Wel­co­me to the world of Havard case studies

Wenn Havard und Stan­ford zum Stan­dard in Ita­li­en werden…

.. okay, nicht ganz. Aber ein wenig hat man schon das Gefühl in einer ame­ri­ka­ni­schen Uni­ver­si­tät zu stu­die­ren, zumin­dest wenn man den ame­ri­ka­ni­schen und aus­tra­li­schen Pro­fes­so­ren beim dozie­ren zuhört.

Wenn man bei­spiels­wei­se wie wir das Kurspa­ket „Boar­ding Pass“, wel­ches Mar­ke­ting- und Know­led­ge­ma­nage­ment sowie Soci­al Topics of Orga­ni­za­ti­on und Lea­dership besucht, wird man auch ganz schnell von Havard Cases überflutet.

Der Lehr­stil in Ita­li­en ist sehr prak­tisch ori­en­tiert, wes­halb wir auch gefühlt 100 Grup­pen­ar­bei­ten und Ein­zel­ar­bei­ten in einer Woche durch­füh­ren und abge­ben müssen.

Learning cir­cle“ und „Learning jour­nal“ waren uns zuvor unbe­kannt, doch mitt­ler­wei­le gehö­ren sie zu unse­rem Uni-Alltag.

Des Wei­te­ren, besu­che ich (Yen) noch einen wei­te­ren Kurs „Entre­pre­neur Boot­camp“. In dem Kurs höre ich Dozen­ten aus aller Welt dabei zu, was man benö­tigt, um sein eige­nes Impe­ri­um zu erschaf­fen und ver­su­che neben­bei einen eng­li­schen Busi­ness Plan mit ande­ren Stu­den­ten zu schrei­ben. Es ist zwar sehr viel Auf­wand, aber ich ler­ne sehr viel dabei und es ist beson­ders inter­es­sant mal einen ande­ren Markt außer­halb Deutsch­land kennenzulernen.

Die Biblio­thek fin­den wir bei­de nicht son­der­lich toll zum arbei­ten, da sie ver­gleichs­wei­se zu Trier sehr viel klei­ner ist. Es pas­sen viel­leicht 50 Stu­den­ten rein. Aber die Aus­wahl an Jour­nals, Büchern etc. hin­ge­gen ist sehr groß und man fin­det eini­ges zu Wirtschaftsthemen.

Glück­li­cher­wei­se, wenn man wirk­lich nicht dar­auf ver­zich­ten kann in einer Biblio­thek zu ler­nen, besteht die Mög­lich­keit eine Stra­ße wei­ter die öffent­li­che Stadt­bi­blio­thek zu besu­chen. Die­se ver­fügt auch über Inter­net und wei­te­re Bücher und Jour­nals. Apro­pos Inter­net: In Ber­ga­mo gibt es Stadt­wi­fi, was soviel heißt, dass man an public points frei­en Inter­net­zu­griff hat.

Nun kom­men wir zu den lebens­wich­ti­gen Part einer Uni­ver­si­tät: Die Mensa.

So wie die Bib, lässt die Men­sa doch eini­ges zu wün­schen übrig. Viel­leicht sind wir aber auch nur sehr ver­wöhnt von unse­rer Uni (okay, abge­se­hen davon ist die Uni Ber­ga­mo auch kein Cam­pus – also kön­nen wir nur von dem Wirt­schafts- und Jura­trakt berich­ten!), denn die Men­sa ist sehr klein und lässt an eine Gefäng­nis­kan­ti­ne oder eine typi­sche ame­ri­ka­ni­sche Schul­kan­ti­ne aus den Fil­men erin­nern… Das Menü ist sehr überschaubar:

Man kann sich ent­we­der zwi­schen einem 3,92 € Menü oder einem 1,90€ Menü ent­schei­den. Das grö­ße­re Paket beinhal­tet als ers­te Kom­po­nen­te Nudeln oder Reis mit Soße, als Zwei­te Pom­mes mit ent­we­der Fleisch oder Fisch und als drit­te Kom­po­nen­te noch ein Nach­tisch und Brot dazu. Wohin­ge­gen im klei­nen Paket nur die ers­te Kom­po­nen­te beinhal­tet ist, aber für klei­ne Mägen völ­lig aus­rei­chend ist.

