Prak­ti­sche Apps für die Repu­blik Korea

Wel­che Apps emp­feh­len sich beson­ders für die Repu­blik Korea? Wel­che Anwen­dun­gen sind mög­lich und gibt es eine soge­nann­te „Not­fall-App“, wel­che her­un­ter­la­den wer­den soll­te?

Ja, die gibt es!” Heu­te geht es in mei­nem Blog­ein­trag um Apps, die ich als prak­tisch für den korea­ni­schen All­tag emp­fin­de und mei­nen Lesern ans Herz legen möch­te.

1.KakaoTalk (카카오톡)

Begin­nen wir mit der Kakao­Talk App. Stellt euch vor, ihr wollt Kon­tak­te mit korea­ni­schen Leu­ten knüp­fen und habt die ers­te Hür­de des Ken­nen­ler­nens erfolg­reich über­wun­den. Nun wollt ihr in Kon­takt blei­ben und anstel­le nach dei­nem Face­book Pro­fil oder dei­ner Han­dy­num­mer zu fra­gen ist oft­mals die ers­te Fra­ge eines Korea­ners: „카카오톡이 있어요? (Haben Sie Kakao­Talk?)“. Redet der Korea­ner umgäng­li­cher wird aus dem Kakao­Talk schnell ein Ka-Talk, was das­sel­be meint. Die App ist kon­kret gesagt die korea­ni­sche Ver­si­on von Whats­App. Wäh­rend deut­sche Whats­App zum Chat­ten und tele­fo­nie­ren ver­wen­den, benutz­ten Korea­ner Kakao­Talk.

Eine coo­le Erwei­te­rung zu Kakao­Talk, wel­che ich defi­ni­tiv in Deutsch­land ver­mis­sen wer­de, ist die Kakao­Me­tro App, die dir bei­spiels­wei­se sagt an wel­che Zug­tür du dich stel­len musst, um am schnells­ten umstei­gen zu kön­nen. In Korea sind die Zug­tü­ren num­me­riert und auf dem Boden gibt es Mar­kie­run­gen, die einem auf­zei­gen, wel­che Zug­tür sich bei Ein­fahrt wo befin­det. Sehr prak­tisch mei­ner Mei­nung nach, die­ses Wis­sen mit einer App zu kom­bi­nie­ren.

Wuss­tet ihr, dass nach Mit­ter­nacht in Seo­ul kei­ne U-Bah­nen mehr fah­ren und ihr als Aus­tausch­stu­die­ren­de unse­rer Part­ner­uni­ver­si­tät eine Aus­gangs­sper­re habt? Soll­tet ihr es eilig haben, ins Wohn­heim zurück­zu­keh­ren, emp­fiehlt es sich in einer klei­nen Grup­pe ein Taxi zu rufen. Das lässt sich auch mit der Kakao­Ta­xi App bestel­len, sobald euer zu spät kom­men abseh­bar ist.

2.MiseMise (미세미세)

Die­se App gibt Aus­kunft über die der­zei­ti­ge Luft­qua­li­tät und weist dar­auf hin, wann es am bes­ten ist eine Atem­schutz­mas­ke zu tra­gen, wenn die Fein­staub­wer­te zu hoch sind. In der App wird mit Emo­ti­cons und Far­ben gear­bei­tet, die den Nut­zer mit einer schrift­li­chen Benach­rich­ti­gung über den jewei­li­gen Sta­tus der Luft­qua­li­tät infor­mie­ren. Selbst mit weni­gen Korea­nisch-Kennt­nis­sen kann die App ver­wen­det wer­den.

Die Far­be blau steht für eine sehr gute Luft­qua­li­tät, grün ist gut und oran­ge ist schlecht. Färbt sich der Hin­ter­grund rot, erscheint ein Emo­ti­con, der eine Mas­ke trägt. Dun­kel­rot zeigt einen Emo­ti­con mit Atem­schutz­mas­ke und Teu­fels­hör­nern und schwarz ist der schlechts­te Sta­tus, der erreicht wer­den kann. In der schrift­li­chen Benach­rich­ti­gung für schwarz wird der Nut­zer dar­auf hin­ge­wie­sen, wenn mög­lich bit­te Zuhau­se zu blei­ben.

Screen­s­horts über den Sta­tus der Luft­qua­li­tät

Die Mis­e­Mi­se App arbei­tet bei der Ein­stu­fung der Luft­qua­li­tät mit den Zah­len­wer­ten der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO, wobei die­se sich in Kon­trast zu den Korea­ni­schen betrach­ten las­sen.

Ein Bei­spiel: Misst die Mis­e­Mi­se App einen Fein­staub­wert von 52 µg/m³ wird ein oran­ge­ner Hin­ter­grund ein­ge­blen­det und die Luft­qua­li­tät als schlecht bewer­tet. Ein Klick auf das Menü und die Ver­gleichs­ta­bel­le zeigt, dass nach korea­ni­sche­rer Ein­stu­fung die­ser Wert noch im guten Bereich liegt.

Auch bei ande­ren Apps ist mir auf­ge­fal­len, dass die Mis­e­Mi­se App stren­ger misst und es ganz nach dem Ermes­sen der Nut­zer liegt, wie er mit die­sem Wis­sen umge­hen möch­te.

 3.Anje­on­di­dim­dol (안전디딤돌) = Die Not­fall App

Viel­leicht erin­nern sich eini­ge von euch an das Erd­be­ben letz­tes Jahr in Pohang, das den Süd­os­ten der Repu­blik Korea erschüt­ter­te. Damals began­nen, laut Anga­ben mei­ner deut­schen Mit­be­woh­ne­rin, in ihrem Unter­richt plötz­lich alle Han­dys zu klin­geln, vibrie­ren und fie­pen. Dies war das Warn­si­gnal. Das Warn­si­gnal, das alle auf ihre Han­dys beka­men, außer Caro­li­ne Hay und ich. Wir frag­ten uns war­um und haben in einem Tele­fon­la­den nach­ge­fragt.

Nach kur­zer Begut­ach­tung unse­rer Sam­sung Han­dys sag­te uns der Bera­ter, dass alle korea­ni­schen Sam­sung Han­dys eine extra Ein­stel­lung haben, wel­che man akti­vie­ren kann und im Fal­le einer Kata­stro­phe die Bevöl­ke­rung infor­miert. Da wir unse­re Han­dys in Deutsch­land gekauft haben, gibt es die­se Ein­stel­lung nicht.

Alter­na­tiv wur­de uns zu die­ser Not­fall App gera­ten. Sie ist ganz auf Korea­nisch und infor­miert zum einem, was in einem Ernst­fall zu tun ist und wel­che Vor­be­rei­tun­gen prä­ven­tiv getrof­fen wer­den kön­nen. Zum ande­ren sen­det sie das gewünsch­te Warn­si­gnal aus. Die App warnt und infor­miert bei­spiels­wei­se über Erd­rut­sche, Erd­be­ben, Unwet­ter, Fein­staub, Ver­gif­tun­gen, Gas­un­fäl­le, ato­ma­re Unfäl­le und so wei­ter. Außer­dem weist sie dem Nut­zer auch den Weg zur nächs­ten Poli­zei­sta­ti­on oder dem Kran­ken­haus.

Das war´s soweit von mir 🙂

Bes­te Grü­ße aus Seo­ul

 

 

 

 

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