Marx?! Kongress

Studierende organisieren einen Kongress zu Karl Marx an der Universität Trier. Der steht in einem spannenden Kontext, vor dem Jubiläumsjahr 2018, in dem sich der 200. Geburtstag von Karl Marx jährt und nach den Diskussionen um die Aufstellung der Marx-Statue in der Trierer Innenstadt.

„Marx!?-Kongress“ wird keine der gewöhnlichen Tagungen oder Konferenzen an der Universität Trier. Weder eine Professur noch ein Fachbereich oder eine Forschungsgesellschaft lädt zum dreitägigen Kongress über Theorien von Karl Marx und ihrer heutigen Anschlussfähigkeit ein. Organisiert wird der Kongress von Studierenden der Hochschulgruppe des Rosa Salon und dem Stadtverband Trier der Sozialistischen Jugend Deutschland – Die Falken.

Die Teilnahme an dem Kongress ist kostenlos und das Programm frei im Web zugänglich. Die Organisatoren möchten ein möglichst breites Publikum erreichen, Menschen, die das Thema interessant finden, aber sich nicht zu einem akademischen Kongress anmelden würden.

Andreas Stahl, einer der studentischen Organisatoren und Mitglied des Rosa Salons, sieht in dem Kongress eine Chance für jeden sich mit Karl Marx und seinen Werken auseinanderzusetzen. Gerade jetzt, sagt er, müsse man sich mit Marx beschäftigen: „Allein die Jubiläumsjahre, 2017 für 150 Jahre „Das Kapital“ sowie 2018 für 200 Jahre Karl Marx und deren öffentliche Präsenz geben Anlass genug, darüber nachzudenken, was der mit Abstand bekannteste Trierer überhaupt zu sagen hatte und wie ein kritisches, vor allem adäquates Verhältnis zu seinen Schriften aussehen könnte“.

Für den Kongress reisen über 30 Referenten an, vorwiegend aus der Wissenschaft, aber auch aus Organisationen aus ganz Deutschland. In neun Panels diskutieren sie die Werke Marx‘ über die historischen Marx-Interpretationen bis zur heutigen politischen Anschlussfähigkeit. Die Abschlussdiskussion moderiert der Politikwissenschaftler Dr. Michel Dormal, Dozent der Politischen Theorie an der Uni Trier. Dann werden vier Podiumsteilnehmer unter dem Thema „Theorie, Praxis und die Fragen der Revolution“ ihr Fazit zum Kongress ziehen, den die Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz, der Bundesstiftung der Rosa-Luxemburg-Stiftung finanziert wird.

Der Organisator Andreas Stahl formuliert das Ziel aus Sicht der Veranstalter so: „Wir erhoffen uns von dem Kongress einen geschärften Blick auf die theoretischen Stärken und Schwächen Marx‘ und deren Anschlussfähigkeit, das Aufräumen mit bestimmten Vorurteilen zu Marx und mit ihm einen Beitrag zur stärkeren akademischen, öffentlichen und politischen Auseinandersetzung mit Marx zu leisten.“

An der Universität wird man sich im Jahr 2018 weiter intensiv mit dem Philosophen und Ökonomen befassen. Für das Jubiläumsjahr planen die Fächer Soziologie und Geschichte den internationalen Kongress „Karl Marx 1818-2018. Konstellationen, Transformationen und Perspektiven“. Er soll Pfingsten 2018 stattfinden. Außerdem wird es eine öffentliche Ringvorlesung von Juni bis Dezember geben, die unter dem Arbeitstitel „Marx gestern – heute – morgen“ organisiert wird.

In der Stadt Trier und im Land Rheinland-Pfalz laufen die Planungen auf Hochtouren. Im Mittelpunkt des Jubiläumsjahres steht eine landesweite Ausstellung unter dem Titel „Karl Marx 1818-1883 – Leben, Werk, Zeit“. Ein facettenreiches Rahmenprogramm aus Kunst, Kultur und Wissenschaft wird dazu einladen sich mit der Person Karl Marx und seine Werke aus verschiedenen Blickwinkeln auseinanderzusetzen. Da kommt der „Marx?!-Kongress“ gerade gelegen.

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