Kommt das landesweite Semesterticket?

Die Studierenden aller Hochschulen in Rheinland-Pfalz haben sich zusammengeschlossen und kämpfen für das landesweite Semesterticket. Luca Wagner aus dem AStA der Uni Trier führt die Verhandlungen. Diesen Freitag, den 24. November startet er in die Gespräche mit dem rheinland-pfälzischen Verkehrs- und Wissenschaftsministerium sowie den Verkehrsunternehmen.

Im Studihaus bereitet sich Luca auf die Verhandlungen zum landesweiten Semesterticket vor

Ein Semesterticket, mit dem man frei durch Rheinland-Pfalz und im besten Fall noch in angrenzende Bundesländer reisen kann, wünschen sich viele Studierende schon länger. Im Gespräch ist es schon lang, aber passiert war noch nichts.

Jetzt hat die Studierendenvertretung Rheinland-Pfalz sich erstmals auf ein Positionspapier geeinigt, in dem sich alle Allgemeinen Studierenden Ausschüsse (ASten), für ein landesweites Semesterticket aussprechen. Es soll den gesamten Personenverkehr in Rheinland-Pfalz abdecken.

Alle ASten koordinieren sich in der LandesAStenKonferenz (LAK). Luca Wagner aus dem AStA der Universität Trier ist der Koordinator des LAK. Aus der Sicht des Studenten der Politikwissenschaft und des Öffentlichen Rechts hat die LAK mit dem Positionspapier einen großen Schritt gemacht: „Grundsätzlich konnten wir uns sehr gut auf das Positionspapier einigen. Die Kernpositionen vertreten alle in der LAK.“

Was ist die LandesAStenKonferenz?
Die LandesAStenKonferenz Rheinland-Pfalz (LAK RLP) ist der Zusammenschluss aller rheinland-pfälzischen Studierendenschaften (Allgemeinen Studierendenausschüssen – ASten) und somit die landesweite Vertretung von rund 120.000 Studierenden in Rheinland-Pfalz. Die Mitglieder des LAK werden auf einer Vollversammlung gewählt. Derzeit koordiniert der AStA der Uni Trier die Arbeiten. Gerade befasst sich die LAK u.a. mit dem Hochschulzukunftsprogramm Rheinland-Pfalz und dem landesweiten Semesterticket.

Damit die Verhandlungen kontinuierlich geführt werden und die Fluktuation der Studierenden des LAKs gar nicht erst zum Problem werden kann, hat die LAK einen externen Berater hinzugezogen: Andreas Wagner, Geschäftsführer des Studiwerk Triers. Er ist ein Kenner der Problematik rund um das Semesterticket. Denn er hat im Studiwerk Trier die Verhandlungen zum Semesterticket geleitet und war bei seinem vorherigen Arbeitgeber, den Stadtwerken Trier, 13 Jahre mit den Themen des öffentlichen Personennahverkehrs befasst.

Luca Wagner ist Mitglied des AStA-Referats für Hochschulpolitik und Koordinator der LAK

Die Vorteile des landesweiten Semestertickets beweist für den Geschäftsführer der Blick nach Nordrhein-Westpfalen und Luxemburg: „Ich glaube, dass sich sehr leicht aus dem momentanen Standortnachteil ein Standortvorteil machen lässt. Die landesweite Mobilität der Studis sichert gesellschaftliche Teilhabe, kulturelle Zugewinne und ökologische Vorteile.“

Mit Andreas Wagner als Berater, den vielen Sitzungen in der LAK für eine einheitliche Position und den Absprachen mit dem Präsidenten der Uni Trier, fühlt sich Koordinator Luca Wagner gut auf die Verhandlungen am Freitag vorbereitet. Er wird an diesem Tag 120 000 Studierende repräsentieren und das landesweite Semesterticket gegenüber dem Verkehrs- und Wissenschaftsministerium sowie den Verkehrsunternehmen Rheinland-Pfalz fordern.

