Gestrandet

 

Während meiner Semesterferien bin ich nach Hause zu meiner Familie geflogen. Dann nach vier Wochen, bestehend aus Essen, Schlafen und soviel Zeit wie möglich mit jedem zu verbringen, hieß es für mich wieder zurück in die Staaten zu fliegen, um die zweite Hälfte meines Auslandsaufenthalts anzutreten. Das gestaltete sich jedoch anders als geplant…

Die Rückreise begann mit einer vier-stündigen Autofahrt nach Amsterdam, auf die der altbekannte neun-stündige Flug nach Minneapolis folgte. Der Flug hatte die perfekten Voraussetzungen der angenehmste Flug aller Zeiten zu werden. Zufällig hatte man mir nämlich einen Platz zugeteilt, vor dem keine weitere Sitzreihe, sondern eine Wand war, was mir umso einiges mehr Beinfreiheit verschaffte. Hinzu kam, dass neben mir niemand saß, was mir noch mehr Platz verschaffte. Als ich dann noch sah, dass das Filme- und Serienangebot eine ganze Staffel Friends beinhaltete, war ich begeistert und auf eine entspannte Reise eingestimmt.

Acht einhalb von neun Stunden der Heimreise waren auch entspannt, doch dann kam die Durchsage: Minnesota geht im Schnee unter. Ein Sturm und die zugeschneite Landebahn verhinderten die Landung unseres Flugzeugs. Also teilte man uns mit, dass man in Detroit zwischenlanden müsste, was eine weitere Stunde Flug bedeutete.

In Detroit gelandet und eingereist, wurden wir gleich wieder durch einen Security Check gescheucht und zu einem Gate geschickt. Dort teilte man uns dann stündlich mit, dass sich der Flug nach Minneapolis um eine weitere Stunde verschieben würde. Nach vier Stunden warten am Flughafen wurden wir dann schlussendlich darüber informiert, dass bis zum nächsten Morgen keine Flüge in Minneapolis mehr landen dürften. Glück im Unglück: Um die Zeit zu überbrücken wurden uns glücklicherweise Hotelzimmer zur Verfügung gestellt.

Den Shuttle-Bus zu erwischen, dauerte für mich, nach dem ich den Ersten verpasst hatte, dann auch noch einmal eine Stunde bevor ich meine kleine, etwas schäbige, aber ihren Zweck erfüllende Unterkunft erreichte. Durch die lange Reise, die Wartezeit und den Jetlag, schlief ich sofort kurze Zeit nach meiner Ankunft im Hotel ein und zwar in dem größten Bett, in dem ich jemals geschlafen habe.

Am nächsten Morgen fuhr ich wieder zum Flughafen, wo Chaos herrschte, weil mehrere Flugzeuge in der vorherigen Nacht dort zwischengelandet waren. Obwohl uns eigentlich versprochen worden war, dass wir mit unseren alten Tickets gleich durch den Security Check und somit lange Wartezeiten vermeiden könnten, hat die Dame dort am Schalter mein noch aus Amsterdam stammendes Ticket, nur verständnislos begutachtet, bevor sie mich dann zum Check-In Schalter gescheucht hat, ohne mir die Möglichkeit zu geben ihr zu erklären, was man mir am Vortag gesagt hatte. So stellte ich mich dann in dieser Reihe an, wo ich eine halbe Stunde warten musste bis ich fast dran war, bevor ich von einem Mitarbeiter angesprochen wurde, dem ich meine Situation noch einmal erklären musste, um dann zu erfahren, dass ich gar nicht hätte hier anstehen müssen. Also pilgerte ich dann wieder zurück zum Security Check, wo man mich dieses Mal auch einließ und ich dann endlich zum Gate herüber ging.

Flug Nummer zwei dauerte anderthalb Stunden und war nicht so “luxuriös“ wie der Erste, was aber nicht schlimm war. Einen Tag später als geplant, bin ich schlussendlich in Minnesota angekommen, wo ich dann tatsächlich bis zu den Waden im Schnee stand.