Mit Ehren­amt zum Stipendium

Wer sich gesell­schaft­lich enga­giert und fach­lich zu den Bes­ten gehö­ren möch­te, hat gute Chan­cen bei der Fried­rich-Ebert-Stif­tung Sti­pen­di­at zu wer­den. CAM­PUS­news hat die Sti­pen­dia­ten Yan­ping He und Michell Ditt­gen getrof­fen. Für sie ist das Begab­ten­för­der­werk aber alles ande­re als ein eli­tä­rer Club.

Michell Ditt­gen und Yan­ping He

Yan­ping He und Michell Ditt­gen sind vor allem eins: ehren­amt­lich enga­giert. Yan­ping arbei­tet bei den Mal­te­sern. Ein­mal in der Woche besucht sie eine 83-jäh­ri­ge Dame. Michell enga­giert sich poli­tisch in sei­ner saar­län­di­schen Hei­mat Reh­lin­gen-Siers­burg. Mit 16 Jah­ren ist er in die Jung­so­zia­lis­ten (Jusos) ein­ge­tre­ten. Seit dem ist er Vor­stands­mit­glied im Juso-Gemein­de­ver­band und eben­falls Vor­stands­mit­glied im SPD-Gemein­de­ver­band als Juso-Beauftragter.

Auf­ge­passt: Man kann sich im Moment noch bei der Fried­rich-Ebert-Stif­tung auf ein Sti­pen­di­um bewer­ben! Die Frist für alle Stu­di­en­an­fän­ger endet am 31.10.2017, außer für inter­na­tio­na­le Mas­ter­stu­di­en­an­fän­ger. Die kön­nen sich bis zum 30.11.2017 bewer­ben. Pro­mo­ven­den dür­fen sich jeder­zeit bewer­ben. Und das Bes­te: Am 15.11.2017 fin­det zum ers­ten Mal ein gro­ßer Sti­pen­di­en­in­fo­tag mit zwölf ver­schie­de­nen För­der­wer­ken statt, bei denen sich jeder Inter­es­sier­te direkt infor­mie­ren kann.

Das Stu­di­um von bei­den för­dert die Fried­rich-Ebert-Stif­tung (FES). Das der Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Par­tei Deutsch­lands (SPD) nahe­ste­hen­de Begab­ten­för­de­rungs­werk unter­stützt Stu­die­ren­de ab dem ers­ten Semes­ter, wenn sie sich für die Gesell­schaft enga­gie­ren und im Stu­di­um zu den Bes­ten gehö­ren wollen.

Yan­ping (r. in der gel­ben Jacke) mit ande­ren inter­na­tio­na­len Stu­die­ren­den der FES

Gera­de für jun­ge Men­schen, die als Ers­te in ihrer Fami­lie stu­die­ren oder einen Migra­ti­ons­hin­ter­grund haben, besteht eine höhe­re Chan­cen von der FES geför­dert wer­den. Da sich das Begab­ten­för­der­werk der sozia­len Demo­kra­tie ver­schrie­ben sieht, will es sich mit der Stu­di­en­för­de­rung für einen gerech­te­ren Zugang zu Bil­dung ein­set­zen. Das zeigt sich auch bei Yan­ping und Michell.

Yan­ping kommt gebür­tig nicht aus Deutsch­land, son­dern aus Triers chi­ne­si­scher Part­ner­stadt, Xia­men. Mit Hil­fe des Deut­schen Aka­de­mi­schen Aus­tausch­diensts (DAAD) hat sie als Aus­tausch­stu­den­tin Ger­ma­nis­tik an der Uni Trier stu­diert. Jetzt stu­diert sie noch Betriebs­wirt­schafts­leh­re oben­drauf. Michell kommt nicht aus einer Aka­de­mi­ker-Fami­lie. Er stu­diert Sozi­al­kun­de und Fran­zö­sisch auf Lehr­amt. Aber Michell möch­te etwas ver­bes­sern und dafür sagt er, muss man selbst etwas tun.

