Hoch­schul­leh­re­rin des Jahres

Die Psy­cho­lo­gin und Hoch­be­gab­ten­for­sche­rin Tan­ja Gabrie­le Baud­son, bis vor Kur­zem wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin der Uni­ver­si­tät Trier, ist “Hoch­schul­leh­re­rin des Jah­res”. Der Deut­sche Hoch­schul­ver­band ver­leiht ihr die Aus­zeich­nung ins­be­son­de­re wegen ihrer Initia­ti­ve für den March of Science.

Nach dem Stu­di­um der Roma­nis­tik und der Psy­cho­lo­gie und anschlie­ßen­der Pro­mo­ti­on an der Uni­ver­si­tät Trier erhielt Tan­ja Gabrie­le Baud­son im Jahr 2012 den För­der­preis des Freun­des­krei­ses für die bes­te Dis­ser­ta­ti­on. Seit 2014 ver­tritt sie ver­schie­de­ne Pro­fes­su­ren im Bereich der Bil­dungs­for­schung, seit die­sem Win­ter­se­mes­ter die Pro­fes­sur für Ent­wick­lungs- und All­ge­mei­ne Psy­cho­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Luxem­burg.

Als Hoch­schul­leh­re­rin des Jah­res vor­ge­schla­gen wur­de Tan­ja Gabrie­le Baud­son von der Trie­rer Moti­va­ti­ons­for­sche­rin Prof. Dr. Michae­la Brohm-Badry, die sie aus ihrer Zeit an der Uni­ver­si­tät Trier kennt und mit der sie wei­ter­hin zusam­men­ar­bei­tet: Am 6. Dezem­ber spricht die Ver­tre­tungs­pro­fes­so­rin im Rah­men des Kol­lo­qui­ums für Moti­va­ti­on und Posi­ti­ve Psy­cho­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Trier zum The­ma “Leis­tung ist alles – oder? Wie wir Bega­bun­gen bes­ser ver­ste­hen, erken­nen und för­dern können”.

Tan­ja Gabrie­le Baud­son befasst sich in ihrer For­schung mit der Fra­ge, was (Hoch-)Begabung ist und wie wir sie in einer glo­ba­li­sier­ten Gesell­schaft erken­nen und ent­fal­ten kön­nen. Dazu gehört zum einen die Test­dia­gnos­tik – sie selbst hat meh­re­re Intel­li­genz­tests ent­wi­ckelt ‚- zum ande­ren aber auch, wie Lehr­kräf­te oder Eltern die Poten­zia­le von Kin­dern ent­de­cken und för­dern kön­nen. Als drit­tes Ele­ment spie­len Fra­gen der Bega­bungs­iden­ti­tät und des Selbst­kon­zepts eine Rol­le – etwa die Her­aus­for­de­rung, ein ambi­va­len­tes Merk­mal wie Hoch­be­ga­bung in die eige­ne Per­sön­lich­keit zu integrieren.

Für Tan­ja Gabrie­le Baud­son spielt die Ver­zah­nung von For­schung, Leh­re und Wis­sens­kom­mu­ni­ka­ti­on eine wich­ti­ge Rol­le. Das spie­gelt sich in zahl­rei­chen Aus­zeich­nun­gen, in ihren Blogs und in ihrem gesell­schaft­li­chen Enga­ge­ment wider. Als Haupt­in­itia­to­rin des March for Sci­ence moti­vier­te sie bun­des­weit rund 40.000 Men­schen, am 22. April 2017 für die Frei­heit der For­schung zu demons­trie­ren. Die­ser Ein­satz hat schließ­lich Pro­fes­so­rin Brohm-Badry dazu bewo­gen, Tan­ja Gabrie­le Baud­son für den Preis vor­zu­schla­gen. Ihren Begrün­dungs­text für die Nomi­nie­rung hat Pro­fes­sor Dr. Bern­hard Kem­pen, Prä­si­dent des Deut­schen Hoch­schul­ver­bands, in sei­ne Begrün­dung für die Aus­zeich­nung übernommen:

Tan­ja Gabrie­le Baud­son hat mit ihrer Initia­ti­ve sowohl das Anse­hen der Wis­sen­schaft in Deutsch­land nach­hal­tig ver­bes­sert als auch den Berufs­stand der Hoch­schul­leh­rer einer brei­ten Öffent­lich­keit in einem über­aus posi­ti­ven Licht erschei­nen lassen.

Wis­sen­schaft wird oft als rea­li­täts­fern wahr­ge­nom­men, wodurch ihre Akzep­tanz in Tei­len der Bevöl­ke­rung zu schwin­den scheint. Frau Baud­son hat die­ses Vor­ur­teil ein­drucks­voll wider­legt und einer brei­ten Öffent­lich­keit das Bild einer Wis­sen­schaft­le­rin prä­sen­tiert, die nicht nur in For­schung und Leh­re Außer­ge­wöhn­li­ches leis­tet, son­dern auch durch Tat­kraft und Enga­ge­ment einen wich­ti­gen Bei­trag dazu leis­tet, die Welt zu einem Ort zu machen, der gesell­schaft­li­che, orga­ni­sa­tio­na­le und indi­vi­du­el­le Wei­ter­ent­wick­lun­gen auf der Basis von For­schungs­be­fun­den vorantreibt.

In einer Zeit, in der gera­de jun­ge Wis­sen­schaft­ler unter enor­mem Druck ste­hen, durch einen mög­lichst hohen Publi­ka­ti­ons­out­put ihre Kar­rie­re vor­an­zu­trei­ben, hat Frau Baud­son, statt sich nur auf ihre eige­ne Lauf­bahn zu kon­zen­trie­ren, ihre Zeit gege­ben, um die Wer­te der Wis­sen­schaft gegen popu­lis­ti­sche Anfein­dun­gen zu verteidigen.”

Der mit 10.000 Euro dotier­te Preis wird Pro­fes­so­rin Baud­son am 3. April 2018 im Rah­men der “Gala der Deut­schen Wis­sen­schaft” in Ber­lin verliehen.

Über ihre mit dem För­der­preis aus­ge­zeich­ne­te Dis­ser­ta­ti­on berich­te­te die Uni­ver­si­tät Trier im Jahr 2012 in einem Film: