Einige kleine Unterschiede und Besonderheiten im Alltag

In den ersten zwei Wochen, sind uns hier schon einige interessante Sachen aufgefallen und wir mussten feststellen, dass schon die Schließmechanismen von Fenstern und Türen etwas knifflig sein können. Erst nach 12 Tagen haben wir bemerkt, dass sich das Bad eigentlich abschließen lässt…..

Beginnen wir zunächst einmal mit den Haus- und Wohnungstüren. Die haben hier meist keine mechanischen Schlüssel-Schloss-Schließmechanismen, sondern elektronische Türschlösser mit einer PIN-Nummer. Wenn man die Tür gerade geöffnet hat und sie dann wieder zufallen lässt, ertönt dreimal ein fiepender Ton. Wenn ein anderer Ton, bei uns beispielsweise eine kleine Melodie, ertönt, bedeutet das, dass die Batterien leer sind. Wenn wir das nicht sofort unserer Hausmeisterin gesagt hätten, hätte es gut passieren können, dass die Türe von außen verschlossen bleibt. Da die Batterien sich auf der Türinnenseite befinden, hätten wir allein aus diesem Grund schon einen Schlüsseldienst rufen müssen.

Unsere Badezimmertür hatte kein Schlüsselloch, weshalb wir der festen Überzeugung waren, man könne diese Türe einfach nicht abschließen. Auf der Innenseite stand jedoch so eine Art Nagel/Schraube etwas ab. In Deutschland schiebe/drehe ich leicht abstehende Nägel oder Schrauben wieder rein. Daher habe ich diesen kleinen Stab etwas in die Türe hineingedrückt und diese hinter mir zugezogen.

Als meine Mitbewohnerin dann zwei Stunden später ins Bad wollte, mussten wir zu unserem Entsetzen feststellen, dass die Türe nun fest verschlossen war. Bei genauerer Inspektion, ließ sich auf der Zimmerseite ein kleines Loch feststellen, womit wir aber auch nichts anzufangen wussten.

Wir machten also ein Foto von der Klinke mit dem kleinen Loch und schickten dies an unseren Buddy und erklärten ihr unser Problem.

Klinke Bad

Sie schickte uns daraufhin ein Video, in dem Sie uns zeigte, wie wir mithilfe eines Wattestäbchens das Schloss auch von außen wieder öffnen können. Sie erklärte uns, dass man von innen durch das Reindrücken des kleinen Nagels die Türe absperren und durch das herunterdrücken der Klinke die Türe ganz einfach wieder öffnen kann. Seitdem sind wir sehr vorsichtig, wenn wir irgendetwas ab-/herausstehen sehen. Wer weiß, wo für es gut sein könnte.

Nun zu unseren Fenstern. Bei den Fenstern handelt es sich um dreimal zwei leicht versetzte Schiebefenster hintereinander, die nur wenn beide ganz nach außen geschoben werden miteinander verkeilt und damit verschlossen werden können. Wenn man das eine Fenster allerdings öffnet, dann rutscht auch häufig die dazugehörige andere Scheibe etwas vor. Auf dieses Phänomen wurden wir leider erst aufmerksam, als wir ständig Mücken in unserem Zimmer jagen mussten. Da sich allerdings vor der linken geöffneten Seite des Fensters ein Fliegengitter befand, verwunderte uns das sehr. Als wir nach dem Ursprung der Mücken suchten fiel uns auf, dass auch die rechte Seite des Fensters einen Spalt breit offen stand. Die Mückem konnten durch diesen Spalt ungehindert direkt an unserem Bettende in unser Zimmer fliegen und sich an uns gütlich tun. Seitdem wir um dieses Problem wissen und gezielt darauf achten, diesen Spalt geschlossen zu halten, wenn wir das Fenster öffnen, werden wir auch nicht mehr von Mücken geplagt.

Eine weitere interessante kleine Besonderheit sind die Regenschirmverpackungsstationen am Eingang eines jeden Supermarktes, Cafés oder auch der meisten anderen Gebäude (Universität, Bank etc.). An diesen Stationen gibt es zwei Spalten mit schmalen Plastiktüten darin. Man hält seinen Regenschirm einfach in die passende Öffnung (es gibt eine kürzere Spalte für Knirpsschirme und eine längere Spalte für normale Schirme) und zieht ihn ruckartig nach vorne weg. Dann hat man auf einmal einen Regenschirm, der in einer schmalen Plastikhülle steckt und dadurch nicht mehr das ganze Gebäude volltropft. Beim Verlassen des Geschäfts nimmt man die Tüte einfach wieder ab und entsorgt sie in einen dafür vorgesehenen Recyclingbehälter. Einerseits erscheint mir dieses Vorgehen sehr verschwenderisch, aber anderseits ist es auch wirklich praktisch, nicht ständig darauf achten zu müssen, nicht alles mit dem eigenen Schirm voll zu tropfen. In dem Video sieht man wie unsere liebenswerte und wirklich sehr hilfreiche „Buddystudentin“ uns vorführt, wofür diese seltsamen Vorrichtungen gedacht sind.