Zurück aufs Land

Abb. 1: Das Yang­dong Dorf

Wäh­rend Seo­ul wie New York eine Stadt ist, die nie­mals schläft und man zu jedem Zeit­punkt über­all Men­schen antrifft, stel­le ich heu­te Koreas ruhi­ge Land­sei­te in der Prä­fek­tur Gyeong­sang­buk-do vor. Dabei geht es in mei­nem Blog­ein­trag die­ses Mal um das ent­span­nen­de Dörf­chen namens Yang­dong [양동마을].

Abb. 2: Links zeigt die Bau­wei­se für ärme­re Dorf­be­woh­ner, wohin­ge­gen rechts der tra­di­tio­nel­le Bau­stil für rei­che­re abge­bil­det ist

Das Yang­dong Dorf in Korea ist das tra­di­tio­nell größ­te erhal­te­ne Dorf aus der Jose­on Dynas­tie und wird seit 2010 von der UNESCO als Welt­kul­tur­er­be gelis­tet. Beson­ders ein­drucks­voll ist dort der alte Bau­stil. Über­all kön­nen Mau­ern aus Lehm und Stei­nen, gro­ße Stroh­dä­cher, Brun­nen und hei­li­ge Bau­ten zur Ehrung der Göt­ter und Ahnen betrach­ten wer­den. Eini­ge der Häu­ser sind über 200 Jah­re alt und bis zum heu­ti­gen Tag per­fekt erhal­ten. Dabei fal­len kurz unter den Dächern die quer befes­tig­ten Bam­bus­stä­be auf, wel­che zum Wäsche auf­hän­gen die­nen. Neben den Häu­sern gibt es vie­le gro­ße Kera­mik­töp­fe, in denen ein­ge­leg­ter Kimi­chi, eine selbst­ge­mach­te Chil­i­pas­te oder Soja­so­ße über Mona­te hin­weg gela­gert wer­den.

*Kim­chi ist ein scharf ein­ge­leg­ter Chi­na­kohl und das Natio­nal­ge­richt Koreas.

Abb. 3: Ker­ma­tik­töp­fe mit ein­ge­leg­ten Kim­chi

Wuss­tet Ihr, dass die meis­ten Fami­li­en­aus­hal­te in Süd­ko­rea über einen zwei­ten soge­nann­ten „Kim­chi-Kühl­schrank“ ver­fü­gen? Das ist kein Witz. Kim­chi wird nach tra­di­tio­nel­lem Brauch ein­mal im Jahr mit der gan­zen Fami­lie her­ge­stellt und inner­halb eines Jah­res auf­ge­ges­sen. Dabei wird die­ser ent­we­der in Kera­mik­töp­fen oder moder­nen Kühl­schran­ken gela­gert.

 

 

Abb. 4: Ein tra­di­tio­nel­ler Reis­ko­cher

Neben oder vor den tra­di­tio­nel­len Häu­sern ste­hen oft nied­ri­ge Tische auf die sich Korea­ner set­zen, um zu pick­ni­cken oder sich für ein kur­zes Nicker­chen hin­zu­le­gen. Außer­dem ver­fügt so gut wie jedes Anwe­sen über einen eige­nen Gemü­se­gar­ten oder eine klei­ne Acker­flä­che, sodass das Dorf nicht zuge­baut wirkt, son­dern offen und sehr natur­ver­bun­den daher kommt. Ein Kul­tur­haus am Ran­de des Dor­fes sorgt für die ent­spre­chen­de Unter­hal­tung. So ist von drau­ßen das stän­di­ge Geki­cher der Dorf­ge­woh­ner zu hören, wobei deren Schu­he ordent­lich auf­ge­reiht vor dem Ein­gang ste­hen.

Abb. 5: Ein Wach­hund

Bei einem Spa­zier­gang durch das Dorf ist nichts ande­res als ein gele­gent­li­ches Bel­len eines Hun­des und das lau­te Zir­pen der Gril­len zu hören. Ab und zu ent­deckt man am Vor­mit­tag einen alten Korea­ner oder eine alte Korea­ne­rin zwi­schen den Gemü­se­be­ten, aber die sind nicht zu hören. Lei­se arbei­ten sie vor sich hin mit einem gro­ßen Stroh­hut auf dem Kopf. Sie arbei­ten flink, bevor die Mit­tags­hit­ze sich über das Dorf legt und strah­len dabei eine zufrie­de­ne Ruhe aus.

Gele­gent­lich ste­hen auch teu­re Autos in den Ein­fahr­ten – viel­leicht von den Enkeln der Dorf­be­woh­ner oder die Län­de­rei­en sind auf­ge­kauft wor­den. Denn ich habe gehört, dass die­se Häu­ser gar nicht so teu­er sein sol­len, solan­ge die Bedin­gung, das jewei­li­ge Haus nach tra­di­tio­nel­len Bau­re­geln zu erhal­ten, erfüllt wird.

Ich den­ke, dass ein Besuch im Yan­dong Dorf sich für alle lohnt, die Koreas alt-tra­di­tio­nel­le Sei­te ken­nen­ler­nen möch­ten oder dem Lärm, den Men­schen­mas­sen und dem Fein­staub einer Groß­stadt­me­tro­po­le für einen Moment ent­flie­hen wol­len.

Das war es wie­der von mei­ner Sei­te 😉

Ankün­di­gung: Nächs­ten Monat wer­de ich mei­nen letz­ten Blog­ein­trag pos­ten und mein Aus­tau­sch­jahr damit abschlie­ßen. Ich hof­fe, dass Inter­es­se für eini­ge von euch für die Repu­blik Korea geweckt zu haben. Bis zum nächs­ten Mal.

 

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.