stu­die­ren­de, kos­ten­lo­sem Fit­ness­raum und Schwimm­bad) auch alte Gebäu­de im Geis­ter­haus-Stil wie z.B. Old Main. Der gesam­te Cam­pus ist ange­legt wie ein Park; mit gro­ßen Grün­flä­chen, klei­nen Spring­brun­nen und Sitz­mög­lich­kei­ten. Außer­dem ist die­se Woche bis heu­te noch kein Tag ver­gan­gen, an dem mir hier nicht ein Eich­hörn­chen oder ein Kanin­chen über den Weg gelau­fen sind, was mich jedes Mal zum Lächeln bringt.

 

Eich­hörn­chen auf dem Campus

Den Rest mei­ner Zeit wur­de in den letz­ten Tagen bei der infor­ma­ti­ven Ori­en­ta­ti­on Week ver­bracht. Hier wur­de uns Inter­na­tio­nal Stu­dents alles nahe­ge­bracht, was wir wis­sen müs­sen, um in den U.S.A. zu über­le­ben. Benimm­re­geln sowie Anlauf­stel­len bei Pro­ble­men wur­den uns vor­ge­stellt und ans Herz gelegt.

Rück­bli­ckend auf mei­ne ers­te Woche hier kann ich doch schon eini­ge Din­ge fest­stel­len, die in Nord­ame­ri­ka anders sind als zuhau­se in Euro­pa: Zum Bei­spiel hat das Was­ser hier einen star­ken Geschmack nach Chlor, was für mich ziem­lich gewöh­nungs­be­dürf­tig ist. Außer­dem sind die Men­schen hier in Min­ne­so­ta extrem freund­lich. Wäh­rend der Ori­en­ta­ti­on habe ich gelernt, dass die Ein­woh­ner Min­ne­so­tas extrem, manch­mal fast schon über­trie­ben freund­lich sind, und dass es hier­für sogar einen Aus­druck gibt: Min­ne­so­ta Nice. Auch habe ich Min­ne­so­ta Nice schon eini­ge Male am eige­nen Leib erlebt. Man wird von fast jedem am Cam­pus begrüßt und alle Leu­te sind super hilfs­be­reit und gesprächs­freu­dig. Bei Tar­get hat­te ich zum Bei­spiel ein Gespräch mit dem Kas­sie­rer, der mich frag­te, wo denn mein Akzent her­kä­me und, als ich ihm sag­te, dass ich Luxem­bur­ge­rin sei, inter­es­siert mit mir plauderte.

Bis jetzt habe ich schon vie­le net­te und inter­es­san­te Men­schen ken­nen­ge­lernt und obwohl alles hier noch etwas unge­wohnt ist und ich mei­nen Freund und mei­ne Fami­lie – mit Gedan­ken an die nächs­ten neun Mona­te – ver­mis­se, bin ich sehr glück­lich hier an der Ham­li­ne Uni­ver­si­ty in St. Paul zu sein und zuver­sicht­lich, dass ich hier eine schö­ne Zeit haben werde.

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