Ein­la­dung nach Jin­ju (Teil 2)

Wäh­rend der Fei­er­ta­ge rund um Chu­seok, in denen nach süd­ko­rea­ni­scher Tra­di­ti­on eine Art „Ern­te­dank­fest“ gefei­ert wird,  hat­te ich das Glück von einer Freun­din in ihre Hei­mat­stadt nach Jin­ju ein­ge­la­den zu wer­den. Gemein­sam ver­brach­ten wir die Fei­er­ta­ge und es eröff­ne­ten sich mir ers­te Ein­bli­cke in das korea­ni­sche Fami­li­en­le­ben, deren Gast­freund­schaft und ihre tra­di­tio­nel­len Leitvorstellungen.

Heu­te wer­de ich euch mehr über das Jin­ju Nam­gang Yude­ung Later­nen­fest (진주 남강유등축제) berich­ten, das ich zusam­men mit Min­ji und ihrer Fami­lie besucht habe.

Das Jin­ju Nam­gang Yude­ung Later­nen­fest ist eines der größ­ten und schöns­ten Fes­te in der Repu­blik Korea. Es fin­det jedes Jahr im Okto­ber zum Monats­an­fang statt und geht unge­fähr zwei Wochen lang. Die­se Zeit­span­ne liegt genau in den Chu­seok-Fei­er­ta­gen, sodass Min­jis Fami­lie vor­schlug, dort ein­mal vor­bei­zu­schau­en. Hier­bei muss ich sagen, dass sich das wirk­lich lohnt hat.

Die Later­nen sym­bo­li­sie­ren wei­test­ge­hend die korea­ni­sche Kul­tur und ver­wei­sen auf deren Tra­di­ti­on und Geschich­te. So zei­gen eini­ge Later­nen lebens­gro­ße Tän­zer, geklei­det in ihrer tra­di­tio­nel­len Fest­klei­dung, names Kungjung­han­bok (궁중한복, Das ist nur eine Art der Klei­dung, Klei­dung sym­bo­liert den Rang im Palast). Ande­re stel­len ein­fa­che Bau­ern, spie­len­de Kin­der oder auch Markt­ver­käu­fer dar, die alle­samt aus einem ande­ren Jahr­hun­dert kommen.

Am Ein­gang des Later­nen­fest ist ein gro­ßes, ein­drucks­vol­les Stein­torm, auf deren obe­ren Pos­ten als Wach­sol­da­ten design­te Later­nen ste­hen. Das Tor ist auch der Ein­gang zum Jin­ju Schloss. Im Schloss­gar­ten gibt es einen Bereich, indem eine detail­rei­che  Kriegs­sze­ne nach­ge­stellt wird. Sie erzählt den Ursprung des Later­nen­fes­tes. So wur­den im Imjin Krieg 1592 – 1598 Later­nen als stra­te­gi­sches  Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel im Mili­tär ver­wen­det. Die Later­nen heut­zu­ta­ge zei­gen  japa­ni­sche und korea­ni­sche Sol­da­ten, die sich mit Samu­rai­schwer­tern und Schuss­waf­fen bewaff­net, gegen­über­ste­hen und an jene Zeit erin­nern sol­len. Die Besu­cher wer­den Zeu­ge einer Moment­auf­nah­me der japa­ni­schen Inva­si­on auf Korea. Beson­ders beliebt für korea­ni­sche Besu­cher ist es, sich zwi­schen zwei kämp­fen­de Sol­da­ten zu stel­len und ganz nach asia­ti­scher Art vie­le Fotos zu schießen.

Außer­dem pas­sier­ten wir einen Tun­nel, der aus tau­sen­den von Later­nen bestand und wirk­lich ein­drucks­voll war. Künf­ti­ge Aus­tausch­stu­die­ren­de, wel­che viel Kul­tu­rel­les als auch His­to­ri­sches über die Repu­blik Korea erfah­ren möch­ten, soll­ten die­sen Event nicht ver­pas­sen. Am ers­ten Okto­ber gibt es zudem zur Eröff­nung des Fes­tes ein Feu­er­werk!! Auch eine korea­ni­sche Ver­si­on von Taiko-Tromm­lern und ande­re Per­for­mer tre­ten auf.

Ganz umsonst ist das Event jedoch nicht. Die Ein­tritts­ge­bühr liegt bei unge­fähr 10.000 Won, was auf­ge­run­det acht Euro entspricht.

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