Tee­häu­ser in Seoul

Bild 1: Ein berühm­tes Tee­haus in Seo­ul namens „Suye­on Moun­tain Tea Room” Adres­se: 8 Seong­buk-ro 26-gil, Seong­buk-dong, Seong­buk-gu, Seo­ul, Repu­blik Korea

Wenn mich jemand fra­gen wür­de, was ich beson­ders in Asi­en schät­ze, wäre mei­ne Ant­wort: Die Tee­häu­ser. Egal, ob man sie im Her­zen von Seo­ul besucht oder an einem able­gen­den Ort, Tee­häu­ser garan­tie­ren dir einen Moment der Ruhe und Entspannung. 

Mei­nen Erfah­run­gen zufol­ge zei­gen die schöns­ten Tee­häu­ser in Seo­ul drei Merk­ma­le auf:

Ers­tens wäre da eine alte Holz­tür oder ein tra­di­tio­nel­les Tor, wel­ches unten durch einen Holz­bal­ken abschließt, sodass ein bewuss­ter Schritt not­wen­dig ist, um die ande­re Sei­te zu errei­chen und nicht hin­zu­fal­len. Der Holz­bal­ken ist wie eine Trenn­li­nie zwi­schen dem hek­ti­schen Stadt­le­ben und einem ruhi­gen, ver­zau­bern­den Ort.

Sobald man einen Schritt durch das Tor gewagt hat, wird schnell klar, dass Zeit erfor­der­lich ist, um ein Tee­haus zu besu­chen. Gute Tee­häu­ser haben, zwei­tens, einen wun­der­schö­nen Vor­gar­ten, wel­cher ganz nach asia­ti­scher Gar­ten­kunst gepflegt wird und in völ­li­ger Ruhe von sei­nen Besu­chern betrach­tet wird. Ver­gleich­bar mit dem japa­ni­schen Wort Hana­mi, bei dem Japa­ner sich im Früh­ling die Kirsch­blü­ten bewusst betrach­ten, schen­ken die Besu­cher die­sen Gar­ten­an­la­gen bezie­hungs­wei­se der Schön­heit die­ses Stück­chens Natur für einen Moment ihre vol­le Auf­merk­sam­keit. Meis­tens haben Tee­häu­ser auch gro­ße Fens­ter, wodurch von drin­nen die Natur und ihr Wan­del durch die vier Jah­res­zei­ten bei einer Tas­se Tee beob­ach­tet wer­den kann.

Bild 2: Ein wei­tes Tee­haus in Seo­ul namens: „Tteur­an“ Adres­se: 17–35 Supyo-ro 28-gil, Ikse­on-dong, Jong­no-gu, Seo­ul, Repu­blik Korea

Drin­nen ange­kom­men, zie­hen drit­tens die Besu­cher ihre Schu­he aus und wer­den freund­lich von dem Per­so­nal begrüßt. Nur in Socken oder in am Ein­gang bereit­ge­stell­ten Haus­schu­hen läuft man über einen Holz­bo­den und wird einem Tisch zuge­wie­sen. Meis­tens sind die Tische tra­di­tio­nell nied­rig und man sitzt auf einem Kis­sen. Je nach Tee­haus gibt es abge­schot­te­te Berei­che oder Papier­wän­de, um den Besu­chern eine pri­va­te Atmo­sphä­re zu ermöglichen.

Ein Blick auf die Menü-Kar­te, kann west­li­che Besu­cher kurz­zei­tig frus­trie­ren, da tra­di­tio­nel­le Tee­häu­ser öfters kei­ne eng­li­schen Über­set­zun­gen bereit­le­gen. Daher habe ich mir über­legt euch heu­te eini­ge Tee­sor­ten und eine bekann­te korea­ni­sche Süßig­keit vorzustellen:

Bild 3: Links Chry­san­the­men-Tee (국화차), rechts Yug­wa (유과) und dahin­ter Mogwa-Tee(모과차)

Chry­san­the­men Tee (국화차) ist eine sehr belieb­te Tee­sor­te in Asi­en (vor allem in Chi­na) und wird öfters zur Prä­ven­ti­on gegen Erkäl­tungs­krank­hei­ten und Infek­tio­nen getrun­ken . Frisch auf­ge­brüht mit ech­ten Chry­san­the­men Blü­ten ist die­ser Tee ein­fach nur zu empfehlen.

Hang­wa (한과) ist zunächst der Über­be­griff für eine gan­ze Rei­he von korea­ni­schen Süßig­kei­ten, wel­che ger­ne zum Tee geges­sen wer­den und aus Mehl, Früch­ten, Wur­zeln etc. her­ge­stellt wer­den. In mei­nem Fall habe ich  immer Yug­wa (유과) bekom­men. Yug­wa bestehen unter ande­rem aus Kle­be­r­eis, Reis­mehl, Reis­wein, Honig und Wasser.

Bild 4: Mog­wa-Tee (모과차)

Mog­wa –Tee (모과차) ist ein tra­di­tio­nel­ler korea­ni­scher Tee, der aus Quit­ten her­ge­stellt wird. Die­se wer­den oft­mals in Zucker oder Honig ein­ge­legt oder getrock­net und spä­ter mit hei­ßem Was­ser auf­ge­gos­sen und ser­viert. Der Tee wirkt ent­zün­dungs­hem­mend, abwehr­kräf­te­stär­kend und wird ger­ne in der Win­ter­jah­res­zeit gegen Erkäl­tungs­er­schei­nun­gen getrunken.

Bild 5: Maes­il Tee (매실차), Omi­ja Tee (오미자차) und Yug­wa (유과)

Masil Tee (매실차) ist ein Apri­ko­sen­tee, der je nach Jah­res­zeit kalt oder auch warm getrun­ken wird und eine süß­li­che Note hat.  Kom­bi­niert mit Pini­en­ker­nen und getrock­ne­ten Apri­ko­sen­scha­len, war die­ser Tee umwerfend.

Omi­jja Tee(오미자차) ist bis­her die Tee­sor­te, wel­che mich am meis­ten ins Stau­nen ver­setzt hat, denn die­ser hat fünf ver­schie­de­ne Geschmacks­rich­tun­gen. Der Tee schmeckt zugleich süß, sau­er, bit­ter, sal­zig und scharf. Her­ge­stellt wird die­se Tee­sor­te aus getrock­ne­ten Magno­li­en Bee­ren. Soll­tet Ihr jemals die Chan­ce bekom­men, die­sen Tee zu pro­bie­ren, pro­biert ihn. Der Tee ist auf jeden Fall eine Erfah­rung und sei­nen Preis wert.

Ich hof­fe, die­ser Blog­ein­trag ist für eini­ge Wel­ten­bumm­ler unter euch hilf­reich oder inspi­riert euch ein­mal ein Tee­haus in Asi­en zu besu­chen. Mei­nen nächs­ten Blog­ein­trag wer­de ich über „Prak­ti­sche Apps für die Repu­blik Korea“ schrei­ben. Das war es zunächst von mir.

Bes­te Grü­ße aus dem son­ni­gen Seoul,

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