Die Diskussion um das landesweite Semesterticket zeigt, welche Bedeutung eine gut organisierte Studierendenvertretung hat. Vom 5. bis 7. Dezember sind an der Uni Trier Hochschulwahlen. Alle Studierenden haben die Möglichkeit, ihre Vertretung im Studierendenparlament zu wählen und damit auch über die Zusammensetzung des AStA zu bestimmen.

Fragen?

Hast du Fragen zum landesweiten Semesterticket oder zum aktuellen Positionspapier? Wende dich direkt an das AStA-Referat für Hochschulpolitik.

Luca Wagner
Referat für Hochschulpolitik des AStA
astahopo@uni-trier.de

 

Hintergrund

Eine kleine Anfrage der CDU-Abgeordneten Ellen Demuth im rheinland-pfälzischen Landtag brachte das landesweite Semesterticket zurück in die Medien. Die Abgeordnete hatte gefragt, ob die Landessregierung noch beabsichtige, die Gültigkeit des Semestertickets zu erweitern. Denn das hatte die derzeitige Landesregierung in ihren Koalitionsvertrag geschrieben: „Wir halten die Schaffung eines landesweiten Semestertickets für sinnvoll und unterstützen die Interessenvertretungen der Studierenden bei der Erreichung dieses Zieles.“

Das Verkehrsministerium befand sich zu dem Zeitpunkt der Anfrage schon in Gesprächen mit den Allgemeinen Studierenden Ausschüssen (Asten) der Hochschulen von Rehinland-Pfalz, sprach die Anfrage Demuths aber nicht mit den ASten ab. Die Antwort des Verkehrsministeriums, dass ein Semesterticket mit landesweiter Gültigkeit von den Studierenden nicht gewünscht sei, stieß bei den ASten auf Kritik. Sie wiedersprachen, aber hatten noch keine abgestimmte Position im LAK. Das nun Ende August in der LAK abgestimmte Positionspapier ist das erste Positionspapier aller ASten in Rheinland-Pfalz zum landesweiten Semesterticket.

 

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6 Kommentare

  1. … und was ist mit den saarländischen Studenten? Das sind an der Uni Trier fast 30 %. An den anderen zum Saarland grenznahen Unis – wie KL oder FH ZW – sieht es ähnlich aus. Wir brauchen keine Freie Fahrt von Jünkerath nach Wörth. Von Homburg, St. Wendel, Lebach oder Nohfelden nach Trier sieht das aber anders aus…

  2. Lieber Oliver Kleis,
    im Positionspapier der LAK steht sogar explizit die Forderung drinnen, das Saarland in das landesweite Semesterticket zu integrieren. Hier nochmal der Link zum Positionspapier. Dort kannst du alles ganz genau nachlesen: http://lak-rlp.org/category/pm/.

    Liebe Grüße aus der Redaktion der CAMPUSnews

  3. Leider funktioniert der Link zum Positionspapier nicht. Kann dieser evtl. korrigiert werden? Die Sache ist auch weiterhin interessant.

  4. Gegen eine Ausweitung des Semestertickets hätte sicher niemand etwas, solange der Preis nicht übermäßig steigt. Aber wenn am Ende 30% der Trierer Studis in die Röhre schauen, weil das Saarland (bzw. aktuell die wichtige Bahnstrecke bis Saarbrücken) am Ende aus dem Ticket herausfällt, wäre das Ticket ein Schlag ins Gesicht.
    Hoffentlich wird das bei den Verhandlungen berücksichtigt. Notfalls sollte die Universität Trier beim alten Ticket bleiben.

  5. Hallo lieber Marc,
    das ist korrekt. Die Webseite der LAK hatte über die Weihnachtszeit ein paar Probleme, funktioniert aber wieder reibungslos. Dort kannst du das Positionspapier und die aktuellen Stellungnahmen finden.

    Liebe Grüße aus der Redaktion der CAMPUSnews

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