Visio­nä­re für grü­ne Ide­en gesucht

Nur zwei Sti­pen­dia­ten hat die Hein­rich-Böll-Stif­tung in Trier. Zwar steht das Sti­pen­di­en­werk der Par­tei Bünd­nis 90/Die Grü­nen nah, aber es för­dert wohl nicht nur Poli­tik­wis­sen­schaft­ler und Par­tei­an­ge­hö­ri­ge. Denn Danie­la Wüs­ter stu­diert Psy­cho­lo­gie und Hani Akkil Mode­de­sign. CAM­PUS­news hat sie getrof­fen.

Zwi­schen dem 17. und dem 25. Janu­ar fin­den fünf Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen mit Sti­pen­di­en­wer­ken an der Uni Trier statt. Die Hein­rich-Böll-Stif­tung ist eine davon.

Sei­ne Deutsch­leh­re­rin hat Hani Akkil die Hein­rich-Böll-Stif­tung emp­foh­len. Ihre Wor­te kann er genau wie­der­ge­ben: „Wegen dei­ner Ide­en, wegen dem, was du bist – Ich glau­be, die Hein­rich-Böll-Stif­tung passt zu dir.“ Sie soll­te Recht behal­ten.

Im Sep­tem­ber 2015 ist Hani Akkil als syri­scher Flücht­ling in Deutsch­land ein­ge­reist. Im zwei­ten Semes­ter ist er Mode­de­sign­stu­dent der Hoch­schu­le Trier und gera­de Sti­pen­di­at der Hein­rich-Böll-Stif­tung gewor­den. Er will die Mode­in­dus­trie bes­ser machen. Denn er hat gele­sen, dass sie die zweit­schmut­zigs­te der Welt ist. Außer­dem möch­te er sich für Geschlech­ter-Gerech­tig­keit ein­set­zen.

Gesell­schafts­po­li­tisch enga­gie­ren will sich auch die zwei­te Trie­rer Sti­pen­dia­tin der Stif­tung. Danie­la Wüs­ter stu­diert Psy­cho­lo­gie und inter­es­siert sich für öko­lo­gi­sche The­men, für Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit und Umwelt­po­li­tik ist für sie eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit. Als sie 15 Jah­re alt war hat sie ange­fan­gen sich zu enga­gie­ren. Seit zwei Jah­ren wird sie von der Hein­rich-Böll-Stif­tung geför­dert.

Es zäh­len die Ide­en der Men­schen

Egal wohin Hani Akkil und Danie­la Wüs­ter kom­men, sie sind jetzt mit ihren The­men Teil eines Netz­werks. Das ist für die Psy­cho­lo­gie­stu­den­tin einer der größ­ten Vor­tei­le: „Man kann sich in jeder Stadt mit ande­ren Sti­pen­dia­ten und Sti­pen­dia­tin­nen ver­net­zen und trifft dabei oft auf Men­schen mit ähn­li­chen Über­zeu­gun­gen und tol­len Ide­en.“

Für ihre The­men bekom­men sie vie­le Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­te von der Hein­rich-Böll-Stif­tung. Die för­dert ihre Sti­pen­dia­ten finan­zi­ell und ide­ell. Min­des­tens zwei Mal im Jahr sol­len ihre Sti­pen­dia­ten an Work­shops teil­neh­men. Die wer­den von der Stif­tung, aber auch von den Sti­pen­dia­ten selbst ange­bo­ten. Besu­chen kann man Ver­an­stal­tun­gen wie Tier­ver­suchs­frei for­schen, das Stu­di­um bes­ser orga­ni­sie­ren oder Flucht und Asyl.

Gera­de die­se Ver­an­stal­tun­gen fin­det Danie­la Wüs­ter auf­re­gend. Man arbei­tet sich rich­tig in The­men rein und lernt vie­le Men­schen ken­nen: „Man kann in sich in jeder Stadt mit ande­ren Sti­pen­dia­ten und Sti­pen­dia­tin­nen ver­net­zen und trifft dabei oft auf Men­schen mit ähn­li­chen Über­zeu­gun­gen und tol­len Ide­en“.

Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung Sti­pen­di­um bei der Hein­rich-Böll-Stif­tung am 17. Janu­ar 2018, 16 – 18 Uhr in B14.

Noch bevor sich der Mode­de­sign­stu­dent aber über die Stif­tung ange­fan­gen hat­te zu infor­mie­ren, lag ihm noch eine Ver­mu­tung im Weg:„Ich dach­te zuerst, weil es eine poli­ti­sche Stif­tung ist, tref­fe ich viel­leicht nur auf Poli­tik­stu­die­ren­de. Aber es ist ganz anders.“ Man kön­ne sich vor­her nicht vor­stel­len, wie unter­schied­lich die Sti­pen­dia­ten sind. Hani Akkil hat im Sti­pen­di­en­werk schon Men­schen aus unter­schied­lichs­ten Natio­nen ken­nen­ler­nen kön­nen. Die Stif­tung unter­hält Büros in 30 Län­dern und hat Part­ner­pro­jek­te in über 60 Län­dern.

Danie­la Wüs­ter und Hani Akkil wol­len an ihren The­men dran blei­ben und sich in der Hein­rich-Böll-Stif­tung wei­ter­ent­wi­ckeln. Bei­de Trie­rer Stu­den­ten sind kei­ne Par­tei­mit­glie­der, aber sie möch­ten die Gesell­schaft mit ihren per­sön­li­chen Vor­stel­lun­gen mit­ge­stal­ten. Das wird von dem Sti­pen­di­en­werk von Anfang an hono­riert, betont die Psy­cho­lo­gie­stu­den­tin: „Ein Grund, war­um ich die Böll-Stif­tung wirk­lich mag, ist, dass man mit Beginn des Aus­wahl­ver­fah­rens die Mög­lich­keit hat, zu zei­gen, wer man ist.“

Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen mit Sti­pen­di­en­wer­ken

Dem­nächst ist die Hein­rich-Böll-Stif­tung Teil einer Rei­he von Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen mit ver­schie­de­nen Sti­pen­di­en­wer­ken. Danie­la Wüs­ter und Hani Akkil wer­den Ihre Stif­tung vor­stel­len. Zu Gast wer­den auch noch sein das Avicen­na Stu­di­en­werk, das Evan­ge­li­sche Stu­di­en­werk, die Stif­tung der Deut­schen Wirt­schaft und die Stu­di­en­stif­tung des Deut­schen Vol­kes.

In den CAM­PUS­news erschei­nen kon­ti­nu­ier­lich ein­zel­ne Arti­kel über Stu­die­ren­de und Pro­mo­ven­den, die mit einem Sti­pen­di­um geför­dert wer­den. Die letz­ten Arti­kel aus der Rei­he:

Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen zu den ein­zel­nen Sti­pen­di­en sowie Hin­wei­se zu den Bewer­bungs­ver­fah­ren und -fris­ten gibt es unter: www.stipendien.uni-trier.de.

Neben den Stu­di­en­wer­ken bie­ten auch ande­re Orga­ni­sa­tio­nen Sti­pen­di­en an, wie etwa der Deut­sche Aka­de­mi­sche Aus­tausch­dienst, DAAD. Hier gibt es unter ande­ren PRO­MOS-Sti­pen­di­en für Stu­di­en­auf­ent­hal­te, For­schungs­pro­jek­te oder Prak­ti­ka im Aus­land.

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