Ein Auslandsjahr geht zu Ende

In meinen letzten Blogeintrag werde ich euch fünf Tipps für euren Auslandsaufenthalt in der Republik Korea geben, einige meiner Erfahrungen erzählen und vier Vorteile verkünden, warum sich ein Studium in Seoul jetzt lohnen würde.

Abb. 1: Sungshin Frauenuniversität in Seoul

[Aller Anfang in einem neuen Land mit einer fremden Kultur ist schwer. Aber je tiefer man in eine Kultur eintaucht und es einem gelingt, Teil einer größeren Gemeinde zu werden, merkt man, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat und man eine zweite Heimat gefunden hat.]

Dabei kannst du dir deinen Auslandsaufenthalt in Südkorea schon durch Vorbereitungen aus Deutschland erleichtern. Meine fünf Tipps an euch sind:

1. Nehmt Kontakt zu unseren koreanischen Austauschstudenten an der Universität Trier auf. Verbringt eine schöne gemeinsame Zeit in Trier und zeigt diesen Studenten eure Kultur und euer Alltagsleben. Solltet ihr später irgendwelche Probleme haben, werden es diese Koreaner/Innen sein, welche sofort zur Stelle sind und dir Südkorea von ihrer natürlichsten Seite zeigen werden. Der super Bonus dabei ist, dass diese Koreaner/Innen auch deine Sprache sprechen und deine möglichen Startschwierigkeiten vollkommen nachvollziehen können 😉

Abb. 2: Links: Frühling 2017 einige meiner Freunde in Seoul. Rechts: Frühling 2018 gemeinsam in Seoul.

[Meine Erfahrung] Mein erstes Interesse an Korea entstand in meinem Austauschjahr in Japan. Als ich danach in Deutschland mehr darüber erfahren wollte, lernte ich durch ein zufälliges Gespräch eine Koreanerin und ihre Freundinnen kennen. Wir verbrachten einen wunderschönen Sommer und mein Interesse zu der Republik Korea wuchs täglich, sodass ich im Winter 2016 fest entschlossen war, mich für ein weiteres Austauschjahr in Seoul zu bewerben. Im Frühling 2017 erhielt ich daraufhin eine Botschaft meiner Freunde mein Bestes für die Auslandsbewerbungen zu geben. Im Sommer 2017 sahen wir uns in Seoul schließlich wieder.

2. Lerne die Sprache: Je besser du Koreanisch spricht, desto einfacher kannst du dich in Seoul einleben. Die meisten Koreaner sind ziemlich neugierig und würden sich gerne mit dir unterhalten. Manchmal versuchen sie dir sogar lautlos zu helfen, indem sie dich an der Hand packen und dir den richtigen Weg zeigen wollen oder dir ihren Platz in der U-Bahn anbieten. Wenn Koreaner merken, dass du ihre Sprache sprichst, kommen sie dir noch öfter entgegen.

[Meine Erfahrung] Wenn du bereits Japanisch sprichst, wird dir die Grammatik im Koreanischen sehr bekannt vorkommen. Ein gewisses Sprachgefühl ist damit schon vorhanden. Da manche Wörter fast genau gleich sind, ist es sogar ratsam im Zweifelsfall in einen koreanischen Satz einfach mal ein japanisches Wort einzusetzen.

3. Denke an die richtige Kleidung: Letzten Sommer 2017 war es in Seoul zeitweise 38 Grad heiß und im Winter hatten wir minus vierzehn Grad. Denke daher genau darüber nach, welche Kleidung du mitnimmst. Wenn du nicht den Körpermaßen der Koreaner entsprichst, kann es auch schnell umständlich werden, die passende Kleidung oder Schuhe zu finden. Seoul ist zudem keine ebenerdige Stadt. Überall gibt es Hügel, Treppen, Unterführungen und Übergänge, sodass es sinnvoll ist bequemes Schuhwerk mitzunehmen, in dem man stundenlang laufen kann.