In dem letz­ten Absatz wol­len wir euch noch über die Online-Platt­form und das Sys­tem im All­ge­mei­nen berich­ten. Die Räu­me sind eher spo­ra­disch gewählt, sodass man jeden mor­gen im Online-Stu­di­en­plan nach­schau­en muss, ob, wann, wie und wo der Kurs statt­fin­det. POR­TA ist doch schon ein wenig geord­ne­ter und das Uni­sys­tem all­ge­mein ein wenig mehr gere­gelt als hier in Italien.

Nor­ma­ler­wei­se wür­de man sich auch eher an das Uni­sys­tem gewöh­nen, wenn die Uni nicht ein pures Laby­rinth wäre (*lach*). BIT­TE, wenn ihr hier stu­die­ren möch­tet checkt alles frü­hest­mög­lich ab, denn wenn man nur eine Minu­te zu spät zu bestimm­ten Kur­sen ankommt, muss man drau­ßen blei­ben und bis zur ers­ten Pau­se war­ten, um teil­neh­men zu dür­fen. Außer­dem gibt es hier noch eine wei­te­re Unter­schei­dung: „atten­dent and non-atten­dend stu­dents“. Man kann die Kur­se ent­we­der nicht besu­chen, was heißt, dass man am Ende des Semes­ters eine Klau­sur schreibt oder man besucht sie und hat 1000 Assign­ments, evtl. eine Klau­sur am Ende und 75%-100% Anwesenheitspflicht.

Jedoch emp­fin­den wir es als sehr emp­feh­lens­wert die Kur­se zu besu­chen, denn man lernt viel über die ita­lie­ni­sche Arbeits­wei­se ken­nen und das Eng­lisch ver­bes­sert sich auf jeden Fall.

Inter­view

Lie­be Ita­li­en-Fans, wir möch­ten euch heu­te aktu­el­le Stu­den­ten der Uni­ver­si­tät Ber­ga­mo vor­stel­len und über ihr Leben in Ber­ga­mo berichten.

Ich (Jas­min) habe mich heu­te mit Lau­ra Egger (20), einer öster­rei­chi­schen Stu­den­tin, in einem schi­cken Café in der Nähe der Uni­ver­si­tät getrof­fen. Sie stu­diert Inter­na­tio­nal Busi­ness in Ber­lin und absol­viert ihr ers­tes Aus­lands­se­mes­ter in Bergamo.

 

Hier eini­ge Ein­bli­cke über das Eras­mus­le­ben, die Stadt und Tipps für zukünf­te Eras­mus Studenten:

  • Hast du dich gut ein­ge­lebt in Bergamo?
    • Ja, ich habe mich sehr gut ein­ge­lebt. Wich­tig ist es eine WG zu haben, in der man sich wohl­fühlt und sich freut nach Hau­se zu kommen.
      Mir gefällt es sehr gut!
  • Wo wohnst du und wie hast du die Woh­nung gefunden?
    • Die Uni­ver­si­tät ver­fügt über ein Accom­mo­da­ti­on Ser­vice, dort kön­nen Eras­mus Stu­den­ten Woh­nun­gen reservieren.
    • Ich habe durch die­se Platt­form eine Woh­nung im Osten von Ber­ga­mo gefun­den. Man braucht ca. 20min zur Cit­ta Bassa, also in die unte­re Altstadt.
  • War­um Ita­li­en und beson­ders Bergamo?
    • Ich war bereits oft in Ita­li­en und mir haben die Rei­sen immer sehr gut gefal­len, daher woll­te ich mal län­ger in die­ses Land um das dol­ce vita zu genie­ßen und mei­ne Sprach­kennt­nis­se in ita­lie­nisch zu verbessern
    • Beson­ders um es zu genie­ßen, denn Ita­li­en ist ein Land mit einer sehr hohen Lebensqualität
  • Wel­che Unter­schie­de sind dir im Ver­gleich zu deut­schen Uni­ver­si­tä­ten aufgefallen?
    • Die Orga­ni­sa­ti­on der Kur­se ist hier etwas unstruk­tu­rier­ter und die Sprach­kennt­nis­se (Eng­lisch) der Pro­fes­so­ren sind teil­wei­se nicht so gut wie bei uns
  • Hier ist es etwas chao­ti­scher, die Auf­ga­ben­stel­lun­gen von indi­vi­du­el­len Assign­ments wer­den oft nicht voll­stän­dig vermittelt

