Einmal ans Meer und zurück – Rijeka

Rijeka hat nicht das typische Urlaubsflair, welches man von einer Stadt am Meer in Kroatien erwartet. Ohne Strand, dafür mit einer Kombination aus italienischem Flair und einem großen Industriehafen ist das Ambiente anders. Trotzdem zog die Stadt mich in ihren Bann.

Fast alle haben mich ausgelacht als ich sagte, ich gehe für das Wintersemester nach Zagreb. Warum? Im Winter nach Kroatien und nicht ans Meer. Das mag stimmen, aber das Meer ist nur zwei Stunden entfernt und mit Linienbussen super einfach zu erreichen.
Also bin ich zusammen mit zwei Freundinnen nach Rijeka gefahren. Zugegeben ist Rijeka nicht die klassische Touristenstadt, vor allem nicht im Winter.
Anstelle von einem tyischen Sandstrand hat Rijeka einen Industriehafen und lebt deswegen auch von der Industrie und nicht vom Tourismus. Faszinierend ist die Kombination aus diesem manchmal düsteren Hafenflair und der italienisierten Habsburger Pracht.
Das Stadtzentrum ist geschmückt mit kunstvollen Gebäuden – kaiserlich und königlich (k. und k.). Wenn man den Stadtkern verlässt, findet man Kroatiens größten Hafen samt Schiffen, Frachtcontainer und Krähnen am Rande der Stadt. Zusammen mit den Studenten, macht diese Kombination Rijeka zu einer dynamischen Stadt, die einen Besuch wert ist. Denn wenn man durch die Stadt spaziert, kann man die selbst für Kroatien wechselhafte Geschichte Rijekas entdecken: von den Römern über die österreichische und italienische Herrschaft bis hin zum Sozialismus und der postsozialistischen Moderne.

Zwei Highlights sind auf jeden Fall der Hafendamm, Molo Longo, und die Burg Trsat. Der Molo Longo ist ein ca. zwei Kilometer langer Hafendamm. Von hier aus kann man die Stadt und den ganzen Hafen betrachten. Interessant ist, dass in regelmäßigen Abständen Sprüche auf die Dammmauer geschrieben stehen. Sprüche von Personen, die Rijeka verlassen haben, oder die nach Rijeka gezogen sind und über ihre positiven wie negativen Erfahrung berichten. Diese Sprüche geben einen kleinen Einblick in das Leben der Stadt Rijeka, welches man sonst als Tourist normalerweise nicht hat.

Das zweite Highlight ist die Burg Trsat überhalb der Stadt Rijeka. Entweder fährt man mit dem Bus oder man erklimmt ca. 560 Stufen hoch zur Burg. (Ich habe versucht die Stufen zu zählen, allerdings weiß ich nicht ob die Zahl sehr vertrauenswürdig ist. Ich musste die Stufen ja auch gleichzeitig hochkraxeln. ;-))
Wenn man es dann aber geschafft hat, erwartet einen eine unglaubliche Aussicht und ein Weihnachtswunderland. Die ganze Burg ist über und über mit Lichterketten geschmückt – die GANZE Burg. Jede Mauer, jeder Turm, jeder Baum innerhalb der Burg leuchtet. Nicht zu vergessen ist der Styropor-Kunstschnee, der überall in der Burg verteilt ist. Achja, und die Cinderalla-Kürbis-Kutsche, die von einem Drachen gezogen wird. (Wir konnten allerdings nicht herausfinden, wie der Drache in das Märchen kommt.) Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Neben dem Restaurant im Burgturm gibt es zahlreiche Stände. Ein bisschen besinnlicher wird es dann, wenn man die in der Burg aufgebaute Krippe betrachtet.

Der letzte Punkt auf unserer Liste war der Besuch des Theaters von Rijeka, um das Stück Schwanensee zu sehen. Schon von außen lässt sich erkennen, wer das Theater erbaut hat (die Österreicher, natürlich), denn wenn man den Theatersaal betritt, fühlt man sich in das Wien in den 1850iger zurückversetzt. Gold, Prunk und Kitsch. Da war die moderne Interpretaion des Stückes Schwanensee eine sehr willkommende Abwechslung.

Zusammengefasst: Der Ausflug hat sich auf jeden Fall mehr als gelohnt!

Die Cinderallakutsche mit dem Drachen. Und ein kleiner Eindruck des Lichtermeeres!

Durch eine riesige Christbaumkugel ging es in die Burg.

Das Meer, die Berge, die Molo Longo und ich.

Wir waren froh, dass wir die zwei Kilometer geschafften hatten. Da wussten wir aber noch nicht, dass es zur Burg 560 Treppen hochgeht.

Ich kam zum Studium und blieb. Das Leben hier ist schön.

Das Theater Rijekas