Sau­na­kul­tur in Süd­ko­rea

Eini­ge von euch wer­den es wohl bereits wis­sen, dass die Sau­na zu einem der wesent­li­chen Bestand­tei­le der korea­ni­schen Kul­tur gehört. Man sieht sie in fast jedem korea­ni­schen Dra­ma, kann sie über­all ent­de­cken und jeder schwärmt davon. Da konn­te ich es mir natür­lich nicht ent­ge­hen las­sen, selbst ein­mal die­se Erfah­rung zu machen.

Ein Besuch in einem öffent­li­chen korea­ni­schen Bade­haus, der soge­nann­ten jjim­jil­bang (찜질방), ist ein sehr lus­ti­ges Erleb­nis, was ich jedem, der jemals nach Süd­ko­rea geht, emp­feh­len möch­te. Da vie­le west­li­che Leu­te eher vor aus­län­di­schen Bade­häu­sern zurück­schre­cken, habe ich mich dazu ent­schlos­sen die­ses The­ma zu mei­nen nächs­ten Blog­ein­trag zu machen und mei­ne Erfah­run­gen mit euch zu tei­len.

Abbil­dung 1: Heu­te schon auf dem Sau­na-Fuß­bo­den gechillt?

Ver­gli­chen mit euro­päi­schen Bade­häu­sern, in denen das Tra­gen von Bade­schu­hen als eine hygie­ni­sche Not­wen­dig­keit betrach­tet wird, lau­fen in Seo­ul alle Bade­gäs­te inner­halb der Anla­ge stets bar­fuß her­um.  Dort fin­det man auch kaum Lie­gen, denn Korea­ner bevor­zu­gen den beheiz­ten Fuß­bo­den, um sich zu ver­sam­meln und zu ent­span­nen. In der Mit­te des Rau­mes steht ein gro­ßer Fern­se­her, der irgend­wel­che Rea­li­ty-Shows oder das Sport­pro­gramm zeigt. Am Rand des Rau­mes befin­den sich luxu­riö­se Mas­sa­ge­lie­gen, wel­che für wenig Geld den Besu­cher für 20 Minu­ten mas­sie­ren. Außer­dem gibt es einen Kiosk und ein Restau­rant, die Bade­gäs­te mit frit­tier­ten Hühn­chen oder Süß­kar­tof­fel-Frit­ten, Ramen, Eis oder auch mit Eiern ver­sor­gen. Ihr habt rich­tig gele­sen. Eier sind in der korea­ni­schen Sau­na­land­schaft ein MUSS.

Abbil­dung 2: Korea­ner unter­schei­den zwi­schen drei Zube­rei­tungs­ar­ten von Eiern.

Wäh­rend die Eier geges­sen wer­den, trin­ken Korea­ner auch Sik­hye (식혜), ein tra­di­tio­nel­les, sehr süß schme­cken­des Reis­ge­tränk.  Berühmt und berüch­tigt ist außer­dem die korea­ni­sche Kopf­be­de­ckung, wel­che aus Hand­tü­chern geformt wer­den. Ein wei­te­res beson­de­res Merk­mal von Korea­nern ist das Mit­neh­men von Mobil­te­le­fo­nen in die Sau­na.

Anlei­tung für den ers­ten Besuch:

  1. Zah­le den Ein­ritt
  2. An der Kas­se soll­test du ein Arm­band mit einem Schlüs­sel und einer Num­mer bekom­men, wel­ches dir dein per­sön­li­ches Schließ­fach und einen Spint zuweist
  3. Zie­he nun dei­ne Schu­he aus stel­le die­se ins Schließ­fach
  4. Lau­fe um die Ecke und stei­ge, wenn du eine Frau bist, in den Frau­en­auf­zug ein (Män­ner haben unten einen sepa­ra­ten Bereich)

    Abbil­dung 3: Der Frau­en­auf­zug.

  5. Gehe zu dei­nen per­sön­li­chen Spint
  6. Zie­he dei­ne „Sau­na-Klei­dung“ an, die du an der Kas­se erhal­ten hast (Zusatz­in­fo: Die meis­ten Frau­en behal­ten dabei ihre Unter­wä­sche an und haben noch­mals eine sepa­ra­te dabei. Korea­ner gehen mit die­ser Klei­dung in die Sau­na, die Salz­grot­te und in die Käl­te­kam­mer)
  7. Fah­re mit dem Auf­zug wie­der hin­un­ter und betre­te den gemisch­ten Sau­na­be­reich
  8. Für die Heil- und Kräu­ter­bä­der fährst du wie­der mit dem Frau­en­auf­zug hoch, ziehst dich ganz aus und betrittst den jewei­li­gen Frau­en-oder Män­ner­be­reich
  9. Ab hier ist es ziem­lich gleich mit japa­ni­schen Bade­häu­sern: Zunächst wäscht man sich gründ­lich (Sei­fe wird bereit gestellt) und betritt danach die Bäder, noch­mals weni­ge Sau­nen oder den Ruhe­raum

Wei­te­re Tipps für mei­ne Leser/innen:

  1. Nehmt viel Geld nimmt [Grund: Inner­halb der Jjim­jil­bang gibt es vie­le rei­zen­de Ange­bo­te. So gibt es einen inter­nen Spiel­hal­len­be­reich, Mas­sa­ge­lie­gen, korea­ni­sche Köst­lich­kei­ten, Mas­sa­gen, Beau­ty – und Ent­span­nungs­an­ge­bo­te.]
  2. Zwei Mal Unter­wä­sche mit­brin­gen
  3. Bade­lo­tion, Sham­poo, Kamm, etc. mit­brin­gen [Grund: Es wer­den zwar Pfle­ge­pro­duk­te bereit­ge­stellt, aber die­se kön­nen auch dei­ne Haut aus­tro­cke­nen.]
  4. Ver­gisst euer Mobil­te­le­fon nicht [Grund: Es ist erlaubt,  inner­halb der Sau­na­land­schaft Bil­der zu machen.]
  5. Geht zusam­men mit Freun­den hin

Eine Emp­feh­lung: Ein gutes Bade­haus in Seo­ul, wel­ches immer wie­der auch von Aus­län­dern besucht wird, ist das „Dra­gon Hill Spa“.

Adres­se: 40–712 Hangang­no 3(sam)-ga, Yong­san-gu, Seo­ul [Stu­die­ren­de der Sungs­hin Frau­en­uni­ver­si­tät fah­ren am bes­ten mit der U-Bahn Line 4 bis Sinyongsan(신용산)durch. Alter­na­tiv geht auch die Line 1 bis Yong­san (용산).]

Prei­se: An Wochen­ta­gen: 12.000 Won/ pro Per­son, an Sonn- und Fei­er­ta­gen: 14.000 Won/ pro Per­son, *(Kin­der haben natür­lich Rabatt).

Uhr­zei­ten: Das Bade­haus ist immer geöff­net von 5 Uhr mor­gens bis 20 Uhr abends.

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