 

  • Gab es bis­her einen Tiefschlag?
    • Der Moment, an dem ich bemerk­te, dass die meis­ten mei­ner Kur­se kei­nen Spaß machen, aber mein Sprach­kurs (Ita­lie­nisch B2) ist sehr gut gegliedert.
    • Aber sonst gab es kei­nen rich­ti­gen Tiefschlag.

 

  • Erzähl uns von einem schöns­ten Erleb­nis bisher
    • Klei­ne Aus­flü­ge am Wochenende
    • High­lights waren Vero­na, Vene­dig und Genua.

 

Nun möch­ten wir es genau­er wissen.
Um die kul­tu­rel­len Unter­schie­de für euch fest­zu­hal­ten möch­ten wir ger­ne die Ein­drü­cke von ein­hei­mi­schen Ber­ga­mo Stu­den­ten und Eras­mus Stu­den­ten erfragen.

Dafür habe ich (Yen) mich heu­te mit meh­re­ren ein­hei­mi­schen Stu­den­ten getrof­fen: Fran­ce­s­ca, Lee und Nico­las, um die bes­ten Ant­wor­ten rund um Ber­ga­mo und die Uni­ver­si­tät zu bekommen.

 

  • Was hat die Uni­ver­si­tät zu bieten?
    Laura:
    • Die Lage der Uni ist sehr gut. Beson­ders der Cam­pus für Wirt­schaft und Recht ist in der Nähe der unte­ren Altstadt.
    • Für die Spe­zia­li­sie­rung in Finan­ce gibt es eini­ge Kurse.
    • Boar­ding Pass Pro­gramm wird ange­bo­ten mit ins­ge­samt 24ECTS zusam­men­ge­setzt aus 3 Kur­sen mit dem Fokus auf Pra­xis und Gruppenarbeit.
    • Die Men­sa ist nicht sehr groß, bie­tet aber jeden Tag ita­lie­ni­sches Essen.
    • Außer­dem gibt es vie­le klei­ne Cafés in der Nähe, dort wer­den Snacks und Kaf­fee angeboten.
    • Für den Cam­pus für Wirt­schaft und Recht gibt 2 Biblio­the­ken, eine öffent­li­che und eine im Universitätsgebäude.

Fran­ce­s­ca, Nico­las, Lee: 

  • Pos­si­bi­li­ty to make a master’s degree in English
  • Mee­ting point of a lot of peop­les all around the world
  • Com­pul­so­ry internship in the bachelor’s degree à in order to have the pos­si­bi­li­ty to gain working expe­ri­ence and to make the deci­si­on easier to whe­ther choo­se to do a mas­ter or not
  • Cheap com­pa­red to the other uni­ver­si­ties of the north of Ita­ly and com­pa­red to the pos­si­bi­li­ties that it offers
  • Pos­si­bi­li­ty in cour­ses to work with real cases (case-stu­dies) from all over the world and they are based on the dis­cus­sion approach
  • Mix­tu­re of Group assign­ments and indi­vi­du­al effort
  • Very prac­tical
  • Can­te­en in Cania­na (Eco­no­mics and Law) is good com­pa­red to other can­te­ens in Italy
  • Libra­ry well sup­plied and spe­cia­li­zed becau­se it is main­ly for eco­no­mics and law stu­dent (about eco­no­mic arti­cles books and jour­nals, unfor­tu­n­a­te­ly), but it is too small for stu­dy­ing the­re and becau­se the­re are too much stu­dents nowadays

 

  • Was gefällt dir am bes­ten an der Stadt?
    Laura: 
    • Es ist eine gute Mischung zwi­schen klein und schön.
    • Man kann alles zu Fuß erreichen.
    • Außer­dem gibt es viel zu erle­ben, man kann wan­dern, in die Ber­ge oder an den See fah­ren und auch Mai­land ist mit dem Zug gut zu erreichen.