In sei­ner ehren­amt­li­chen poli­ti­schen Arbeit geht er auf. Gemein­sam mit ande­ren Kol­le­gen hat er einen Jugend­rat gegrün­det: „Ich habe nach Mög­lich­kei­ten gesucht, dass auch die Jugend sich in Ent­schei­dun­gen ein­brin­gen kann.“ Ver­tre­ter des Jugend­rats Reh­lin­gen-Siers­burg kön­nen Stel­lung­nah­men bei dem Gemein­de­rat ein­for­dern und ihnen wird Rede­zeit ein­ge­räumt. Als ange­hen­der Leh­rer ist er auch Mit­glied in der Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft Rheinland-Pfalz.

Von der FES wer­den Michell und Yan­ping monat­lich finan­zi­ell geför­dert, aber haben auch die Wahl zwi­schen ver­schie­den Semi­na­ren mit ande­ren Sti­pen­dia­ten. Michell war für das The­ma „What kind of Euro­pe?“ in Brüs­sel oder ist zur Schu­lung sei­ner Kom­pe­ten­zen zu „Rhe­to­rik und Kom­mu­ni­ka­ti­on“ nach Köln gefah­ren. Die Sti­pen­dia­ten kön­nen sich zusätz­lich selbst zu The­men orga­ni­sie­ren, in dem sie sich einem Arbeits­kreis, wie Inter­net, Wirt­schaft oder Lie­be anschließen.

In Trier unter­neh­men Yan­ping und Michell Aus­flü­ge mit ihrer Hoch­schul­grup­pe (HSG) der FES Sti­pen­dia­ten und da hat sich auch ein neu­es For­mat eta­bliert: HSG-Kol­lo­qui­en. Die Sti­pen­dia­ten stel­len sich gegen­sei­tig ihre For­schungs­the­men vor. Bei HSG-Tref­fen set­zen sich die Sti­pen­dia­ten meis­tens im Cubi­cu­lum zusam­men und bespre­chen alles, was sie beschäftigt.

HSG-Kol­lo­qui­um

Die gan­ze Zeit über haben die Sti­pen­dia­ten einen Ver­trau­ens­do­zen­ten an der Uni an ihrer Sei­te. Michell hat noch einen Men­tor, weil er zusätz­lich als Men­tee am Men­to­ren­pro­gramm teil­nimmt. Mit dem Men­tor bespricht er auch mal, wo er sich in ein paar Jah­ren sieht, oder ganz prak­ti­sche Sachen mit Stu­di­en­be­zug. Tref­fen kann er mit sei­nem Men­tor immer vereinbaren.

Nur weil Yan­ping und Michell Sti­pen­dia­ten sind, möch­ten sie sich aber auf kei­nen Fall als bes­se­re Men­schen füh­len. „Wir sind kein eli­tä­rer Club und das wol­len wir auch nicht sein“, ist für Michell wich­tig her­vor­zu­he­ben. In den letz­ten Jah­ren habe es zu weni­ge Bewer­ber gege­ben und Poten­tia­le blie­ben unaus­ge­schöpft. Zur Bewer­bung muss im ers­ten Schritt nur ein Online-For­mu­lar aus­ge­füllt werden.

Was Michell und Yan­ping ande­ren Kom­mi­li­to­nen zur FES sagen wür­den: „Hey Freun­de, bewerbt euch! Es kos­tet nichts und ist unkompliziert.“

Sti­pen­di­en­be­ra­tung an der Uni Trier

Dr. Agnes Schindler
Stipendienreferentin
Gebäu­de V, Raum 32
Tel.: 0651/201 3831
E-Mail: schindler@uni-trier.de

In den CAM­PUS­news erschei­nen kon­ti­nu­ier­lich ein­zel­ne Arti­kel über Stu­die­ren­de und Pro­mo­ven­den, die mit einem Sti­pen­di­um geför­dert wer­den. Die letz­ten Arti­kel aus der Rei­he: „För­dern und For­dern der KAS über Sti­pen­dia­ten der Kon­rad Ade­nau­er Stif­tung, “Mit Sti­pen­di­um durch das Stu­di­um” über Sti­pen­dia­ten der Stu­di­en­stif­tung des Deut­schen Vol­kes und “Sti­pen­di­en für alle?” über die im Okto­ber 2016 neu ein­ge­rich­te­te Bera­tungs­stel­le für Sti­pen­di­en an der Uni­ver­si­tät Trier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.