#metoo in Bild & Sprache

Bil­der und Spra­che dis­kri­mi­nie­ren Men­schen und zemen­tie­ren Ungleich­hei­ten, wie etwa zwi­schen den Geschlech­tern oder in Bezug auf Per­so­nen mit Migra­ti­ons­hin­der­grund oder mit Behin­de­rung. Ein Work­shop der Uni­ver­si­tät Trier gab Anre­gun­gen, wie sich Tex­te und Bil­der so gestal­ten las­sen, dass sie anspre­chend und den­noch nicht ver­let­zend sind.

Bei der fei­er­li­chen Preis­ver­lei­hung ste­hen zur Hälf­te Män­ner und Frau­en auf der Büh­ne. Im Gruß­wort ist aber nur von Preis­trä­gern die Rede, eben­so in der anschlie­ßen­den Bericht­erstat­tung. Auf Pla­ka­ten zum The­ma Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf sind haupt­säch­lich Frau­en mit Kin­dern zu sehen, als ob Fami­li­en nur aus allein­er­zie­hen­den Müt­tern bestehen. Und in dem Arti­kel über Bar­rie­re­frei­heit steht unter der Abbil­dung mit einer Roll­stuhl­fah­re­rin: “… an den Roll­stuhl gefesselt.” …

Spra­che ist zen­tral für unser Zusam­men­le­ben. Der aller­größ­te Teil von Kom­mu­ni­ka­ti­on läuft über Bil­der und Spra­che. Sie haben also einen sehr gro­ßen Ein­fluss auf unse­re Ein­stel­lun­gen. Weil wir stän­dig spre­chen oder schrei­ben, muss Spra­che so sein, dass wir sie schnell ein­set­zen und schnell ver­ste­hen kön­nen. Dadurch grei­fen wir ger­ne auf ein­ge­fah­re­ne For­mu­lie­run­gen zurück. So ent­ste­hen Ste­reo­ty­pe, die wir meist ganz unbe­wusst wei­ter­ge­ben, zum Bei­spiel, indem wir meis­tens nur die männ­li­che Form von Per­so­nen ver­wen­den, obwohl wir damit genau­so Frau­en ansprechen.

Dem­ge­gen­über steht die “geschlech­ter­sen­si­ble Spra­che”. Sie hat nicht zum Ziel, in jedem ein­zel­nen Satz Män­ner und Frau­en zu nen­nen. Sol­che Tex­te wür­de unver­ständ­lich und unles­bar. Viel­mehr geht es dar­um auf­zu­zei­gen, wel­che Fol­gen die per­ma­nen­te Ver­wen­dung der männ­li­chen Form hat und wie sich Tex­te, aber auch Bil­der gestal­ten las­sen, ohne ein Geschlecht zu bevor­zu­gen oder zu dis­kri­mi­nie­ren. Ver­wen­dung und Ver­brei­tung, Mög­lich­kei­ten und Wir­kung geschlech­ter­sen­si­bler Spra­che sind in zahl­rei­chen Stu­di­en belegt.

Geschlech­ter­sen­si­ble Spra­che ist nicht schön”, lau­tet ein Vor­wurf. Wer nicht von Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern spre­chen möch­te, fin­det sicher­lich bes­se­re Bei­spie­le als die­ses hier, um nie­man­den auszuschließen.

Anders als in man­chen öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen gibt es an der Uni­ver­si­tät Trier kei­ne Fest­le­gung auf geschlech­ter­sen­si­ble Spra­che. Es steht also jeder und jedem offen, ob man Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten, Stu­die­ren­de, Student_Innen oder Student*innen schreibt. Spä­tes­tens beim ers­ten Aus­spra­che­ver­such des so genann­ten Gen­der­stars wird klar, dass es die eine rich­ti­ge Lösung nicht gibt und es auf die jewei­li­ge Situa­ti­on ankommt. Oft las­sen sich geschlech­ter­spe­zi­fi­sche For­men ver­mei­den, indem man den Satz ein­fach umstellt, also nicht die Per­so­nen Sub­jekt sein lässt. Oder durch einen Ober­be­griff wie “die Uni­ver­si­tät” anstatt bestimm­te Per­so­nen­grup­pen zu nen­nen. Oder durch die Nen­nung kon­kre­ter Per­so­nen, mal die Dozen­tin, mal den Stu­den­ten. Je kon­kre­ter Spra­che wird, des­to les­ba­rer und ver­ständ­li­cher wird der Text.

In dem Work­shop “Über­zeu­GEN­DE­Re Spra­che” nann­ten die Teil­neh­me­rin­nen – lei­der waren die Frau­en tat­säch­lich unter sich – vie­le Bei­spie­le aus dem uni­ver­si­tä­ren All­tag, wo sie geschlech­ter­sen­si­ble Spra­che ver­mis­sen. Anhand von zahl­rei­chen Übun­gen dis­ku­tier­ten sie, wie sich Tex­te, aber auch Bil­der so gestal­ten las­sen, dass sie nie­man­den ver­let­zen. Dozen­tin Dr.in. Moni­ka Schoop unter­mau­er­te die gewon­ne­nen Erkennt­nis­se durch ver­schie­de­ne Stu­di­en und Handlungsempfehlungen.

Die­se Mate­ria­li­en sowie eine Zusam­men­fas­sung der Work­shop-Ergeb­nis­se haben wir hier zusammengestellt:

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