 

Fran­ce­s­ca, Nico­las, Lee: 

  • His­to­ri­cal part of Ber­ga­mo à Cit­tà Alta; His­to­ri­cal cen­ter; Orio cen­ter, which is a lar­ger Ita­li­an com­mer­ci­al cen­ter, which is full of high brands shops and restaurants

 

  • Was unter­nimmst du an Wochenenden?
    Laura:
    • Wir machen vie­le Städ­te­rei­sen wie die Trips nach Mai­land, Vero­na oder Venedig.
    • Die­se Orte kann man gut mit den Zügen oder Flix­bus erreichen.

Fran­ce­s­ca, Nico­las, Lee: 

  • Ape­ri­tivo, whe­re you can drink a cock­tail, a wine or a spritz and have a buf­fet of fin­ger food; Hap­py hour; club­bing à Setai, Clash, Vel­vet club, Hubo

 

  • Wie wür­det du den Kon­takt zwi­schen Ber­ga­mo Stu­den­ten und Eras­mus Stu­den­ten beschreiben?
    Laura:
    • Eras­mus Stu­den­ten wer­den gut in den Vor­le­sun­gen und bei Grup­pen­ar­bei­ten inte­griert, aber die Frei­zeit­be­schäf­ti­gung gestal­tet sich oft mit ande­ren Eras­mus Studenten.

Fran­ce­s­ca, Nico­las, Lee: 

  • In the bache­lor no con­tact, but in the mas­ter cour­ses they encou­ra­ge this con­tact through their pro­gramsà during this mas­ter degree the con­tact goes bey­ond the cour­se les­sons and it helps to deve­lop your mindset

 

  • Wel­che prak­ti­schen Tipps wür­dest du aus­län­di­sche Stu­den­tIn­nen geben?
    Laura:
    • Sobald das Por­tal eröff­net ist soll­te man sich sofort um sei­ne Woh­nung küm­mern, da es ver­schie­de­ne Arten von Woh­nun­gen und Zim­mern gibt.
    • Dann ist es wich­tig sich über die Ver­si­che­run­gen und Ärz­te zu informieren.
    • Die Kurs­wahl kann man auch vor Ort noch ändern, dafür wird genü­gend Zeit zur Ver­fü­gung gestellt.
    • Außer­dem soll­te man Lust mit­brin­gen vie­le Sachen zu erleben.

Fran­ce­s­ca, Nico­las, Lee: 

  • Be open-min­ded to Ita­li­an habits; not expect the Ita­li­ans to be open to you, you should open yours­elf first then the Ita­li­ans will do it as well; be posi­ti­ve; be pre­pa­red to bring effort and not unde­re­sti­ma­te the dif­fi­cul­ty of the cour­ses – they are not as rela­xed as peop­le usual­ly think

 

  • Ein Schluss­wort für Eras­mus interessierte?
    Laura:
    • Macht es auf jeden Fall!
      Eras­mus ist so eine tol­le Mög­lich­keit, wann bekommt man wie­der so eine Chan­ce im Leben?

Es sieht im Lebens­lauf toll aus und ist auch für die per­sön­li­che Ent­wick­lung von Vorteil

  • Man lernt sich selbst bes­ser ken­nen, man lernt was man will und was man nicht will, man wird offe­ner und lernt eine neue Sprache.

Fran­ce­s­ca, Nico­las, Lee: 

  • You should come to know the real Ita­li­an cul­tu­re and not just to know the Ste­reo­ty­pe. If you crea­te an Ita­li­an fri­endship the pro­ba­bi­li­ty is high that it last. And at least, pre­pa­re to gain weight, becau­se of our deli­cious food.

 

 

Vie­len Dank für die Einblicke!

Thank you for your time and the deep insights! 🙂

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