Kei­ne Tuni­ka für Aus­tausch­stu­die­ren­de!

So oder so ähn­lich wür­de das lau­ten, wenn man sich mei­ne Situa­ti­on an der Uni­ver­si­tät Trier vor­stel­len wür­de.

Ich pend­le jeden Tag zwi­schen ein und ein­ein­halb Stun­den zu mei­ner Uni­ver­si­tät, da ich nicht direkt im Wohn­heim der Uni­ver­si­tät, son­dern in mei­nem eige­nen klei­nen Apart­ment woh­ne.
Und, naja, es gibt in Japan zwar kei­ne Tuni­ka, wie wir sie ken­nen, aber doch etwas Ver­gleich­ba­res. Der Stu­den­ten­aus­weis dient aber nicht als Fahr­kar­te. Doch nor­ma­ler­wei­se kann man an sei­ner Uni­ver­si­tät einen Beleg dafür erhal­ten, an wel­chem Bahn­hof die Uni­ver­si­tät liegt und von wel­chem Bahn­hof aus man pen­deln muss. Mit die­sem Schrei­ben bekommt man an den Bahn­hö­fen dann einen ver­bil­lig­ten “Stu­den­ten Com­mu­ter Pass” – was bei den Ticket­kos­ten ein ech­ter Segen ist.

 

ABER

 

Nicht so an mei­ner Uni­ver­si­tät. Dort bekom­men Aus­tausch­stu­den­ten von der Uni­ver­si­tät kei­ne der­ar­ti­ge Bestä­ti­gung aus­ge­stellt. Begrün­dung ist, man sei als aus­län­di­sche Stu­den­tin ein „non-regu­lar stu­dent“. An ande­ren Uni­ver­si­tä­ten in Japan, haben mir dort Stu­den­ten erzählt, bekommt man einen nor­ma­len Stu­den­ten­aus­weis und auch pro­blem­los die­sen Beleg. Das kann ich natür­lich nicht bele­gen. Den­noch, soll­te dem so sein, bekä­men nur wir, obwohl wir als Stu­den­ten an der Uni­ver­si­tät hier ein­ge­schrie­ben sind, nicht die glei­chen Berech­ti­gun­gen, wie nor­ma­le Stu­den­ten.

Auch einen rich­ti­gen Stu­den­ten­aus­weis bekom­men wir nicht, nur ein pro­vi­so­ri­sches, ein­ge­schweiß­tes Papier, das nicht ein­mal die Wor­te Stu­den­ten­aus­weis ent­hält, son­dern statt­des­sen Per­so­nal­aus­weis heißt. Nur ein Satz am Ende des Doku­ments bestä­tigt, dass die­ses Doku­ment unse­ren Stu­den­ten­sta­tus aus­weist.

An mei­ner Uni­ver­si­tät

Für die meis­ten von uns ist das alles jedoch kein Pro­blem. Das Wohn­heim, in dem die aus­län­di­schen Stu­die­ren­den unter­ge­bracht sind, liegt an einem Ort, von dem aus es äußerst ungüns­tig ist per Bahn zu rei­sen, und der bes­ser zu Fuß oder mit dem Fahr­rad zu errei­chen ist. Aller­dings pen­de­le ich jeden Tag mit dem Zug. Und obwohl ich an allen Stel­len der Uni­ver­si­tät gefragt habe, ist es mir trotz mei­nes Stu­den­ten­sta­tus nicht mög­lich gewe­sen den nöti­gen Beleg zu erhal­ten.

Ich muss­te also einen nor­ma­len “Com­mu­ter Pass” kau­fen, der weit­aus teu­rer ist. Um ein wenig Geld zu spa­ren, habe ich viel her­um­ge­rech­net und das letz­te Stück Fahrt nach dem letz­ten Mal Umstei­gen nicht mit in das Ticket rein­ge­nom­men. Trotz­dem war danach erst­mal Ebbe in mei­nem Porte­mon­naie.

Das ist so, als wür­den wir in Trier unse­ren Aus­tausch­stu­den­ten kei­ne Tuni­ka geben.

Ich habe mich lan­ge über die­se Unge­rech­tig­keit geär­gert.

Wahr­schein­lich liegt es an der Lage des Wohn­heims, wel­ches ja eben an einem Ort liegt, von dem aus man nicht mit der Bahn kom­men muss. In gewis­ser Wei­se habe ich auch selbst die Ver­ant­wor­tung dafür zu tra­gen, da ich frei­wil­lig an einem ande­ren Ort als die rest­li­chen Aus­tausch­stu­den­ten woh­ne. Den­noch kann ich nicht nach­voll­zie­hen, wie­so Aus­tausch­stu­den­ten trotz ihres Sta­tus als Stu­den­ten nicht die glei­chen Vor­tei­le zuge­spro­chen bekom­men wie regu­lä­re Stu­den­ten.

Bahnhof Abends

Wenn ich wie­der­kom­me, ist es schon dun­kel und man kann die Weih­nachts­be­leuch­tung sehen.

Es wird Grün­de für die­se Rege­lung geben – ver­mut­lich Orga­ni­sa­to­ri­sche – aber mehr als dass man ein „non-regu­lar stu­dent“ ist, habe ich nicht her­aus­fin­den kön­nen.

Da es mei­ne ein­zi­gen Infor­ma­tio­nen sind, kann ich kein end­gül­ti­ges Urteil dar­über fäl­len, ob die­se Vor­ge­hens­wei­se gerecht­fer­tigt oder viel­leicht sogar die ein­zig rich­ti­ge ist. Mit den Infor­ma­tio­nen, die ich habe, fühlt es sich aller­dings er aus­gren­zend an.

Soll­te es nicht mög­lich sein, hier für mehr Trans­pa­renz und Unter­stüt­zung für alle zu sor­gen und einen mög­lichst rei­bungs­lo­sen All­tag für Stu­den­ten genau­so wie Aus­tausch­stu­den­ten zu gestal­ten, unab­hän­gig von dem Ort, an dem sie woh­nen? Zumin­dest ein Offen­le­gen der Grün­de wür­de ich mir wün­schen.

Bis bald, Kati.

 

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