4. Wechsel dein Geld schon in Deutschland! Eines der größten Probleme, welche westliche Austauschstudierende in Südkorea haben ist es, einen Geldautomaten zu finden, der für sie funktioniert. So kannst du an mehreren „globalen/internationalen Geldautomaten“ vergeblich versuchen dein Geld abzuheben und wirst nur einen Error-Zettel bekommen. Die Bankangestellten werden dir zu 99% sagen, dass das Problem an deiner Bank liegt. Dazu kommt, dass deine Partneruniversität gleich am Anfang von dir die Wohnheimskosten für ein ganzes Semester bezahlt haben möchte und du schnell pleite sein kannst. Nimm daher gleich viel Geld mit 😀

Abb. 3: Links: Altes koreanisches Geld. Rechts: Neues koreanisches Geld.

[Meine Erfahrung] Der Frankfurter Flughafen hat mir damals altes koreanisches Geld gegeben, was heutzutage nicht mehr verwendet wird, sich aber bei jeder Bank ohne Probleme umtauschen lässt. Achtet darauf, dass ihr beim Geld wechseln bunte Scheine bekommt. Die alten Scheine lassen sich zwar umtauschen, werden aber von Supermärkten und anderen Geschäften kaum angenommen.

5. Bringe Geschenke mit, um dich für die Gastfreundschaft zu bedanken. Vielleicht werden auch dich Koreaner nach Hause einladen, dir in deinen schwierigsten Moment behilflich sein und du würdest gerne auf eine ganz besondere Art und Weiße Dankeschön sagen. Sei dafür vorbereitet. Besonders beliebt ist deutsche Schokolade.

 

Vorteile für die neuen Austtauschstudierenden:

1) Als damals Caroline Hay und ich nach Seoul bekommen sind, war unsere Partneruniversität nicht besonders gut auf westliche Austauschstudierende vorbereitet. So wurde fast alles ins Chinesische und Japanische übersetzt, aber englische Übersetzungen fehlten, beispielsweise bei den Brandschutzverordnungen. Inzwischen wurden sämtliche Präsentationen, Hinweise und Verordnungen übersetzt und es gibt einige Koreaner im internationlen Center, die gut Englisch sprechen können.

Zwei Hinweise: Was ihr wissen solltet ist jedoch, dass von Anfang an (ab dem Flughafen) sogut wie alle mit euch nur auf Koreanisch sprechen werden. Überhaupt gar keine Kenntnisse zu haben, stelle ich mir schwierig vor. Außerdem gibt es ab und zu Militärübungen in Seoul. Wenn ihr also eine Sirene hört, nicht gleich erschrecken 😉 Auf Anfrage gibt euch das internationale Center Bescheid, wann diese Miltärübungen stattfinden.

2) Wir haben Kisten organisiert! Damit sind für die nächsten Austauschstudierenden Bettdecken, Kopfkisse, Töpfe, Pfannen, Teller, Besteck, etc. schon in Umzugskisten im Wohnheim deponiert. Eigentlich werden diese Sachen nach jedem Auslandsaufenthalt weggeworfen und man muss sich die Sachen wieder neu kaufen. Aber wir haben mit der Wohnheimsleitung gesprochen, dass wir zwei Umzugskisten deutschen Austauschstudierenden zur Verfügung stellen dürfen.

* Hinweis: Es kann sein, dass diese Kisten weggeworfen werden, wenn ein- oder mehrere Semester kein deutscher Austauschstudent mehr kommt. Aber soweit ich infomiert bin sind bis zum Sommer 2019 noch welche da.

3) Ein Wochenendtrip von Seoul nach Japan oder China ist total einfach und billig. Ich empfehle die Peach Airline. Manachmal bietet die Airline Sonderangebote an, wo man schon für 20€ von Seoul nach Osaka fliegen kann. Somit könnt ihr eure Freunde im Ausland besuchen oder diese euch!

4) Ab dem Herbstsemester 2018 gibt es mehr westliche Austauschstudierende. Durch eine neue Partnerschaft zu einer Universität in Amerika sollen fünf Amerikaner kommen. Zum Vergleich: Letztes Frühlingssemester waren wir nur drei deutsche Studierende (zwei aus Trier, eine aus Freiburg). Westliche Studierende an der Sungshin Frauenuniversität gibt es kaum. Aber für alle Asienbegeistert, gibt es viele Gegenheiten sich mit Koreanern, Chinesen, Japanern, Taiwanern, etc. zu unterhalten.

Das war es von meiner Seite.

Ich hoffe, dass euch mein Blog gefallen und weitergeholfen hat 😉