Stu­die­ren­de besuch­ten Gedenk­stät­te Auschwitz

Eine ein­wö­chi­ge Exkur­si­on führ­te zwölf Stu­die­ren­de der Uni­ver­si­tät in die Gedenk­stät­te des ehe­ma­li­gen Kon­zen­tra­ti­ons- und Ver­nich­tungs­la­gers Auschwitz-Birkenau.

Ausch­witz. Ein Name, der weit über sei­nen eigent­li­chen Sta­tus als Ort hin­aus­weist und statt­des­sen sinn­bild­lich für das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ver­bre­chen an der Mensch­heit steht.  „Ausch­witz ist ein Ort, der zeigt, was Men­schen ande­ren Men­schen antun kön­nen.“ Die­ses Zitat von Dr. Tho­mas Gro­tum, wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter der Neue­ren und Neu­es­ten Geschich­te, ver­sucht sich dem zeit­lo­sen Schre­cken, den vie­le Men­schen mit Ausch­witz noch heu­te asso­zi­ie­ren, anzu­nä­hern. Um sich inten­siv und auf wis­sen­schaft­li­cher Ebe­ne mit dem The­ma zu beschäf­ti­gen, orga­ni­sier­te das Refe­rat für Anti­ras­sis­mus und Anti­fa­schis­mus in Koope­ra­ti­on mit dem Arbeits­kreis für Demo­kra­tie und dem Arbeits­kreis „Erin­ne­rung der Groß­re­gi­on“ sowie dem Gesamt-AStA der Uni­ver­si­tät für zwölf Stu­die­ren­de eine ein­wö­chi­ge Exkur­si­on in die Gedenk­stät­te des ehe­ma­li­gen Kon­zen­tra­ti­ons- und Ver­nich­tungs­la­gers Auschwitz-Birkenau.

Die Stu­die­ren­den besich­tig­ten neben dem Stamm­la­ger (Ausch­witz I) inklu­si­ve der zahl­rei­chen natio­na­len Aus­stel­lun­gen sowie des Archivs, bei dem zahl­rei­che Ori­gi­nal­quel­len ein­ge­se­hen wer­den konn­ten, auch das über 100 Hekt­ar umfas­sen­de Lager­ge­län­de in Bir­ken­au (Ausch­witz II) sowie den Ort, an dem sich das Lager Mono­witz (Ausch­witz III) befand. Die inten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit der Geschich­te des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers wur­de dabei stets von Dr. Tho­mas Gro­tum ange­lei­tet, der dar­über hin­aus mit uner­schöpf­li­chem Wis­sen und außer­or­dent­li­chem Ver­ständ­nis beim abend­li­chen Erfah­rungs­aus­tausch die vie­len Fra­gen beant­wor­te­te, die sich im Lau­fe des Tages zwangs­läu­fig ange­sam­melt hatten.

Um den Stu­die­ren­den eine Aus­zeit von den Ein­drü­cken über die Geschich­te des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers zu bie­ten, stand auch die Erkun­dung Kra­kaus auf dem Wochen­pro­gramm. Die pol­nisch-jüdi­sche Geschich­te Kra­kaus, der Besuch des jüdi­schen Vier­tels sowie die kul­tu­rel­le Viel­falt, die im Zuge einer Stadt­füh­rung deut­lich wur­de, boten eine exzel­len­te Ein­füh­rung in die pol­ni­sche Kul­tur- und Lan­des­ge­schich­te. Abschlie­ßend näher­ten sich die Stu­die­ren­den der The­ma­tik des Holo­causts im Fran­zis­ka­ner­klos­ter in Har­męże auf ande­re Art und Wei­se an: Der Künst­ler Mari­an Kołod­ziej, ehe­ma­li­ger Häft­ling aus dem ers­ten pol­ni­schen Trans­port, fing in ver­stö­ren­den Bil­dern sei­ne per­sön­li­chen Ein­drü­cke des Lagers ein und ermög­lich­te den Stu­die­ren­den somit eine emo­tio­na­le, per­sön­li­che Annä­he­rung an das Unbegreifliche.

Den Stu­die­ren­den stand es zudem frei, das Lager, die Stadt und die Aus­stel­lun­gen auf eige­ne Faust zu erkun­den. Das Schind­ler-Muse­um in Kra­kau, die Kunst­aus­stel­lung des Lagers Ausch­witz oder die soge­nann­te „alte Juden­ram­pe“ waren Zie­le der Stu­die­ren­den, die die­se ent­we­der in Klein­grup­pen oder gemein­sam erkun­den konn­ten. Trotz des umfang­rei­chen Pro­gramms war es den Stu­die­ren­den auch stets mög­lich, den Rück­zug auf das Hotel­zim­mer vor­zu­zie­hen, um die Ereig­nis­se des Tages in Stil­le und Geruh­sam­keit zu reflek­tie­ren oder beim all­abend­li­chen Zusam­men­sein die Erkennt­nis­se des Tages zu dis­ku­tie­ren. Dabei ent­stan­den anre­gen­de Debat­ten bei pol­ni­schen Köst­lich­kei­ten und in bes­ter Gesellschaft.

Auf­grund der durch­weg posi­ti­ven Reso­nanz der teil­neh­men­den Stu­die­ren­den plant das Refe­rat für Anti­ras­sis­mus und Anti­fa­schis­mus in Koope­ra­ti­on mit der Pro­fes­sur für Neue­re und Neu­es­te Geschich­te, die Gedenk­stät­ten­fahrt in das ehe­ma­li­ge Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ausch­witz-Bir­ken­au als fes­te Insti­tu­ti­on jähr­lich anzubieten.

Ein beson­de­rer Dank gilt dabei Dr. Tho­mas Gro­tum, der mit sei­ner fach­li­chen und orga­ni­sa­to­ri­schen Exper­ti­se und Betreu­ung der Stu­die­ren­den das Refe­rat für Anti­ras­sis­mus und Anti­fa­schis­mus tat­kräf­tig unter­stützt hat, den anschau­li­chen und exzel­lent vor­be­rei­te­ten Füh­run­gen der zahl­rei­chen Gui­des sowie dem Freun­des­kreis Trie­rer Uni­ver­si­tät e.V. und der Axel Sprin­ger Stif­tung, die durch ihre finan­zi­el­le Unter­stüt­zung die Fahrt mög­lich gemacht haben.

Text: Maria Schulz und Len­nard Schmidt

Fotos: David Reichert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.