Flot­ten Niklos­dag

Er spa­ziert sin­gend in Vor­le­sun­gen, lobt oder tadelt Dozen­tin­nen und Dozen­ten und dann ver­teilt er Schnäp­se oder Ruten. Die Rede ist nicht von irgend­ei­nem Stö­ren­fried, son­dern vom Niko­laus höchst­per­sön­lich. Wer ver­birgt sich hin­ter der Akti­on?

Am 6. Dezem­ber ist die Sozio­lo­gin Clau­dia Böh­me, wie gewöhn­lich, zu ihrer Vor­le­sung Kul­tur­anthro­po­lo­gie im Audi­max ange­tre­ten. Es soll­te um die Kri­se der Reprä­sen­ta­ti­on gehen, bis sich plötz­lich die Tür zum Audi­max öff­ne­te und ein Niko­laus mit sei­ner Gefolg­schaft sin­gend „Léi­we Klee­schen, gud­de Klee­schen…” die Stu­fen zur Büh­ne her­auf­klet­ter­te.

Wer sich ein biss­chen aus­kennt, hät­te am Lied­text erken­nen kön­nen, dass es sich um einen Niko­laus aus Luxem­burg han­deln muss. Dort wird er Klee­schen genannt. Tra­di­tio­nell bekom­men in Luxem­burg die klei­nen Kin­der am 6. Dezem­ber, dem Niklos­dag, die Geschen­ke über­reicht.

War­um aber das Klee­schen auch die Uni Trier am Niklos­dag besucht, liegt an einer Grup­pe luxem­bur­gi­scher Stu­die­ren­den. Sie orga­ni­sie­ren sich an der Uni als Lët­ze­buer­ger Stu­den­ten Tréier (LST). Für sie ist es Tra­di­ti­on gewor­den, dass der Prä­si­dent der Grup­pe ver­klei­det als Klee­schen mit sei­ner Gefolg­schaft, Knecht Ruprecht (Hou­se­ker), Engel, Elfen und Ren­tie­re am 6. Dezem­ber über den Cam­pus streift.

Einen schö­nen Niko­laus­tag!” bedeu­tet in Luxem­burg “Flot­ten Niklos­dag!”

Man­che sind über­rascht, aber die Meis­ten freu­en sich über das Klee­schen und sein Gefol­ge. Uni­prä­si­dent Pro­fes­sor Dr. Micha­el Jäckel hat­te sich mit einem Gedicht auf den LST vor­be­rei­tet, selbst gereimt und vor ver­sam­mel­ter Grup­pe im prä­si­dia­len Büro vor­ge­tra­gen. Dafür ern­te­te der Uni­prä­si­dent Applaus und weder er noch der LST konn­ten von fol­gen­den Weih­nachts­lie­dern genug bekom­men: Mor­gen Kin­der wird‘s was geben und Léi­we Klee­schen, gud­de Klee­schen.

Dem Klee­schen gefiel das Gedicht so gut, dass er dem Uni­prä­si­den­ten ein Käst­chen Pra­li­nen über­reich­te und sich für die lang­jäh­ri­ge, gute Zusam­men­ar­beit bei ihm bedank­te: „Wir wis­sen es sehr zu schät­zen, dass Sie trotz Ihres engen Ter­min­ka­len­ders, sich immer Zeit für uns neh­men und die Tra­di­ti­on mit uns fort­set­zen.“

Beschwingt von der weih­nacht­li­chen Stim­mung, mach­ten sich das Klee­schen und Gefol­ge mit­samt Uni­prä­si­dent auf den Weg zum Forum. Sie schlürf­ten gemein­sam einen Glüh­wein und san­gen wei­ter fröh­lich Lie­der bis das Klee­schen sei­nen Weg über den Cam­pus fort­set­zen muss­te. Nächs­te Sta­ti­on Men­sa.

Kon­takt

Die Lët­ze­buer­ger Stu­den­ten Tréier über sich: “Den LST ass een flot­ten an onkom­pli­zéier­te Veräin vun an fir Lët­ze­buer­ger Stu­den­ten, déi regel­méis­seg eppes zesum­men ënner­hue­len. Bass du Stu­dent op der FH oder der Uni Tréier a wëlls mam LST an Kon­takt trie­den, dann mell dech ein­fach bäi eis oder komm ein­fach emol Dënsch­des Owes ab 21:00 an de Cubi­cu­lum (Hosen­stra­ße 2) op eisen Stamm­dësch kucken.”

Auf Face­book Lët­ze­buer­ger Stu­den­ten Tréier

Die luxem­bur­gi­schen Stu­die­ren­den orga­ni­sie­ren weit mehr als die jähr­li­che Niko­laus-Über­ra­schung. Sie tref­fen sich jeden Diens­tag 21 Uhr zum Stamm­tisch im Cubi­cu­lum, koor­di­nie­ren für den guten Zweck einen Staf­fel­lauf von Trier nach Luxem­burg oder ver­trei­ben sich die Zeit mit vie­len gesel­li­gen Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten, wie Mini­golf, Knei­pen­tou­ren, Gril­le­vents, Bow­ling- und Karao­ke­aben­den.

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