Exkursion in Bolivien – Teil 1

La Paz

Meine zweiwöchigen Exkursion durch Bolivien liegt nun auch hinter mir. Wir haben so viel erlebt, dass es mir schwer fällt, alle Eindrücke in einen Blogpost zu packen. Somit habe ich einfach zwei daraus gemacht. Hier ist Teil 1 der sich mit der Route und meinen persönlichen Highlights der ersten Woche beschäftigt. Du wirst von Städten lesen, die über 3000 Meter hoch liegen, Dinosaurierspuren entdecken und erfahren, wie es in einem bolivianischen Bergwerk zugeht. Viel Spaß!

Warum bin ich nochmal in Bolivien?

Ich studiere im sechsten Semester Angewandte Geographie. Im Rahmen des Moduls „Landschaftsökologische Probleme von Großlandschaften“ müssen wir eine zweiwöchige Exkursion machen. Eigentlich habe ich die Note schon, da ich vor einem Jahr in Vietnam war, aber weil noch Plätze frei waren und ich echt neugierig auf Boliven war, habe ich mich für eine zweite Teilnahme an einer Exkursion entschieden. Ich war zuvor noch nicht in Südamerika und besonders die Anden haben mich mit ihren hohen Berggipfeln gelockt.

Die Schwerpunkte der Exkursion lagen sowohl in der Humangeographie (Lateinamerikanische Stadt, koloniale Baustile, Infrastruktur, Politik und Wirtschaft des Landes,…) als auch in der Physischen Geographie (ganz viel Geologie, Morphologie, die Besonderheit der bolivianischen Anden, Vegetation,…). Organisiert wurde die Exkursion von zwei unserer Dozenten. Daher hatte ich keinen Einfluss auf die Verkehrsmittelwahl oder die Route.

La Paz und El Alto

Da tümmeln sich Millionen von Häusern in ein Tal und oben auf dem Altiplano geht es weiter. Das ist La Paz und El Alto! Die beiden Städte liegen unmittelbar nebeneinander und das Ausmaß ist unbeschreiblich. Das faszinierende war für mich das Seilbahnnetz. Auf sieben Linien (weitere sind in Bau) erstreckt sich das Netz über den beiden Städten.

Blaue Linie über El Alto

Weiße Linie in La Paz

Markt von El Alto

Auf den Märkten, wie sie auf dem letzten Bild zu sehen sind, gibt es alles von A, wie Autoersatzteile bis Z, wie Zahnbürsten zu kaufen. Befremdlich waren die toten Lamaföten, welche für indigene Rituale verwendet werden. Obwohl die Spanier während der Kolonialisierung den Katholizismus mit nach Südamerika brachten, ist der indigene Glaube immer noch sehr präsent und vermischt sich mit den christlichen Elementen.

Hier begann also unsere Exkursion und unsere Körper mussten sich erstmal an die sauerstoffarme Luft gewöhnen. Ein kleiner Anstieg lässt einen dann schon ganz schön Schnaufen. Gegen die Höhenkrankheit hilft das Kauen von Kokablättern oder das Trinken von Kokatee.

Santa Cruz

Mit dem Flugzeug ging es um einige Höhenmeter abwärts. Während La Paz und El Alto auf 3600 Meter – 4100 Meter liegen, befindet sich Santa Cruz bei gemütlichen 437 Meter im Tiefland. Hier fällt einem das Atmen wieder leichter, auch wenn die Abgase vom Verkehr immer noch in der Nase brennen. Pünktlich zum Nationalfeiertag der Bolivianer erlebten wir zahlreiche Paraden, die uns noch in anderen Städten immer wieder begegneten. Das Tiefland ist auch für die Agrarproduktion zuständig, weil oben in der Höhe natürlich nicht mehr so viel Essbares wächst. Passend dazu haben wir uns einen großen Betrieb angeschaut, bei dem tatsächlich subtropischer Regenwald abgebrannt wird, damit Lebensmittel angebaut werden können. Den totalen Gegensatz haben wir in einem Biosphärenreservat gesehen, wo auf kleinen Feldern Obst und Gemüse angebaut wird. Ein weiteres Highlight waren die Sanddünen von Lomas de Arena.

Ich nenne das jetzt einfach mal „konventionelle Landwirtschaft“ wegen intensive agrarische Nutzung.

Und diese hier „nachhaltige Landwirtschaft“. Erkenne den Unterschied 😉

Sanddünen von Lomas de Arena

Sucre

Erneut ging es mit dem Flugzeug wieder hoch in die Berge. Sucre liegt auf 2800 Meter. Im Rückblick war unserer Aufenthalt in der Stadt kurz, aber fein. Neben ein bisschen Stadtgeographie durften wir Dinosaurierspuren bestaunen. Ich gebe zu, im ersten Moment dachte ich, das ist doch ein Fake. Aber wer macht sich bitte die Mühe Dinosaurier Fußabdrücke an eine riesige Wand zu bringen?! Die geologische Erklärung hat dann auch noch dazu beigetragen, dass das tatsächlich Fußabdrücke aus der Kreidezeit sind.

Einmal für den Größenvergleich

Wenn du das Bild vergrößerst, sind die Spuren besser zu erkennen.

In der Umgebung sind 5000 Fußabdrücke von 300 verschiedenen Tieren entdeckt worden.

Potosi

Mit dem Bus ging es weiter hinauf. Auch Potosi ist mit über 4000 Metern über Normal Null eine der höchsten Städte der Erde. Bis heute arbeiten hier täglich tausende Menschen im Cerro Rico und bauen in den Minen Silber, Zinn und Zink ab. Die Arbeitsbedingungen sind alles andere als menschenwürdig und eine Besichtigung der Minen ist nicht mit einer Tour durch ein deutsches Besucherbergwerk zu vergleichen. Die Gänge sind klein, schmal, steil. Klettern ist hier gefragt. Bei einer Tour durch die Minen werden vorher Geschenke in Form von Kokablätter, Kekse, Säfte, Handschuhe, etc. gekauft, die den Arbeitern überreicht werden. Es ist irgendwie schon krass, dass das Touristenprogramm auch beinhaltet, dass wir uns die Arbeit der ärmsten Bevölkerungsschicht anschauen.

Geschenke für die Minenarbeiter

Einer von vielen Eingängen in den Cerro Rico

Eine leere Lore auf dem Weg in den nächsten Stollen

In Bolivien steht auf dem Touristenprogramm aber auch der Salar der Uyuni. Was das genau ist und wie der weitere Verlauf der Exkursion war, kannst Du im zweiten Teil nachlesen.